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Das große Franzis Handbuch für

Windows 10

Update 2018

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

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© 2018 Franzis Verlag GmbH, 85540 Haar bei München

eISBN 978-3-645-22451-2

Inhaltsverzeichnis

1Windows 10 – 3 Jahre, 6 Versionen, viel Neues

1.1Alle Neuerungen im Überblick

1.2Das April 2018 Update

2Der klassische Windows-Desktop

2.1Neue Apps im klassischen Fenster

2.2Markante Änderungen im Startmenü

2.3Neue Funktionen für die Taskleiste

2.4Aktivitäten in der neuen Timeline

2.5Das Info-Center in Windows 10

2.6Informationen im Infobereich der Taskleiste

2.7Den Windows-Desktop personalisieren

2.8Tastenkürzel für eine schnellere Bedienung

3Mit Windows 10 ins Internet

3.1Der neue Browser Microsoft Edge

3.2Internet Explorer: Es gibt ihn noch

3.3Standardbrowser ändern

3.4Suchen und finden mit Cortana

3.5E-Mails mit der Mail-App

3.6Telefonieren und chatten mit Skype

3.7Das neue Teilen in Windows 10

4Daten auf dem PC und in der OneDrive-Cloud

4.1Tipps zum neuen Explorer

4.2Zugriff auf Clouddaten im Datei-Explorer

4.3OneDrive im Browser nutzen

4.4Office-Dokumente online bearbeiten

5Kreativ mit dem April 2018 Update

5.1Neue Fotos-App im April 2018 Update

5.2Eindrucksvolle Collagen und Diashows

5.3Fotos von der Kamera auf den PC einlesen

5.4Der Explorer als schneller Foto-Viewer

5.5Fotos online mit anderen Personen teilen

5.6Fotos mit dem Laser ausdrucken

5.7Dreidimensionale Objekte mit Paint 3D

5.83-D-Objekte mit Mixed Reality betrachten

5.9Stiftbedienung auf Touchscreens

5.10Fünf Wege, Screenshots zu machen

6Programme für Touchscreen und PC

6.1App-Shopping im neuen Microsoft Store

6.2Kontakte und Kalender synchronisieren

6.3Uhr, Wecker, Weltzeituhr und Stoppuhr

6.4Komfortable Notizen mit OneNote

6.5Aufgabenlisten mit dem neuen To-Do

6.6Routenplanung mit der Karten-App

6.7Wettervorhersage lokal und weltweit

6.8Die aktuellen Nachrichten des Tages

6.9Rechner mit vielen Zusatzfunktionen

6.10Textverarbeitung ohne Schnickschnack

6.11Groove-Musik spielt nur noch eigene Musik

6.12Multimedia-Spaß mit der App Filme & TV

6.13Windows 10 als Gaming-Plattform

7WLAN, Hotspots und Heimnetz

7.1Drahtlosnetze richtig einrichten

7.2Unterwegs öffentliche Hotspots nutzen

7.3Dateifreigaben im Heimnetz

7.4Umgebungsfreigabe per Bluetooth oder WLAN

7.5Für mehr Sicherheit im Internet

7.6Wirksamer Schutz vor Schadsoftware

7.7App- & Browsersteuerung

7.8Kontoschutz – Sicherheit für das eigene Benutzerkonto

7.9Bloatware und fehlerhafte Apps beseitigen

7.10Kindersicherung und Jugendschutz

7.11Windows-10-Updates vollautomatisch

8Systemanpassungen und technische Tricks

8.1Einstellungen für den Sperrbildschirm

8.2Bildschirmauflösung und -anzeige anpassen

8.3Anschlussverhalten bekannter Gerätetypen

8.4Laufwerke und ihre Speicherbelegung

8.5Installierte Apps, Aktionen und Speicherbedarf

8.6Zeitzone, Sprache und Datumsformate

8.7Geräte für alle zugänglich machen

8.8Zweiten Bildschirm oder Beamer nutzen

8.9Die neuen Soundeinstellungen

8.10Das Systemmenü mit wichtigen Einstellungen

8.11Noch da – die klassische Systemsteuerung

8.12Stromverbrauch deutlich reduzieren

8.13Einstellungen für den Datenschutz

Stichwortverzeichnis

1Windows 10 – 3 Jahre, 6 Versionen, viel Neues

Als Microsoft im September 2014 Windows 10 erstmals vorstellte, wurde gleichzeitig angekündigt, es werde keine neuen Versionsnummern für Windows mehr geben. Das war auch ein Grund, warum der Nachfolger von Windows 8.1 nicht einfach Windows 9 hieß. Der Name Windows 10 bleibt, aber in den vergangenen Jahren sind jede Menge Funktionen dazugekommen. Außerdem wurden die Oberfläche und die vorinstallierten Apps verbessert, sodass Windows 10 heute nicht mehr so aussieht wie beim offiziellen Produktstart im Juli 2015.

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Bild 1.1: Der Windows-10-Desktop mit dem April 2018 Update.

Kleinere Updates werden wie Sicherheitsupdates im Hintergrund installiert, größere Updates, die viele neue Funktionen bringen, werden groß angekündigt und erfordern zur Installation einen großen Download sowie einen langwierigen Neustart des Systems, der schon an eine Neuinstallation erinnert. Um die Übersicht zu behalten, welche Version man gerade hat, wurden Versionsnummern eingeführt, die die Jahreszahl und den Monat der Veröffentlichung enthalten.

