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Nr. 44

 

Der Mensch und das Monster

 

Die Retortenwesen greifen an – und das Rätsel der Mooffs findet seine Lösung ...

 

von K. H. SCHEER

 

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Die Geschichte der Dritten Macht in Stichworten:

1971 – Die Rakete STARDUST erreicht den Mond, und Perry Rhodan entdeckt den gestrandeten Forschungskreuzer der Arkoniden. (Band 1)

1972 – Aufbau der Dritten Macht gegen den Widerstand der irdischen Großmächte und Abwehr außerirdischer Invasionsversuche. (Band 2–9)

1975 – Die Dritte Macht greift erstmals in das galaktische Geschehen ein. Perry Rhodan stößt auf die Topsider und versucht das »galaktische Rätsel« zu lösen. (Band 10–18)

1978 – Die STARDUST II entdeckt den Planeten Wanderer, und Perry Rhodan erlangt die relative Unsterblichkeit. (Band 19)

1980 – Perry Rhodans verspätete Rückkehr zur Erde und Kampf um die Venus. (Band 20–24)

1981 – Der Overhead greift an. (Band 25–27)

1982/83 – Die Springer kommen, um die Erde als potentielle Konkurrenz im galaktischen Handel auszuschalten. (Band 28–37)

1984 – Perry Rhodans erster Kontakt mit Arkon und Einsatz als Bevollmächtigter des regierenden Positronengehirns im Kugelsternhaufen M 13. (Band 38–43)

Wenn man Wert darauf legt, auch weiterhin als Bevollmächtigter des arkonidischen Regenten anerkannt zu werden, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als Befehle eben dieses Regenten anzunehmen und durchzuführen.

Perry Rhodan ist sich dessen bewusst, und sein Robotpsychologe bestärkt ihn nur noch in diesem Wissen.

Der Befehl des Positronengehirns aber lautet, den Planeten der Mooffs anzufliegen, wo es zur Begegnung zwischen MENSCH UND MONSTER kommt ...

Die Hauptpersonen des Romans

 

 

Perry Rhodan – Kommandant der TITAN und Administrator der Erde.

Gucky – Im Einsatz lässt er sich Leutnant Guck nennen.

Admiral Vetron – Seine Flotte hat den Auftrag erhalten, die Heimatwelt der Mooffs zu vernichten.

Major Chaney – Der Kommandeur eines gefährlichen Landungsunternehmens.

Dr. Orson Certch – Sein Spezialgebiet sind Roboter und ihre Denktätigkeit.

Trorth – Ein freundlicher Warner.

Captain Marcus Everson – Der 1. Offizier der TITAN.

1.

 

Sie standen da mit hölzernen Gesichtern. Hinter ihnen drängten sich die kleinen, wieselflinken Roboter der medizinischen Abteilung. Ab und zu klirrte eines ihrer Instrumente, die sie – getreu nach Befehlserteilung – zum außergewöhnlichen Katastropheneinsatz bereit hielten.

Auf den Brust- und Rückenplatten der hochwertigen Spezialmaschinen leuchtete das Symbol des Roten Kreuzes. Sie, die niemals Versagenden und niemals Müden, waren dazu erschaffen und konstruiert worden, um erkrankten Menschen zu helfen.

Ihre dünnen, vielgelenkigen Instrumentenarme waren klar zum Einsatz. Sie warteten nur noch auf den Befehl der verantwortlichen Ärzte und Wissenschaftler.

Die Anweisung kam noch nicht. Sie, die Männer mit den hölzernen Gesichtern, beobachteten das Grauen. Sie blickten durch die transparente Wand aus Panzerplastik in den dahinterliegenden Messeraum hinein. Ein Ingenieur der Klima- und Luftreinigungszentrale war auf einem Bildschirm sichtbar geworden. Seine rechte Hand umklammerte einen Schalter der Verteileranlage. Aus dem gekuppelten Lautsprecher der Geräuschübertragung drang das Singen und Pfeifen laufender Turboumwälzer.

Alles war bereit zum entscheidenden Schritt, nur einer konnte sich noch nicht entschließen.

Perry Rhodan, Kommandant der Arkon-Expedition und I. Administrator der vereinten Erdenvölker, hatte beide Hände gegen die Trennwand gestützt; so, als wolle er seine Arme schützend um die siebenhundert vom Schicksal Verdammten legen.

Das, was sich hinter der Trennwand abspielte, wirkte aber weder komisch noch zwerchfellerschütternd. Kranke, hilflose Menschen können infolge ihres Gebarens nur dann den natürlichen Humor eines Zuschauers ansprechen, wenn dieser Betrachter nicht ahnt, dass er Leidende beobachtet.

An Bord des Superschlachtschiff es TITAN gab es aber niemand, der über die Art des clowneriehaften Treibens nicht informiert gewesen wäre.

»Hyper-Euphorie«, sagten die Mediziner dazu; krankhaftes Wohlbefinden, rauschartige Enthemmung, unbewusstes, ungewolltes Hinabsinken in den reißenden Strudel unkontrollierbarer Hirnimpulse, die Arme und Beine zum irren Tanzen und klaffende Münder zum sinnlosen Babylallen und kreischendem Gesang zwangen.

Es wirkte wie eine selige Volltrunkenheit; aber es war ein gefährliches Hinabplätschern in die endlosen Abgründe des Irrsinns.

Rhodan beobachtete das Tanzen, Singen und Kreischen der Kranken mit einem Gefühl der Hilflosigkeit. Ernsthafte Männer, klardenkende Galaktonauten, Techniker und höchstqualifizierte Wissenschaftler waren zu plappernden Irren geworden. Siebenhundert an der Zahl hatten dienstliche Pflichten vergessen. Etwas hatte sie zu dem gemacht, was sie nun waren: zu erbarmungswürdig Hilflosen.

»Tun Sie etwas, tun Sie doch etwas!«, hörte man Rhodan stöhnen.

Der Biologe Janus van Orgter biss sich auf die Unterlippe. Die Toxikologin Tina Sarbowna hatte all ihre knochige, abweisende Bissigkeit verloren. Jetzt war sie nur noch Mensch, fühlende Frau und vom Nicht-Wissen degradierte Wissenschaftlerin. Ihre schwere, hagere Gestalt schien sich unter der Last ihrer grauen Haarmähne gebeugt zu haben. Starr schaute sie in die Messe hinein.

Der medizinische Chef auf der TITAN, das chirurgische As Prof. Kärner, verwarf für den Bruchteil einer Sekunde den Gedanken an einen Gehirneingriff. Es war sinnlos. Kärner konnte nicht helfen; niemand konnte helfen!

Rhodan dachte: Da tanzten, tobten und heulten seine besten Männer, weil sie sich nach der Landung auf dem Planeten Honur hatten verführen lassen, ganz entzückende und reizende Tierchen auf den Arm zu nehmen, um sich an deren Papagei-Geplapper zu erfreuen.

Aber wer hätte diese kleinen, kaum 30 Zentimeter hohen Geschöpfe mit der äußeren Gestalt niedlicher Bärchen nicht sofort ins Herz schließen können. Es hatte niemand gegeben, der sich nicht darum gerissen hätte, den wunderlichen »Nonus« den weichen Pelz zu kraulen.

Das härteste Herz des unnachgiebigsten Unteroffiziers war butterweich geworden, wenn ein solches Bärchen die rosigen Pfoten ausstreckte und die ulkige Nase runzelte. Die Nonus waren etwas zu liebenswert gewesen. Sie konnten nichts dafür, dass ihr zarter Pelz mikroskopisch feine Absonderungen ausschied. Keine lebende Kreatur ist für die Eigenschaften, die die Natur ihr gab, verantwortlich zu machen.

Die siebenhundert Männer des Superschlachtschiffes TITAN hatten eben Pech gehabt, das war alles. Sachlich betrachtet waren sie an der Vergiftung oder Infizierung selbst schuld, da man auf fremden Welten nichts berühren oder gar verspeisen soll, wenn man es vorher nicht sehr genau untersucht hat.

Aber das war es auch, was Perry Rhodan zu seiner Selbstdiagnose zwang. Er machte sich schwere Vorwürfe. Er, der Verantwortliche, hatte seinen Männern noch empfohlen, einige der liebreizenden Bärchen von den Eingeborenen des Planeten Honur zu erwerben; sozusagen als Glücksbringer. Man konnte schon etwas Abwechslung an Bord eines 1500 Meter durchmessenden Riesen-Schlachtschiffes mit den fürchterlichsten Vernichtungswaffen der Galaxis brauchen.