Version

Datum

Name

1507

29.07.2015

Originalversion

1511

12.11.2015

Herbstupdate 2015

1607

02.08.2016

Anniversary Update

1703

06.04.2017

Creators Update

1709

17.10.2017

Fall Creators Update

1803

30.04.2018

April 2018 Update

Auf einer Aktionärsversammlung Ende 2017 gab Microsoft bekannt, dass bereits 600 Millionen PCs weltweit Windows 10 nutzen. Das Ziel, innerhalb von drei Jahren eine Milliarde Nutzer zu erreichen, wurde mittlerweile als unrealistisch aufgegeben. Weltweit hat Windows 10 die bisher beliebteste Version Windows 7 zum Jahreswechsel 2017/2018 überholt, in Deutschland bereits ein Jahr früher. Hier ist Windows 10 seit Anfang des Jahres 2017 die am weitesten verbreitete Windows-Version.

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Bild 1.2: Verbreitung der Windows-Versionen in Deutschland. (Quelle: statcounter)

1.1Alle Neuerungen im Überblick

Das fünfte große Funktionsupdate zu Windows 10, das sogenannte April 2018 Update, auch als Version 1803 bezeichnet, trägt immer noch den Zusatz „Creators Update“, der bereits mit der Version 1703 eingeführt wurde. Dieses Update wurde seinerzeit mit dem Slogan „New ways to create – New ways to share“ angekündigt und versprach diverse 3-D- und Kreativfunktionen. Bis zur endgültigen Version 1703 lösten sich diverse Erwartungen wieder in Luft auf, das Creators Update brachte im wesentlichen Paint 3D. Auch das darauf folgende Fall Creators Update im Herbst 2017 lieferte kaum Neuerungen in Sachen Kreativität, dafür aber deutliche Verbesserungen beim Teilen und bei OneDrive. Die aktuelle Version 1803 wird diesem Namen eher wieder gerecht, da die neue Timeline – zu Deutsch Aktivitätsverlauf – der Arbeitsweise von Kreativen mehr entspricht.

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Bild 1.3: Der Befehl winver zeigt die installierte Versionsnummer.

1.1.1Windows-Timeline

Das Windows 10 April 2018 Update bringt eine große Neuheit mit, die bereits für das Fall Creators Update im Herbst 2017 angekündigt war, dann aber doch in letzter Minute verschoben wurde:

Die neue Windows-Timeline ermöglicht den Anwendern, sozusagen die Zeit zurückzudrehen und die eigenen Aktivitäten an einem bestimmten Zeitpunkt wiederzufinden und daran weiterzuarbeiten. Haben Sie zum Beispiel letzte Woche ein Dokument bearbeitet und dazu im Internet recherchiert, erinnern sich aber weder an die besuchten Webseiten noch daran, wo Sie dieses Dokument gespeichert haben, hilft die Timeline mithilfe von Vorschaubildchen, die Arbeit der letzten Woche zurückzuverfolgen und dann an dem gewünschten Dokument weiterzuarbeiten.

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Bild 1.4: Die neue Windows-Timeline.

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Bild 1.5: An diesem Symbol in der Taskleiste erkennt man sofort, dass das April 2018 Update installiert ist. Links das neue, rechts das alte Symbol für die Taskansicht.

Die Timeline versteckt sich hinter dem bis jetzt von den meisten Anwendern wenig beachteten Taskansichtssymbol in der Taskleiste (image) und zeigt nicht nur Aktivitäten auf dem eigenen PC, sondern auch auf allen anderen Geräten, die mit demselben Microsoft-Konto angemeldet sind. Da Entwickler ihre Apps anpassen müssen, damit diese die neue Timeline unterstützen, werden zum offiziellen Start nur die bei Windows 10 mitgelieferten Apps, der Browser Microsoft Edge sowie Microsoft Office in der Timeline angezeigt.

Dafür gibt es die Möglichkeit, die Timeline mithilfe eines eigenen Cortana-Suchfelds oben rechts zu durchsuchen. Die Assistentin findet auch passende Apps, falls auf einem Gerät ein bestimmtes Dokument, das früher auf einem anderen Gerät bearbeitet wurde, nicht geöffnet werden kann.

1.1.2Die neuen Einstellungen

Wie bei fast jedem Update wurden die Einstellungen mal wieder umgestaltet. Hier ist das neue Fluent Design eingezogen, das in Zukunft in immer mehr Windows-Apps Anwendung finden soll. Der Menübalken links lässt das Hintergrundbild leicht durchscheinen.

Die Windows-Einstellungen

Die Windows-Einstellungen sind eine zentrale Systemkomponente, die die meisten wichtigen Einstellungen enthält und nach und nach die klassische Systemsteuerung komplett ersetzen soll.

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Bild 1.6: Die neuen Einstellungen im Fluent Design.

Die Einstellungen werden über das Zahnradsymbol im Startmenü aufgerufen, oder Sie drücken die Tastenkombination image. Überall dort, wo in diesem Buch auf die Einstellungen verwiesen wird, taucht dieses Symbol auf.

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Der sogenannte Reveal-Effekt des Fluent Design folgt in unterstützten Apps dem Mauszeiger und hebt Schaltflächen an der Mausposition hervor.

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Bild 1.7: Beim Klick auf die Uhr in der Taskleiste ist der Reveal-Effekt des Fluent Design im Kalender deutlich zu sehen.

Die Einstellungen bieten aber auch ein paar technische Erweiterungen. So zeigt Erweiterte Anzeigeeinstellungen unter System/Anzeigen jetzt detailliert Parameter der angeschlossenen Monitore an. So kann man leichter feststellen, warum nach einem Update der Bildschirm unscharf geworden ist. Bei HDR-fähigen Monitoren lassen sich der Weißanteil und damit die Leuchtkraft in den Einstellungen ohne Zusatztools festlegen. Die Links Adaptereinstellungen … führen zu den Geräteeinstellungen des klassischen Geräte-Managers.

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Bild 1.8: Die neuen erweiterten Anzeigeeinstellungen.

Was wesentlich mehr Anwender betrifft, sind die neuen Einstellungen unter Apps/Autostart, wo man das Autostart-Verhalten von Windows-Store-Apps und auch klassischen Programmen ohne spezielle Zusatztools festlegen kann.

1.1.3Datenlimit für begrenzte Internetverbindungen

Bei LTE-Nutzung als Festnetzersatz oder sehr preisgünstigen DSL-Anschlüssen sind Benutzer an eine Fair-Use-Vereinbarung oder sogar eine Drosselungsgrenze des Datenvolumens gebunden, die zwar deutlich über den Grenzen der Mobilfunktarife liegt, aber in manchen Fällen doch zuschlägt. In den Einstellungen unter Netzwerk und Internet/Datennutzung können Sie jetzt für jede – auch nicht getaktete – Netzwerkverbindung ein Datenlimit festlegen. Außerdem können die Hintergrundaktivitäten von Systemdiensten und Windows-Store-Apps begrenzt werden, allerdings nicht getrennt für einzelne Apps.

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Bild 1.9: Datenlimit festlegen und Datennutzung im Hintergrund einschränken.

1.1.4Teilen per Bluetooth

Steht unterwegs kein Netzwerk zur Verfügung, konnte man immer schon Dateien per Bluetooth von einem PC auf einen anderen übertragen. Diese Methode ist aber umständlich und entspricht so gar nicht dem bekannten Look-and-feel von Windows, dass sie kaum genutzt wurde und viele Anwender sie nicht einmal kennen. Das Update integriert Teilen per Bluetooth in den neuen Teilen-Dialog, den viele Windows-Store-Apps mittlerweile anbieten.

1.1.5Erweiterte Kontaktleiste

Persönlich wichtige Kontakte lassen sich auf der Taskleiste anpinnen, um mit ihnen besonders einfach Inhalte zu teilen. Das April 2018 Update erweitert diese Liste auf bis zu zehn Kontakte und bietet die Möglichkeit, die Reihenfolge per Drag-and-drop festzulegen.

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Bild 1.10: Die neuen Anpassungen finden Sie in den Einstellungen der Taskleiste ganz unten im Bereich Kontakte.

1.1.6Ruhe vor Benachrichtigungen

Der neue Benachrichtigungsassistent ermöglicht es mit dem Update, Zeiten festzulegen, in denen keine Pop-up-Benachrichtigungen erscheinen sollen. Im Präsentationsmodus und bei Vollbildspielen wird man automatisch von solchen Benachrichtigungen verschont. Nur Nachrichten aus der Prioritätsliste kommen auch während der Ruhezeiten durch.

1.1.7Verbesserungen im Edge-Browser

Auch der von vielen Benutzern nicht wirklich ernst genommene Browser Microsoft Edge liefert bei jedem Funktionsupdate neue Funktionen. Diesmal wirken sich viele Verbesserungen eher im Hintergrund aus. Die neu integrierten Web Media Extensions ermöglichen auch im Edge-Browser die Widergabe von Medien in den Formaten Ogg-Vorbis und Theora. Weiterhin kann Edge dank der Unterstützung der Service-Workers-Technologie auch ohne geöffnetes Browserfenster Push-Meldungen von Webseiten im Info-Center anzeigen, falls man diese überhaupt sehen möchte. Das Fluent Design ist hier in Teilbereichen ebenfalls eingezogen, was unter anderem zu einem besseren Kontrast im dunklen Browserdesign beiträgt. Die Favoritenleiste im Browser erscheint automatisch auf der Startseite und auf neuen Tabs, vorausgesetzt, es ist mindestens ein Favorit dort abgelegt. Sie verschwindet von selbst, wenn man eine andere Webseite aufruft. Außerdem wurde das Design der Favoriten-, Verlaufsund Leselisten etwas übersichtlicher gestaltet.

1.1.8Daten zwischen Geräten synchronisieren

Der Edge-Browser bietet jetzt die Möglichkeit, Favoriten und die Leseliste mit anderen PCs sowie mit dem bis jetzt noch wenig verbreiteten Edge-Browser für Android zu synchronisieren. Weiterhin lassen sich die URLs auf dem Smartphone betrachteter Webseiten an den PC senden, um sie dort auf dem großen Bildschirm anzusehen.