Aber die Maskottchen hatten das Gegenteil bewirkt. Sie, die völlig unschuldigen Bärchen, waren von unbekannten Mächten missbraucht worden. Jemand hatte größten Wert darauf gelegt, die Besatzung der TITAN mit einem ungewöhnlichen Mittel auszuschalten. Man hatte mit der Liebe des Menschen zum Tier gerechnet; man hatte die harmlose Kreatur zur Waffe gemacht.

Rhodan war auf dieser fernen Welt im Kugelsternhaufen M 13 nur deshalb gelandet, um außerhalb der vielen Raumschiffsrouten in aller Ruhe auf das Schlachtschiff GANYMED zu warten, dessen Kommandant den Befehl erhalten hatte, ausgeruhte Männer und Ausrüstungsgüter von der 34.000 Lichtjahre entfernten Erde abzuholen.

Die Situation im Großen Imperium, das neuerdings nicht mehr von den Arkoniden, sondern von einem gigantischen Robotgehirn beherrscht wurde, hatte von selbst verboten, den Superriesen TITAN weiterhin unterbesetzt zu lassen.

Rhodan hatte also gewartet, bis die stillen, primitiven Eingeborenen mit ihren entzückenden Haustierchen aufgetaucht waren. Erst später hatte man nach einem schweren Gefechtseinsatz auf Honur herausgefunden, dass diese Tiere von unbekannten Intelligenzen gezüchtet wurden. Das von ihnen produzierte Gift wurde chemisch zu einem der fürchterlichsten Rauschgifte der Galaxis verarbeitet.

Dies war der erste Hinweis gewesen; ein Hinweis auf Intelligenzen, die der Arkonide Crest »Aras« genannt hatte. Man wusste bisher nur, dass diese eigenartigen Leute ein noch seltsameres Monopol errichtet hatten.

Die Aras nannten sich die »Mediziner der Galaxis«. Nur ein paar Wesen dieser Rasse hatte man gefunden, aber sie konnten nicht mehr aussagen.

Rhodan erinnerte sich noch einmal an die letzten Geschehnisse.

Nachdem Oberst Freyt achthundert Männer an die TITAN abgegeben hatte, war das Schiff wenigstens wieder flug- und gefechtsklar geworden, obwohl die vierzig Beiboote des Riesen wiederum nicht bemannt werden konnten. Dazu kam noch die Tatsache, dass Rhodans wertvollste Mitarbeiter ebenfalls erkrankt waren. Auch die Männer und Frauen des Mutantenkorps hatten nicht ahnen können, wie gefährlich die kleinen Tiere waren.

Nur Rhodan, der Arkonide Crest, das Pelzwesen Gucky, der Mutant Wuriu Sengu und Leutnant Tifflor waren dem Unheil entgangen, da sie sich zur Zeit der stattfindenden Vergiftung außerhalb des Schiffes auf einem Patrouillenflug befunden hatten. Damit waren sie die letzten Gesunden aus dem Gros der alten Besatzung.

Andere Männer, erfahren in den Schlachten des Wegasektors, waren an Bord gekommen. Obwohl sie alle eine arkonidische Hypnoschulung absolviert hatten, war es erforderlich gewesen, sie mit den Einrichtungen des neuen Superschlachtschiffes vertraut zu machen. Die TITAN war und blieb nun einmal der letzte Flottenneubau des Imperiums.

Plötzlich löste sich in der großen Messe eine schwere Anrichte aus den Bodenverankerungen. Torkelnd stieg das stabile Einrichtungsstück in die Luft empor, um kurz darauf donnernd herunterzustürzen. Ein Mann schrie gellend auf. Er war am Fuß verletzt worden.

»Das ist das Ende«, stieß Professor Kärner verstört hervor. »Um Himmels willen, Sir, wenn die Mutanten ihre Kräfte einsetzen, kann größtes Unheil entstehen. Das war der Telekinet Tama Yokida. Ich habe ihn bei seiner Konzentration beobachtet. Geben Sie den Befehl.«

Rhodans Gesicht zuckte gequält. Seine hohe Gestalt hatte sich in den letzten Tagen etwas gebeugt. Es war ihm aus tiefster Seele zuwider, was die Bordwissenschaftler als notwendig erkannt hatten.