1.1.9E-Book-Reader in Edge

Der bereits mit dem Creators Update eingeführte Betrachter für E-Books innerhalb von Edge wird dank Fluent Design dem Look-and-feel bekannter E-Book-Reader angepasst. Nebenbei wurden Optik und Bedienung der Reader für E-Books, PDFs und Webseiten in der Leseansicht aneinander angeglichen. Unter anderem wird jetzt überall ein Vollbildmodus angeboten, und der Button zum Anlegen neuer Lesezeichen wurde mit der Lesezeichenverwaltung zusammengefasst. Edge funktioniert nur mit E-Books, die nicht durch DRM, wie z. B. Adobe Digital Editions, geschützt sind.

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Bild 1.11: Der neue E-Book-Reader im Edge-Browser.

1.1.10Neuer Button im Snipping Tool

Eine weitere von vielen Anwendern kaum beachtete App neben dem Edge-Browser ist das im ersten Creators Update groß beworbene Paint 3D, das das klassische Paint (das ebenfalls kaum verwendet wurde) ersetzt. Das Screenshot-Werkzeug Snipping Tool enthält jetzt einen Button, um einen Screenshot direkt mit Paint 3D weiterzubearbeiten. Auch das Snipping Tool ist gewöhnungsbedürftig. Viel einfacher ist es, mit der image-Taste einen Screenshot zu erzeugen und diesen dann über die Zwischenablage image in der persönlichen Lieblingsbildbearbeitung einzufügen.

1.1.11Emojis aus Unicode 9

Windows 10 unterstützt bereits seit einiger Zeit den erweiterten Unicode-Zeichensatz mit Hunderten darin enthaltenen Emojis, nur waren diese bisher schwer erreichbar. In fast allen Texteingabefeldern blendet die Tastenkombination image ein Auswahlfeld mit allen zur Verfügung stehenden Emojis ein.

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Bild 1.12: Emoji-Eingabe in ein Suchfeld.

1.1.12Heimnetzgruppen wird niemand vermissen

Die in Windows 7 eingeführten Heimnetzgruppen, die den Datenaustausch zwischen mehreren PCs im Heimnetzwerk vereinfachen sollten, sind mit dem April 2018 Update endgültig verschwunden, nachdem sie schon in früheren Windows-10-Versionen nur noch versteckt waren. Da sie kaum jemand genutzt hat, wird sie auch kaum jemand vermissen. Verwenden Sie zum Datenaustausch im LAN in Zukunft wieder klassische Freigaben oder einfach OneDrive.

1.1.13Erleichterte Bedienung

Ebenfalls nur ein kleiner Anwenderkreis nutzt die Einstellungen zur erleichterten Bedienung. Wer sie aber nutzt, für den sind sie auch wichtig. An dieser Stelle hat Microsoft deutlich in Übersichtlichkeit investiert, damit man die persönlich benötigten Hilfestellungen leichter findet.

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Bild 1.13: Die neu überarbeiteten Einstellungen zur erleichterten Bedienung.

1.1.14Groove-Musik stirbt weiter

Zum Abspielen lokaler Musikdateien nutzen auch Windows-10-Anwender lieber den Windows Media Player als die App Groove-Musik. Als Microsoft am 1. Januar 2018 den Streamingdienst Groove abschaltete, wurde den Nutzern nahegelegt, zum ehemaligen Konkurrenten Spotify zu wechseln. Wie viele zahlende Nutzer Groove jemals hatte, wurde nie veröffentlicht. Im April 2018 Update ist die Groove-App zwar noch vorhanden, funktioniert aber nur noch mit lokal gespeicherten Musikdateien. Alle Funktionen des ehemaligen Groove-Musikshops und Streamingdiensts wurden entfernt.

1.1.15Sets auf das nächste Update verschoben

Eine weitere Neuheit, die sogenannten Sets – Tabs mit Dokumenten und Anwendungen, und zwar nicht nur im Edge-Browser –, wurde oft im Zusammenhang mit dem Update 1803 genannt, ist aber nun doch nicht im April 2018 Update enthalten. Erste Preview-Versionen zeigten die Sets bereits in der Mail-App, wo aus einer E-Mail aufgerufene Webseiten und Office-Dokumente in neuen Registerkarten im Mailfenster auftauchten. Die finale Version des April 2018 Update enthält diese Funktion nicht. Die ersten Preview-Versionen des für Herbst 2018 geplanten nächsten großen Funktionsupdates enthalten die Sets wieder.

1.2Das April 2018 Update

Das April 2018 Update wird wie alle Updates automatisch über Windows Update heruntergeladen und in den Einstellungen unter Update und Sicherheit angezeigt. Es wird aber nicht automatisch installiert, da zur Installation in manchen Fällen sogar mehrere Neustarts erforderlich sind. Das neue Updatesystem lädt zwar nicht mehr ganz so viele Daten herunter wie frühere, der PC steht aber während des Updatevorgangs trotzdem insgesamt etwa eine Stunde lang nicht zur Verfügung.

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Bild 1.14: Meldung vor der automatischen Installation des April 2018 Updates.