»Muss es unbedingt sein?«, flüsterte er. »Professor, ich kann doch nicht alle meine Männer ...«

»Sie können und müssen«, fiel Tina Sarbowna mit ihrer tiefen, rauen Stimme ein. Es war ein respektgebietendes Organ; die Stimme einer Frau, die sich ihren Platz durch harte Arbeit und großes Wissen erkämpft hatte.

»Ich behaupte nach wie vor, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Welche Nervenzentren angesprochen werden, wissen wir nicht, oder noch nicht. Feststeht aber, dass die Leute Nahrung und Getränke verweigern. Die physische Abzehrung beginnt bereits. Wollen Sie Ihre Freunde verhungern lassen?«

Rhodan löste die schweißfeuchten Hände von der durchsichtigen Wand. Zwei langsam verdunstende Abdrücke blieben zurück.

»Stiller!«

Der auf dem Bildschirm erscheinende Ingenieur erhob den Kopf.

»Fangen Sie an! Aber ja nicht zuviel.«

Das Knacken eines Schalters durchbrach die Stille. Aus den Belüftern der großen Mannschaftsmesse lösten sich weißliche Dämpfe. Verwehend und zerfetzend wurden sie von dem Frischluftstrom davongetragen, bis die ersten Schwaden zuckende Köpfe und schreiende Münder umwoben.

Das völlig unschädliche, aber rasch wirksame Betäubungsgas blieb im Raum hängen. Die Entlüfter der im Alarm aufheulenden Klimaautomatik waren von Stiller abgeschaltet worden.

Das Jauchzen und Brüllen mäßigte sich. Immer schneller fielen die Kranken in einen wohltuenden Schlaf. Reginald Bull, Rhodans Stellvertreter, schien kurz vor dem Absinken einen lichten Augenblick zu haben. Fast war es, als begehre der untrügliche Gefahreninstinkt des untersetzten Mannes auf.

Er torkelte auf die transparente Wand zu, öffnete die Lippen und sank dann mit einem verwunderten Ausdruck in den blauen Augen zu Boden.

Es wurde still im Messeraum der TITAN. Ebenso geschah es in den anderen Abteilungen, in denen man die Kranken eingeschlossen hatte. Die Frauen der Besatzung lagen in Thoras großräumiger Kabine. Auch dort war das sinnlose Lachen verstummt.

Die Entlüfter liefen wieder an. Innerhalb von wenigen Augenblicken waren die Gasschwaden abgesaugt. Frischer Sauerstoff strömte ein.

Rhodan wandte sich mit hängenden Schultern ab. Weiter hinten öffneten Techniker die verschlossenen Sicherheitsschotts. Die ersten Medoroboter flitzten in den Raum. Männer der neuen Besatzung hasteten mit aufblasbaren Notbetten heran. Die große Klinik des Schiffes reichte nicht aus, um alle Erkrankten aufzunehmen.

Auf den Kontrollbildschirmen der Außenbordaufnahme flimmerte die öde, trostlose Landschaft des Planeten Honur. Ein Ausschnitt seiner kleinen, roten Sonne war am oberen Rande des Schirmes zu sehen. Draußen war alles still. Das große Labor unbekannter Intelligenzen war längst ausgehoben worden.

Die freigelassenen Nonus hatten sich in alle Winde zerstreut. Von den in die Primitivität zurückgefallenen Eingeborenen war auch nichts mehr zu bemerken. Es war, als hätte Honur niemals Leben getragen.

»Und jetzt?«, fragte Rhodan tonlos. »Nun haben Sie Ihren Willen. Und jetzt?«

Der Arkonide Crest schob sich in den Vordergrund. Sein altes und doch so seltsam junges Gesicht war zerfurcht. Seine weißen Haare schimmerten im Licht der diffusen Beleuchtung.