Sie können beim Update den PC entweder manuell neu starten, oder er wird außerhalb der Nutzungszeit automatisch neu gestartet. Wählen Sie am besten gleich in der Meldung einen Zeitpunkt, an dem Sie den PC nicht nutzen und das Update installieren möchten.

Wollen Sie sichergehen, dass der zeitaufwendige Neustart nicht passiert, während Sie den PC nutzen, klicken Sie in den Einstellungen unter Update und Sicherheit auf den Link Nutzungszeit ändern und stellen die Nutzungszeit ein, in der der PC nicht automatisch neu gestartet werden darf. Die maximal einstellbare Nutzungszeit beträgt 18 Stunden täglich.

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Bild 1.15: Die Nutzungszeit einstellen.

Während des Updatevorgangs wird der PC mehrmals neu gestartet. Schalten Sie ihn auf keinen Fall zwischendurch aus und achten Sie bei Notebooks auch darauf, dass sie an der Stromversorgung angeschlossen sind und nicht im Batteriebetrieb laufen.

Vor dem ersten Start der neuen Windows-Version hat Microsoft ein paar Einstellungsbildschirme gepackt, die für Nutzer mit gesteigerten Datenschutzbedenken sowie für Behörden relevant sein können. Die dort zu bestätigenden Grundeinstellungen für Windows-Dienste sind nicht neu, werden jetzt aber ausführlich erklärt und können natürlich später jederzeit wieder geändert werden.

Die erste Frage bezieht sich auf die Spracherkennung. Da Cortana, wie auch andere Apps, die die Windows-Spracherkennung nutzen, die Spracheingaben an Microsoft sendet und nicht lokal auf dem PC auswertet, muss nach europäischem Recht der Nutzer seine Zustimmung geben. Wenn Sie die Spracherkennung einsetzen möchten, müssen Sie hier Spracherkennung verwenden einschalten. Sie können außerdem für einzelne Apps die Spracherkennung später ausschalten. Wählen Sie dagegen Spracherkennung nicht verwenden, steht diese Funktion in keiner App zur Verfügung. In den Einstellungen unter Datenschutz/Spracherkennung, Freihand und Eingabe können Sie diese Einstellung später noch verändern.

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Bild 1.16: Grundeinstellung, um die Spracherkennung zu verwenden.

Im nächsten Schritt schalten Sie die Standortfunktionen für Apps ein. Ohne Zugriff auf den aktuellen Standort, funktionieren Wegbeschreibung und Routenplanung zum Standort nicht, und die Suche im Web kann ohne Standortzugriff keine regionalen Suchergebnisse liefern. Sind die Standortfunktionen eingeschaltet, können Sie sie in den Einstellungen unter Datenschutz/Position später für einzelne Apps abschalten. Sind die Standortfunktionen ausgeschaltet, kann keine App auf den Standort zugreifen.

Beachten Sie, dass der Standort bei Geräten ohne GPS, also bei den meisten PCs, anhand der IP-Adresse ermittelt wird und damit sehr ungenau ist. Meistens wird er auf die nächstgelegene Großstadt festgelegt.

Die Option Mein Gerät suchen ermöglicht es, ein verloren gegangenes Gerät anhand der letzten Standortdaten zu orten. Dazu ist ein Microsoft-Konto erforderlich. Sie finden die Standorte aller Ihrer Geräte auf der Seite account.microsoft.com/devices.

Sie können das später in den Einstellungen unter Update und Sicherheit/Mein Gerät suchen erneut ändern.

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Bild 1.17: Grundeinstellung, um den Standort zu verwenden.

Im Schritt Diagnosedaten an Microsoft senden können Sie festlegen, ob vollständige oder einfache Diagnosedaten und Fehlerberichte an Microsoft übermittelt werden sollen. Wenn Sie das Windows-Insider-Programm nutzen möchten, sind in jedem Fall vollständige Diagnosedaten erforderlich. Sie können das später in den Einstellungen unter Datenschutz/Diagnose und Feedback erneut ändern.

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Bild 1.18: Grundeinstellung, um die Funktion Mein Gerät suchen zu verwenden.

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Bild 1.19: Grundeinstellung, um Diagnosedaten an Microsoft zu senden.

Auf der Seite Freihand- und Eingabeerkennung verbessern legen Sie fest, ob Daten der Texteingabe sowie der Handschrifteingabe an Microsoft gesendet werden dürfen, sodass anhand der eingegebenen Zeichen bessere Wortvorschläge gemacht werden können. Sie können das später in den Einstellungen unter Datenschutz/Diagnose und Feedback erneut ändern.

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Bild 1.20: Grundeinstellung zur Übermittlung von Freihand- und Eingabedaten an Microsoft.

Auf der Seite Mithilfe von Diagnosedaten angepasste Erfahrungen erhalten legen Sie fest, ob Windows anhand der aufgetretenen Fehler passende Tipps und Empfehlungen anzeigen darf. Die Anzeige dieser Empfehlungen lässt sich nicht komplett abschalten. Wählen Sie Nein, sind dei Empfehlungen aber eher zufällig und nicht auf das Benutzerverhalten abgestimmt, also weniger hilfreich. Sie können das später in den Einstellungen unter Datenschutz/Diagnose und Feedback/Individuelle Benutzererfahrung erneut ändern.

Im letzten Schritt können Sie entscheiden, ob Apps eine individuelle Werbe-ID verwenden dürfen. Es werden keine Werbeanzeigen abgeschaltet, sie werden nur weniger relevant. Mit eingeschalteter Werbe-ID erhalten Sie möglicherweise mal eine interessante Werbung, basierend auf Ihren bisher ausprobierten Apps, ohne Werbe-ID ist die angezeigte Werbung eher zufällig. Sie können das später in den Einstellungen unter Datenschutz/Allgemein erneut ändern.

Auf jeder dieser Seiten finden Sie über die Schaltfläche Weitere Informationen zusätzliche Erläuterungen zu den Auswirkungen der jeweiligen Einstellung. Erst nachdem alle Einstellungsbildschirme durchlaufen sind, steht Windows 10 mit dem April 2018 Update zur Verfügung.

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Bild 1.21: Grundeinstellung zur personalisierten Anzeige von Tipps und Empfehlungen.

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Bild 1.22: Grundeinstellung zur personalisierten Anzeige von Werbung.

1.2.1Windows 10 mit dem Update neu installieren

Die meisten Anwender werden das April 2018 Update automatisch über eine bestehende Windows-10-Installation implementieren. Wer Windows 10 mit einer Installations-DVD installiert, die das April 2018 Update bereits enthält, wird während der Installation ebenfalls aufgefordert, die Datenschutzeinstellungen vorzunehmen.

Umsteigern von Windows 7 oder 8.1 werden die zwei verschiedenen Möglichkeiten, sich am PC anzumelden, neu sein. Um alle Funktionen von Windows 10 vollständig nutzen zu können, empfiehlt es sich, sich mit einem Microsoft-Konto anzumelden, das auf mehreren Geräten verwendet werden kann, anstatt für jedes Gerät ein lokales Benutzerkonto anzulegen.

Langjährige Anwender werden Microsoft-Konten aus dem ehemaligen MSN-Messenger noch als Windows Live IDs kennen. Diese Benutzerdaten können zur Anmeldung in Windows 10 verwendet werden. Haben Sie noch kein Microsoft-Konto, können Sie während der Ersteinrichtung des PCs eins anlegen.

Windows 10 nutzt das Microsoft-Konto unter anderem für Folgendes:

Kontakte und Termine synchronisieren

Aktivitäten in der Timeline mit anderen PCs synchronisieren

Browserfavoriten und Webseitenlinks zwischen Smartphones und PCs austauschen

Cortana, die persönliche Assistentin

E-Mails mit Outlook.com

persönliche Dateien mit OneDrive synchronisieren und freigeben

Anmeldung bei Skype

Notizen auf onenote.com speichern

Einstellungen mit anderen Geräten synchronisieren

Apps im Windows Store herunterladen oder kaufen

Xbox-Live-Spiele

Jugendschutzeinstellungen

verlorene Geräte orten

BitLocker-Schlüssel wiederherstellen (nur Windows 10 Pro und Enterprise)

Lizenzinformationen speichern (Windows nach einem Hardwarewechsel leichter wieder aktivieren)

2Der klassische Windows-Desktop

Seit der ersten Windows-10-Version gibt es ihn wieder, den klassischen Windows-Desktop. In Windows 8 war er weitgehend in den Hintergrund verdrängt worden, in Windows 10 ist er wieder zentrales Element der Benutzeroberfläche. Bei der Vorstellung von Windows 8 hagelte es Kritik von Anwendern, die ihren seit Windows 95 lieb gewonnenen Startbutton vermissten und den klassischen Desktop in Windows 8 vernachlässigt sahen. Mit Windows 10 reagiert Microsoft auf diese Kritik und bietet wieder ein Windows mit dem klassischen Desktop an, in dem aber die modernen Apps gleichermaßen verwendet werden können. Dieser Desktop bekam mit dem April 2018 Update noch einige kleine Verbesserungen.

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Bild 2.1: Windows 10 startet mit einem klassischen Desktop.

2.1Neue Apps im klassischen Fenster

In Windows 10 werden die modernen Apps wie klassische Programme in Fenstern gestartet, die beliebig auf dem Bildschirm verschoben und auch in ihrer Größe verändert werden können.

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Bild 2.2: Desktop mit modernen Apps und klassischen Programmen.

Alle Fenster, sowohl die der modernen Apps als auch die der klassischen Programme, haben oben rechts die bekannten drei Symbole zum Minimieren, Maximieren und Schließen, wie man es aus früheren Windows-Versionen kennt. Einige moderne Apps, vor allem Spiele, haben rechts oben zusätzlich ein Pfeilsymbol, das in einen speziellen Vollbildmodus wechselt, in dem sämtliche Bedienelemente des klassischen Desktops ausgeblendet werden.

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Bild 2.3: Symbol (rechts oben) zum Umschalten in den Vollbildmodus in einem Spiel.