»Springen Sie zurück ins Arkon-System, Perry«, empfahl er ruhig. »Wenn es Hilfe gibt, dann nur dort. Es wäre sinnlos, die Erde anzufliegen. Ihre Wissenschaftler besitzen bereits das medizinische Wissen meiner Rasse. Sie können nicht helfen. Also bleibt uns nur zu hoffen übrig, dass man auf Arkon mittlerweile zu neuen Erkenntnissen gekommen ist.«

In Rhodans Gesicht sah man die innere Abwehr.

»Arkon!«, wiederholte er gepresst. »Sie träumen, mein Freund! Ihre degenerierte, lebensuntauglich gewordene Rasse wird alles andere getan haben, als nach neuen Heilmitteln zu suchen. Der Wille zur Tat fehlt, verstehen Sie!«

»Versuchen Sie es trotzdem«, entgegnete Crest ausdruckslos.

»Damit uns von dem Robotgehirn die so mühevoll errungene TITAN wieder abgenommen wird?«, fragte Rhodan. »Noch gilt mein Abkommen mit dem Automaten. Damit gehört das von Arkon III entführte Superschlachtschiff uns, da wir schließlich etwas dafür getan haben. Was wird aber geschehen, wenn wir uns in den unmittelbaren Machtbereich des Gehirns wagen? Können Sie für die Handlungen einer Maschine garantieren? Sind Sie fähig, eine fundierte Prognose aufzustellen? Ich glaube nicht!«

»Werden Sie nicht bitter«, antwortete Crest. »Die TITAN gehört Ihnen. Ich habe eine Situationsstatistik aufstellen lassen.«

»Sehr schön! Wohl darüber, wie stark man husten muss, um einen Schub von 0,003 Gramm zu erzeugen?«

Die Wissenschaftler sahen sich stumm an. Der Chef war am Ende seiner Nervenkraft. Plötzlich sehr ruhig werdend, sagte er: »Was wollen Sie nun tun?«

Kärner atmete auf und meinte: »Wir werden sofort die künstliche Ernährung einleiten und durch Injektionen dafür sorgen, dass die Erkrankten im Tiefschlaf verweilen. Damit ist die akute Gefahr gebannt. Mittlerweile werden wir alles tun, um die Symptome näher zu identifizieren. Die chemischen und biologischen Analysen laufen. Es wird sich feststellen lassen, ob wir es mit Erregern oder einem Toxikum zu tun haben. Ich tippe auf giftige Stoffwechselprodukte unbekannter Bakterien. Wenn wir es wissen, können wir besser ansetzen. Seien Sie vorerst damit zufrieden, dass die Leute schlafen.«

Rhodan nickte, denn mehr war in diesem Stadium nicht mehr zu sagen. Dann blickte er nochmals in den Messeraum hinein. Die Mannschaften und Roboter waren dabei, die Notbetten aufzustellen.

»Doktor Certch möchte Sie dringend sprechen, Sir«, quäkte eine Lautsprecherstimme.

Rhodan sah auf. Der Bildschirm zeigte das schmale, abgespannte Gesicht eines jungen Mannes. Leutnant Julian Tifflor hätte noch vor wenigen Monaten nicht im Traume damit gerechnet, demnächst zum galaktonautischen Führungsstab eines Superschlachtschiffes zu gehören. Er hatte seine verträumten Braunaugen verloren. Die Belastung machte auch einen Zwanzigjährigen zum verantwortungsbewussten Offizier.

»Certch?«, fragte Rhodan zerstreut an. »Certch ...?!«

»Unser neuer Robotpsychologe, Sir«, half Tiff aus. »Genau gesagt, handelt es sich um mathematische Logistik.«

»Ah! Ich komme nach oben. Er soll in der Zentrale warten.«

Die Mediziner waren verschwunden. Rhodan, der sich plötzlich verlassen fühlte, warf noch einen Blick auf die besinnungslosen Gefährten. Wahrscheinlich gab es keinen besseren Weg, um sie vor Verletzungen zu bewahren.

Müde ging Rhodan auf den nächsten Antigravlift zu. Als er den Messegang verließ, war er unvermittelt allein. In diesem riesenhaften Raumschiff fielen achthundert Männer kaum auf. Sie hätten sich in der 1500 Meter durchmessenden Kugelzelle mit ihren zahllosen Räumen bequem verstecken können.

2.