Ein interessanter Unterschied zwischen modernen Apps und klassischen Fenstern ist das Verhalten beim Verändern der Fenstergröße. Jedes Fenster kann durch Ziehen mit der Maus an den Fensterrändern in seiner Größe verändert werden. Im Gegensatz zu früheren Windows-Versionen sind diese Fensterränder deutlich schmaler geworden, haben aber noch die gleiche Funktion. Während sich ein klassisches Windows-Fenster nahezu beliebig verkleinern lässt und dann nur noch ein Teil seines Inhalts zu sehen ist, passen die meisten modernen Apps ihre Darstellung der Fenstergröße an. So zeigt zum Beispiel die abgebildete Wetter-App je nach Fensterbreite unterschiedlich viele Tage in der Vorhersage an, und die zusätzlichen Informationen im unteren Teil des Fensters werden entweder nebeneinander oder untereinander angeordnet.

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Bild 2.4: Die Wetter-App bei unterschiedlichen Fensterbreiten.

Vor lauter Fenstern kein Desktop mehr zu sehen

Wenn Sie bei vielen geöffneten Fenstern den Überblick verlieren oder einfach mal kurz einen Blick auf das Desktophintergrundbild werfen möchten, drücken Sie die Tastenkombination image. Damit werden alle Fenster minimiert, und der Desktop kommt zum Vorschein. Besonders nützlich ist dieser Trick, wenn Sie auf dem Desktop Symbole zum schnellen Aufruf von Programmen abgelegt haben oder wenn ein spontaner Besucher nicht sehen soll, welche Webseiten Sie sich gerade ansehen. Die gleiche Tastenkombination stellt die ursprünglichen Fenster wieder her.

2.1.1Fenster automatisch ausrichten

Häufig benötigt man bei der Arbeit zwei Fenster nebeneinander, z. B. eine Textverarbeitung und einen Browser. Windows 10 bietet die aus Windows 7 bekannte Funktion zur automatischen Fensteranordnung. Ziehen Sie ein Fenster ganz nach links, wird es automatisch am linken Bildschirmrand ausgerichtet und belegt die volle Höhe sowie die halbe Breite des Bildschirms. Das Gleiche funktioniert auch am rechten Rand. Klicken Sie anschließend in den anderen Bildschirmteil, um dort ein weiteres Fenster zu öffnen. Windows 10 zeigt dazu eine Vorschau aller geöffneten Fenster nebeneinander, aus der Sie eins auswählen können.

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Bild 2.5: Automatisch ausgerichtete Fenster.

Noch schneller geht das Ausrichten eines Fensters mit den Tastenkombinationen image und image. Ziehen Sie ein auf diese Weise ausgerichtetes Fenster wieder in Richtung Bildschirmmitte, nimmt es seine ursprüngliche Position und Größe an.

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Bild 2.6: Mehrere Fenster werden automatisch auf dem Desktop angeordnet.

Haben Sie mehr als zwei Fenster gleichzeitig geöffnet, können Sie alle automatisch ausrichten, sodass jedes Fenster komplett zu sehen ist. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in die Taskleiste und wählen Sie im Kontextmenü Fenster nebeneinander anzeigen. Je nach Bildschirmauflösung können unterschiedlich viele Fenster in einem Raster angeordnet werden. Alle Fenster nebeneinander an rückgängig machen stellt die ursprünglichen Fenstergrößen und -positionen wieder her.

2.2Markante Änderungen im Startmenü

Seit Microsoft vor über 20 Jahren mit Windows 95 das Startmenü und die Taskleiste eingeführt hat, sind die Anwender an diese Art von fensterorientierter Benutzeroberfläche gewöhnt. Mit Windows 8 sah nichts mehr so aus wie vorher. Die Fenster, die dem Betriebssystem seinerzeit seinen Namen gaben, waren verschwunden. Die neuen sogenannten Apps belegten den vollen Bildschirm. Alles wurde einfacher, übersichtlicher und auch auf Tablets und Touchscreen-Computern bequem bedienbar, ohne dass man sich mühsam durch verschachtelte Menüs klicken musste. Allerdings konnten sich viele Anwender an diese neue Oberfläche nicht gewöhnen und nahmen gern ein paar Mausklicks mehr in Kauf, um ihre Arbeitsweise nicht umstellen zu müssen.

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Bild 2.7: Desktop mit Startmenü in Windows 10.

Windows 10 bringt auf geschickte Weise das Beste beider Welten zusammen und bietet moderne Apps wie auch klassische Programme auf einer gemeinsamen Oberfläche. Das Startmenü, das von vielen Anwendern äußerst emotional oder gar philosophisch betrachtet wird, hat in jeder neuen Windows-10-Version wieder mehr oder weniger umfangreiche Änderungen erlebt.

Übrigens, die Sache mit dem Namen

Die moderne Benutzeroberfläche hatte in den Vorabversionen von Windows 8 den Codenamen Metro erhalten, abgeleitet von der englischen Bezeichnung für U-Bahn. Die meisten U-Bahn-Netze auf der Welt verwenden für Stationsnamen, Linienpläne und Hinweisschilder ein ähnlich augenfälliges, klares Design mit prägnanten Farben und einheitlicher Schriftart. Microsoft hatte offenbar nicht bedacht, dass der deutsche Metro-Konzern in den vergangenen Jahren bereits mit zahlreichen U-Bahn-Fanseiten und sogar Verkehrsbetrieben Rechtsstreitigkeiten wegen Markenverletzungen angezettelt hatte. Kurz vor der Veröffentlichung von Windows 8 ließ man bei Microsoft den Namen Metro wieder fallen.

Auch in Windows 10 ist der Name Metro nicht mehr zu finden. Man spricht jetzt von „modernen Apps“ oder „Windows-Store-Apps“, um diese von klassischen Programmen zu unterscheiden. Universal Apps sind noch modernere Vertreter dieser Gruppe, die, ohne verschiedene Programmversionen zu benötigen, auf PCs, Tablets und Smartphones laufen und sich automatisch an die Möglichkeiten des jeweiligen Geräts anpassen.

Das Startmenü erreichen Sie wie in früheren Windows-Versionen jederzeit mit einem Klick auf das Windows-Logo in der unteren linken Bildschirmecke, mit der image-Taste auf der Tastatur oder durch Antippen des Windows-Logos auf Geräten mit Touchscreen. Auf Tastaturen ohne image-Taste drücken Sie gleichzeitig image. Das Startmenü zeigt die Apps in Form sogenannter Kacheln. Diese Kacheln bieten mehr als die Desktopsymbole früherer Windows-Versionen. Sie können sie anklicken, um die jeweilige App zu starten, die Kacheln zeigen aber auch von sich aus Informationen in Echtzeit an, wie zum Beispiel neue E-Mails, Termine oder die Wettervorhersage. Hier können Sie sich die Informationen und Apps, die Sie häufig brauchen, frei anordnen, ohne auf eine alphabetische oder eine andere vorgegebene Sortierung angewiesen zu sein.

Sie können die Kacheln im Startmenü beliebig umsortieren, wobei das Spaltenraster vorgegeben ist. Klicken Sie auf eine Kachel und ziehen Sie sie mit gedrückter Maustaste an die gewünschte Position. Die anderen Kacheln machen dabei automatisch Platz. Auf Touchscreens lassen Sie einfach länger den Finger auf der Kachel, bis sie sich aus dem Verband löst und frei bewegen lässt.

2.2.1Kachelgrößen und Live-Kacheln

Die Kacheln im Startmenü können in verschiedenen Größen dargestellt werden, wobei viele Apps auf größeren Kacheln zusätzliche Informationen darstellen. Windows 10 bietet für die meisten Apps vier Kachelgrößen an.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Kachel, erscheint ein Kontextmenü, in dem Sie unter anderem die Kachelgröße wählen können.

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Bild 2.8: Größe einer Kachel auf dem Startbildschirm ändern.

Über den Menüpunkt Mehr/Live-Kachel deaktivieren oder Mehr/Live-Kachel aktivieren legen Sie fest, ob eine Kachel Livedaten anzeigen soll oder nur das App-Symbol.

Mit dem Menüpunkt Von „Start“ lösen entfernen Sie eine Kachel vom Startbildschirm, ohne die App selbst zu entfernen. Der Menüpunkt Deinstallieren entfernt die App komplett vom PC. Dieser Menüpunkt fehlt bei System-Apps, die nicht deinstalliert werden können.

Einige Programme zeigen im Kontextmenü noch weitere Menüpunkte, wie zum Beispiel Aufgaben der Programme oder zuletzt verwendete Dateien. Seit dem April 2018 Update lassen sich die Einstellungen der meisten Apps über das Kontextmenü Mehr der App-Kachel im Startmenü direkt aufrufen, ohne die App starten zu müssen.

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Bild 2.9: Erweiterte Kontextmenüs von Programmen im Startmenü.

2.2.2Apps in Gruppen anordnen

Bereits beim ersten Start sind die Apps in senkrechten Gruppen angeordnet, die durch etwas breitere Zwischenräume voneinander getrennt sind. Ziehen Sie eine App auf dem Bildschirm nach rechts unten auf einen freien Bereich des Startmenüs, wird eine neue Gruppe angelegt.

Klicken Sie in das Feld oberhalb einer Gruppe, können Sie jeder Gruppe zur besseren Übersicht einen eigenen Namen geben. Mit dem Balkensymbol rechts neben dem Gruppennamen verschieben Sie die ganze Gruppe innerhalb des Startmenüs.

2.2.3Liste der Apps im Startmenü

Die App-Liste links im Startmenü wird jedem Windows-7-Anwender trotz des neuen Designs bekannt vorkommen. Windows 10 bringt hier in der linken Spalte des modernen Startmenüs das klassische Startmenü früherer Versionen zurück.

Die Liste zeigt ganz oben neu installierte und die am häufigsten verwendeten Apps – so brauchen Sie in vielen Fällen nicht nach unten zu scrollen.

Darunter zeigt das Startmenü eine alphabetisch sortierte Liste aller installierten Apps und klassischen Programme an. Ein Klick auf Alle Apps, wie in der ersten Windows-10-Version, ist nicht mehr nötig. In der Apps-Liste sind wie in früheren Windows-Versionen auch Unterordner möglich, zum Beispiel die vorinstallierten Ordner Windows-System und Windows-Zubehör. Mit dem Scrollbalken blättern Sie durch das Startmenü, schneller geht es mit dem Mausrad.

Um nicht so viel blättern zu müssen, ziehen Sie das Startmenü am oberen Rand mit der Maus nach oben größer, um mehr Apps gleichzeitig anzeigen zu lassen.

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Bild 2.10: