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© 2018 Franzis Verlag GmbH, 85540 Haar bei München

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Herausgeber: Ulrich Dorn
Satz: Michael Gradias
art & design: www.ideehoch2.de

eISBN 978-3-645-22441-3

1 Nikon D850: Ein Überblick

Die Geschichte der Nikon D850

Das neue Flaggschiff: die D850

Der Verkaufsstart

Erste Reaktionen

Die Kapazität des Akkus

Speicherkarten nutzen

Objektive wechseln

Enorme Kompatibilität

Objektive ansetzen

Vielfältige Nikkore

Einige Vorbereitungen

Grundeinstellungen

Autofokuseinstellungen anpassen

Die Belichtungsmessung

Die Belichtungssteuerung

Die Bildqualität einstellen

Das Display

Die Sucheranzeigen

Die Aufnahmeinformationen nutzen

Nützliche Menüeinstellungen

Die Funktion des zweiten Speicherfachs festlegen

Bildfeld auswählen

Vignettierungskorrektur

Die Monitorhelligkeit und den -farbabgleich anpassen

Das Tonsignal deaktivieren

Individualfunktionen anpassen

Monitorabschaltung

Die Bildnummerierung

Gitterlinien aktivieren

Funktionstaste

Bilder aufnehmen und betrachten

Das Ergebnis begutachten

Informationen bei der Wiedergabe

Das Histogramm einsetzen

Überbelichtungen prüfen

Mehrere Bilder anzeigen

Vergrößerte Darstellungen betrachten

Schlechte Bilder löschen

2 Die Belichtungsautomatiken nutzen

Automatiken für die Belichtung

Die Programmautomatik nutzen

Die Belichtung korrigieren

Blendeneinstellungen

Objektivdaten

Die Schrittweite ändern

Belichtungsreihen

Bilderanzahl

Belichtungs-Messwertspeicher

Belichtungsspeicher

Die Mitteltaste des Sub-Wählers anpassen

Blitzbelichtungskorrektur

Die Blendenautomatik einsetzen

Die Blendenautomatik anwenden

Zusätzliche Optionen

Abstufungen

Fotografieren mit der Zeitautomatik

Objektive

Anwendung

Einstellräder

Manuelle Belichtung

Werte fixieren

Langzeitbelichtungen

Hohe Empfindlichkeit

Die geeignete Belichtungsmessung

Die 3D-Color-Matrixmessung III

Präzise Messmethode

Gesichtserkennung

Ältere Objektive

Mittenbetonte Messung

Spotmessung

Lichterbetonte Messung

Feinabstimmung

3 Die Möglickeiten des Autofokus

Das Autofokusmodul der D850

Den Autofokus aktivieren

Der Fokusschalter

Die AF-ON-Taste

Die AF-Messfeldsteuerung festlegen

Messfeldvorwahl

Messfeldanzahl

Wahl des Messfelds

Die passende Messfeldsteuerung

Die Einzelfeldsteuerung

Dynamische Messfeldsteuerung

Messfelder-Anzeige

3D-Tracking

Messfeldgruppensteuerung

Automatische Messfeldsteuerung

Messfeldauswahl einschränken

AF-Modus fixieren

Probleme beim Fokussieren

Schwierige Situationen

Die Lösung

Autofokus-Individualfunktionen

Die Autofokuspriorität festlegen

Die Lock-On-Option

Gesichtserkennung bei 3D-Tracking

Speichern nach Ausrichtung

AF-Aktivierung

Fokusmessfeld-Anzeige

4 Erweiterte Funktionen nutzen

Eine große Funktionsvielfalt

Der Aufnahmebetriebsartenschalter

Die Betriebsarten

Das Einzelbild

Serienbilder in langsamer Folge

Serienbilder in schneller Folge

Serienbilder

Der Pufferspeicher

Pufferspeicher »löschen«

Leise Auslösung

Der Modus Qc-Auslösung (leise kontinuierlich)

Den Selbstauslöser einsetzen

Die Spiegelvorauslösung einsetzen

Langzeitbelichtungen aufnehmen

Nachtaufnahmen

Die Bulb-Einstellung

Die Time-Einstellung

Feuerwerk

Rauschen reduzieren

Der schwenkbare Touchmonitor

Einsatzmöglichkeiten

Möglichkeiten der Touchbedienung

Fokusfeld wählen und auslösen

Aufnahmeinformationen

Menübedienung

Wiedergabe

Der Live-View-Modus

Arbeiten mit dem Live-View-Modus

Touchoptionen

Belichtungsvorschau

Offenblende einsetzen

Verschiedene Ansichtsoptionen

Die Autofokus-Optionen

Schwierigkeiten beim Live-View-Fokussieren

Einstellungen ändern

Die Splitscreen-Zoom-Ansicht

Stille Live-View-Auslösung

Der Konturfilter-Pegel

Live-View-Abbruch

Die Displaybeleuchtung aktivieren

Die Abblendtaste nutzen

Einstelllicht

Die Reinigung

Sensorreinigung

Manuelle Reinigung

Die Datenstruktur

Speicherkarte formatieren

Die Zubehörschnittstelle

Fernsteuerungen

GPS-Geräte

Blitzsynchronisation

Die Anschlüsse der D850

Kopfhöreranschluss

Externe Mikrofone

Computeranschluss

Fotos direkt drucken

Die Druckeinstellungen

Indexprints

Fehlermeldungen

HDMI-Anschluss

Die Optionen

Die Vorgehensweise

Wireless LAN nutzen

Einen Netzadapter einsetzen

5 Die Fotoaufnahme-Funktionen

Die Kamera personalisieren

Die Aufnahmekonfigurationen

Erweiterte Aufnahmekonfiguration

Konfigurationen benennen

Zurücksetzen

Zwei-Tasten-Reset

Was wird zurückgesetzt?

Ordner

Ordneranzahl

Dateinamen

Primäres Speicherkartenfach

Sekundäres Speicherkartenfach

Das Bildfeld variieren

Die Bildfeld-Optionen

Die Bildqualität

Die Qualitätsstufen

JPEG-Bilder

Bildgröße

Neue Möglichkeiten

NEF-Komprimierung

ISO-Empfindlichkeit

Die ISO-Automatik

Den Weißabgleich festlegen

Den Weißabgleich anpassen

Mehrere Automatiken

Werte korrigieren

Ganz gezielt einstellen

Eigener Messwert

Direkte Messung

Weißabgleichmesswerte

Weißabgleich-Bracketing

Die Bildoptimierung

Varianten

Die Optionen

Informationen

Benutzerdefinierte Einstellungen

Scharfzeichnung

Kontrast

Monochrom

Tonen

Konfigurationen verwalten

Einstellungen speichern

Einstellungen verwalten

Den Farbraum festlegen

Die Funktion Active D-Lighting

Die Vignettierungskorrektur

Auto-Verzeichnungskorrektur

Die Flimmerreduzierung nutzen

Belichtungsreihen

Mehrfachbelichtungen einsetzen

HDR-Fotos erstellen

Intervallaufnahmen erstellen

Die Fokusverlagerung einsetzen

Die Bilder montieren

6 Die Wiedergabe-Funktionen

Nach der Aufnahme

Die Möglichkeiten

Bilder löschen

Wiedergabeordner

Bilder Ausblenden

Infos bei Wiedergabe

Die Informationen

Detaillierte Informationen

Bilder kopieren

Die Vorgehensweise

Die Bildkontrolle aktivieren

Nach dem Löschen

Nach Aufnahmeserie anzeigen

Bildausrichtung aktivieren

Hochformat aktivieren

Diaschau anzeigen

Diaschau-Optionen

Bilder bewerten

Zum Senden auswählen

Automatisches Übertragen

7 Die Individualfunktionen

Die Kamera weiter personalisieren

Individuelle Funktionen

Belichtungsoptionen festlegen

Schrittweiten festlegen

ISO-Schrittweite

Belichtungswerte

Belichtungskorrektur

Aktivieren der Belichtungskorrektur

Die Rubrik Timer/Bel.-speicher

Vorlauf Ruhezustand

Selbstauslöser

Monitorausschaltzeiten

Die Rubrik Aufnahme & Anzeigen

Lowspeed-Bildrate

Maximale Bildanzahl

ISO-Anzeige

Optionen für synchrone Auslösung

Spiegelvorauslösung

Verschluss mit elektronischem ersten Vorhang

Konturfilter-Hervorhebungsfarbe

Gitterlinien einblenden

Live-View für Serienaufnahme

Die Rubrik Belichtungsreihen & Blitz

Blitzsynchronzeit

Belichtungskorrektur bei Blitzaufnahmen

ISO-Automatik mit Blitz

Einstelllicht

Manuelle Belichtungsreihen

BKT-Reihenfolge

Die Bedienelemente-Rubrik

Benutzerdefinierte Funktionszuweisungen

Die Optionen

Tasten plus Einstellrad

Die Funktionstaste 1

Die Funktionstaste 2

AF-ON-Taste

Sub-Wähler bewegen

Sub-Wähler-Taste

Sub-Wähler-Taste und Einstellrad

BKT-Taste

Filmaufzeichnungstaste

Funktionstaste am Objektiv

Mitteltaste

Belegung der Einstellräder

Multifunktionswähler

Tastenverhalten

Skalen spiegeln

Live-View-Taste

Ein-/Ausschalter

Tastenbelegung des MB-D18

Die Video-Rubrik

Die Abblendtaste neu belegen

Funktionstasten

Sub-Wähler-Taste

Auslöser

Konfigurationen speichern und laden

8 Die System-Funktionen

Die System-Funktionen

Das System-Menü

Speicherkarte Formatieren

Die Monitoreinstellungen

Monitorfarbabgleich

Virtueller Horizont

Informationsanzeige

AF-Feinabstimmung

Objektive justieren

Referenzbild (Staub)

Bildkommentare eingeben

Korrekturen

Copyright-Informationen

Bekanntes

GPS-Geräte nutzen

Die Menüoptionen

Funkfernsteuerung-Optionen

Der Flugmodus

Ein Mobiles Gerät verbinden

Bilder automatisch übertragen

Wi-Fi nutzen

Die Bluetooth-Funktion

Die Netzwerk-Option

Der Akku-/Batterietyp

Akkureihenfolge

Die Akkudiagnose

Auslösesperre

Einstellungen speichern

Alle Einstellungen zurücksetzen

Die Firmware-Funktion

Benutzerdefiniertes Menü

Das Menü ordnen

9 Die Bildbearbeitungsfunktionen

Bildbearbeitungs-Möglichkeiten

Das Bildbearbeitung-Menü

Aufruf

NEF-(RAW-)Verarbeitung

Bilder Beschneiden

Bilder Verkleinern

Die D-Lighting-Funktion

D-Lighting anwenden

Rote Augen entfernen

Bilder Ausrichten

Die Verzeichnungskorrektur

Die Perspektivkorrektur

Filtereffekte Einsetzen

Skylight

Warmer Farbton

Die Monochrom-Option

Die Bildmontage

Filme zuschneiden

Einzelbilder speichern

10 Videofilme aufnehmen

Die Video-Möglichkeiten

Einschränkungen

Die Optionen

Die Benennung wählen

Den Speicherort festlegen

Bildfeld

Filmrate und -qualität

Den Filmdateityp einstellen

ISO-Empfindlichkeit einstellen

Variierende Einstellungen

Flimmerreduzierung

Weitere Einstellungen

Digital-VR

Zeitrafferaufnahme

Live-View starten

Optionen für die Videoaufzeichnung

Optionen der i-Taste

Zusätzliche Darstellungsoptionen

Die Wiedergabe

Den Film bearbeiten

Filme übertragen

11 Die SnapBridge-App nutzen

Zusätzliche Funktionalität

SnapBridge installieren

Die Möglichkeiten

Die Verbindungsoptionen

Der automatische Download

Der Bilderbereich

Vergrößerte Ansichten

Zusätzliche Optionen

Bilder von der Kamera übertragen

Die Speicherkarte wechseln

Cloud-Service

Die Kamera fernauslösen

Bilder aufnehmen

Zusätzliche Optionen

Die App-Optionen

Zusatzinformationen

Stichwortverzeichnis

Bildnachweis

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Nikon D850: Ein Überblick

Mit der Nikon D850 haben Sie Nikons Flaggschiff der Vollformatkameras erworben, oder planen Sie erst, sich eine zuzulegen? Vielleicht wollen Sie sich mit der neuen Kamera gleich auf die erste Fototour machen. Sie sollten sich aber erst einmal einen Moment Zeit nehmen, um dieses Kapitel zu lesen. Sie erhalten einen Überblick über die wichtigsten Bedienelemente und erfahren, welche grundlegenden Einstellungen von Bedeutung sind.

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Mit der D850 stellt Nikon sein neues Flaggschiff mit Vollformatsensor vor.

DIE GESCHICHTE DER NIKON D850

image Die Nikon-Fangemeinde wartete 2011 schon lange auf einen Nachfolger der sehr erfolgreichen D700, die bereits Mitte 2008 erschienen war. Damals gab es schon gut zwei Jahre lang kontinuierliche Spekulationen über einen möglichen Nachfolger – aber Nikon ließ sich viel Zeit. Als dann Anfang Oktober 2011 ganz konkrete Gerüchte aufkamen, staunten die meisten Anhänger zunächst ungläubig. 36,3 Megapixel sollte die neue Kamera haben. Damit war auch klar, dass es sich nicht um einen »echten« Nachfolger der D700 handeln würde. Nach der Ankündigung stand fest: Die D800 stellte tatsächlich einen neuen Rekord in puncto Auflösung auf – kein Kameramodell auf dem Markt bot bis dahin eine so hohe Auflösung. Man näherte sich damit sogar langsam den Dimensionen der digitalen Mittelformatkameras, die etwa 50 Megapixel bieten (wie beispielsweise Hasselblad-Rückteile).

Da es bei digitalen Mittelformatkameras üblich ist, dass sie ohne sogenannte Tiefpassfilter arbeiten, verwundert es auch nicht, dass die D800 in zwei Varianten erhältlich war. Bei der D800E verzichtete man auf einen Tiefpassfilter, um das letzte Quäntchen Schärfe herauszukitzeln. Um unschöne Moirés zu vermeiden, zeichnet der Tiefpassfilter nämlich das Bild ein wenig weich.

Seit diesem Zeitpunkt verzichtete Nikon bei den neuen Modellen immer häufiger auf einen Tiefpassfilter. Die aktuellen Modelle wie etwa die D3400, die D5600 oder die D7500 besitzen alle keinen Tiefpassfilter mehr. Das wird wohl auch bei allen kommenden Modellen der Fall sein.

So überraschte es wenig, dass mit der D810 – vorgestellt im Juni 2014 – die Trennung in zwei Modelle entfiel. Die D810 gibt es nur noch ohne Tiefpassfilter. Die D810 war eine logische Weiterentwicklung des erfolgreichen Vorgängermodells. Es gab keine grundlegenden Veränderungen, aber die Kamera wurde in sehr vielen Details optimiert und auf den neuesten Stand gebracht. So wurde der schnelle Bildprozessor EXPEED 4 von der D4S übernommen. Auch das Autofokusmodul Multi-CAM 3500FX mit 15 Kreuzsensoren wurde überarbeitet und um Funktionen der D4S erweitert. Damit können die Messfelder auch gruppiert werden. Auch die neue RAW-Option Small war schon von der D4S bekannt. Dabei kann das RAW-Format mit geringerer Bildgröße eingesetzt werden, was Speicherplatz spart.

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Da die Nikon D850 keinen Tiefpassfilter besitzt, erhalten Sie sehr detailreiche und brillante Ergebnisse.

70 mm | f/16 | 1 s | ISO 64

DIE BEDIENELEMENTE DER NIKON D850

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TASTENBELEUCHTUNG

Es gibt eine sehr hilfreiche Neuerung – die von der D500 übernommen wurde –, der in der Fachpresse nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wenn Sie bei der D850 mit dem Ein-/Ausschalter zur LC-Displaybeleuchtung wechseln, werden zusätzlich diverse Tasten auf der linken Kameraseite beleuchtet, was die Bedienung der Kamera bei wenig Umgebungslicht deutlich erleichtert.

AF-HILFSLICHT

Wie leistungsfähig das neue Autofokusmodul ist, erkennen Sie auch daran, dass es kameraintern kein Autofokushilfslicht mehr gibt. Die D850 fokussiert auch bei sehr wenig Licht so gut, dass das Hilfslicht überflüssig ist.

Das neue Flaggschiff: die D850

Im August 2017 – etwa drei Jahre nach der Präsentation der D810 – kündigte Nikon das neue Spitzenmodell der Vollformatkameras an. Die D850 erhielt viele sinnvolle Neuerungen – es ist keine einfache Überarbeitung des Vorgängers. So wurde beispielsweise ein neuer BSI-CMOS-Sensor mit 45,4 Megapixeln eingebaut. Das ist ein neuer Höchstwert für Nikon-Modelle und nach der Canon EOS 5DS der zweithöchste auf dem Markt. Ob eine solch hohe Zahl von Megapixeln wirklich sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt.

Bei der BSI-Technologie werden die Sensoren rückwärts belichtet. Dadurch ist die lichtempfindliche Fläche pro Pixel größer als bei herkömmlichen Sensoren, was zu einer besseren Bildqualität führt. Es wird ein Empfindlichkeitsbereich von ISO 64 bis ISO 25.600 angeboten, der auf ISO 32 bis ISO 102.400 erweitert werden kann. Bei den erhöhten ISO-Werten muss man aber natürlich anmerken, dass die Bildqualität sichtbar leidet. Dennoch können Sie nun in sehr lichtarmen Situationen Bilder schießen, in denen dies früher nicht möglich gewesen wäre.

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Das ist der neue Sensor der D850 mit 45,4 Megapixeln.

Erstaunlich ist, dass die D850 trotz der vielen Megapixel eine hohe Serienbildrate bietet. So sind sieben Bilder pro Sekunde möglich. Wird der optional erhältliche Multifunktionsgriff MB-D18 mit einem EN-EL18-Akku bestückt, sind sogar neun Bilder pro Sekunde möglich.

Das Autofokusmodul MultiCAM 20K und der Bildprozessor EXPEED 5 wurden – wie schon bei der D500 – von Profimodell D5 übernommen. Das Autofokusmodul hat 153 Messpunkte, von denen 99 Kreuzsensoren und 15 auch noch bei F8 lichtempfindlich sind. Auch der 180.000-Pixel-RGB-Sensor stammt von der D5 – ebenso wie die nützliche lichterbetonte Belichtungsmessung. Bei dieser Messmethode wird die Belichtung an den hellsten Bildpartien ausgerichtet, sodass Sie relativ sicher sein können, dass in den Lichtern keine Details verloren gehen. Der Modus eignet sich beispielsweise bei der Konzertfotografie gut, wenn Scheinwerfer zu starken Kontrasten führen. Ganz neu bei einem Nikon-Modell ist eine Aufnahme mit Fokusverlagerung-Funktion. Die damit entstandenen Bilder lassen sich nachträglich am Rechner für Fokus-Stacking nutzen, um einen größeren scharf abgebildeten Bereich zu erhalten.

Eine von den Anwendern oft gewünschte Verbesserung bietet der neue Monitor – er ist klappbar. Er hat mit seiner Größe von 3,2 Zoll (8 Zentimetern) eine sehr feine Auflösung von 2.359.000 Bildpunkten. Wie bei den letzten Nikon-Modellen wird eine RGBW-Matrix genutzt. Durch den zusätzlichen weißen Kanal wird das Bild in der Helligkeit optimiert und kann daher auch bei hellem Umgebungslicht recht gut beurteilt werden. Außerdem kann der Monitor nach oben und unten geneigt werden und erlaubt eine Touchbedienung. Anders als bei der D500 können alle Aufgaben per Touchbedienung erledigt werden – auch die Menübedienung.

Auch im Videomodus verfügt die D850 über innovative Funktionen. So lassen sich – wie mit der D5/D500 – 4K-Videos aufzeichnen, wobei die volle Bildbreite genutzt wird – bei einigen anderen Modellen wird nur ein Teil der Sensorbreite genutzt. Im Bereich der digitalen Vollformatkameras ist 4K nur sehr selten auf dem Markt zu finden. Bei der Intervallaufnahmefunktion sind 4K- und 8K-Aufnahmen möglich. Videos können aber nur mit einer externen Software aus den Intervallaufnahmen zusammengesetzt werden.

Die D850 verfügt über ein integriertes Stereomikrofon zur Tonaufzeichnung. Zudem kann ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Wie bei einigen der letzten Nikon-Modelle wird sogar eine eigene Registerkarte für die vielen Videoeinstellungen angeboten. Das gab es übrigens erstmalig bei der Nikon D750.

Weiter ausgebaut wurde die drahtlose Kommunikation mit einem mobilen Gerät – seit Kurzem gibt es eine Neuentwicklung namens SnapBridge. Nikon plant, diese neue Technologie in viele der kommenden Kameramodelle zu integrieren. Über Bluetooth – das nur sehr wenig Energie erfordert – kann die Kamera dauerhaft mit Ihrem mobilen Gerät verbunden werden. So können unter anderem die Kamerauhrzeit oder die Positionsdaten automatisch aktualisiert werden – was einen zusätzlichen GPS-Empfänger überflüssig macht. Zudem lässt sich die Kamera so einstellen, dass automatisch eine verkleinerte Variante der aufgenommenen Bilder auf das mobile Gerät übertragen wird. Über die App können Sie die Kamera auch fernauslösen. Außerdem hat Nikon SnapBridge neue Funktionen spendiert, um einige Kameraeinstellungen vornehmen zu können.

Auch im Menü findet man viele Neuerungen. So bietet die D850 beispielsweise in den Individualeinstellungen viele neue Funktionen, mit denen Sie die Kamera noch präziser personalisieren können.

FOKUS-PEAKING

Wenn Sie im Live-View-Modus manuell fokussieren wollen, ist die neue Fokus-Peaking-Funktion nützlich, bei der die gefundenen Kanten farblich hervorgehoben werden, sodass auf den größten Kontrast der Kanten fokussiert werden kann. Auch die Funktion Lichter anzeigen – die auch Zebra-Funktion genannt wird – zur Hervorhebung von Bereichen, denen einen Überbelichtung droht, ist vorhanden. Diese Option unterstützt Nikon bereits bei einigen anderen Modellen, wie etwa der D500.

DAS GEHÄUSE

Das Gehäuse der Nikon D850 besteht übrigens aus einer robusten Magnesiumlegierung und ist perfekt vor Staub und Spritzwasser geschützt. Mit einem Gewicht von etwa einem Kilogramm (ohne Objektiv) ist die Kamera aber kein Leichtgewicht. Einen integrierten Blitz besitzt die D850 nicht – ebensowenig wie die D500. Dafür ist der Pentaprismensucher sehr groß und bietet eine 0,75-fache Vergrößerung. Das ist ein neuer Bestwert für eine Vollformat-DSLR von Nikon.

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Der Akku EN-EL15a ist sehr schlank gestaltet.

KOMPATIBILITÄT

Falls Sie von vorherigen Nikon-Kameramodellen noch EN-EL15-Akkus besitzen, können Sie diese bei der D850 weiterhin nutzen.

Der Verkaufsstart

Der Markteinführungspreis der D850 beträgt etwa 3.800 Euro – das ist ein stolzer Preis, der aber wegen des riesigen Funktionsumfangs und der hochwertigen Verarbeitung der Kamera durchaus gerechtfertigt ist. Sie ist damit übrigens rund 600 Euro teurer als das Vorgängermodell.

Erste Reaktionen

Die beiden Vorgängermodelle gewannen bald sehr viele Freunde und wurden zu echten Erfolgsmodellen. Die ersten Reaktionen zur D850 waren sowohl bei der Fachpresse also auch bei den Anwendern ebenfalls durchweg positiv. Nikon selbst hat mit einer so großen Nachfrage zum Verkaufsstart nicht gerechnet, sodass es monatelang zu erheblichen Lieferschwierigkeiten kam. Erst gegen Ende des Jahres 2017 war bei den deutschen Händlern eine größere Anzahl von Modellen vorrätig.

DIE KAPAZITÄT DES AKKUS

Die D850 nutzt den neuen Akku EN-EL15a, der eine größere Kapazität hat. Er ist sehr schlank gestaltet. Sie sehen ihn in der Abbildung links. Nikon gibt an, dass Sie im Einzelbildmodus mit einer Akkuladung 1.840 Bilder aufnehmen können. Auch wenn Sie den Monitor – der einigen Strom benötigt – häufig einsetzen, werden Sie in der Regel mehr Fotos aufnehmen können, ehe der Akku leer ist. Nikons Angabe ist lediglich der Minimalwert.

Verschiedene weitere Faktoren beeinflussen die Lebensdauer einer Akkuladung. So verbraucht das Scharfstellen ohne abschließendes Auslösen Energie – ebenso wie das Betrachten der Fotos nach dem Auslösen und der Live-View-Modus. Auch das Speichern von RAW-Fotos beeinflusst die Akkuladung.

Der aktuelle Ladezustand des Akkus wird auf dem Monitor mit dem im folgenden Bild markierten Symbol angezeigt.

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Oben rechts wird der Ladezustand des Akkus angezeigt.

DIE SPEICHERKARTEN

Die D850 unterstützt SD- oder SDHC/SDXC-Speicherkarten sowie XQD-Karten. SD-Karten existieren seit 2001. SD-Speicherkarten – was für Secure Digital steht – sind auf kleinere Kapazitäten bis zu 8 GByte ausgerichtet. Die nächste Speicherkartengeneration trägt die Bezeichnung SDHC (Secure Digital High Capacity). Diese Karten sind mit Kapazitäten von 4 bis 32 GByte erhältlich. Danach folgten SDXC Speicherkarten (Secure Digital extended Capacity), die Kapazitäten bis hin zu 2 TByte erlauben. Diese Karten bieten außerdem noch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten.

Im Laufe der Jahre verbesserten sich die Kapazitäten und Übertragungsgeschwindigkeiten stetig. Die Mindesttransferraten sind meistens auf der Speicherkarte angegeben. Man unterscheidet vier Geschwindigkeitsklassen mit 2, 4, 6 und 10 MByte/Sekunde. Das nennt man Class 2, 4 … Sie erkennen die Klassifizierung an der Zahl in einem geöffneten Kreis. Bei der unten ganz rechts liegenden Karte ist es zum Beispiel Class 10.

Bei einigen neueren SDHC-Karten werden dank UHS-1 (Ultra High Speed) höhere Datentransferraten erreicht. SanDisk nennt sie »Extrem Pro«. Die Karte ganz rechts ist ein solches Modell. Für schnelle 16-GByte-Karten zahlen Sie aktuell etwa 25 Euro. Für etwas langsamere Karten zahlen Sie sogar nur etwa die Hälfte. 16-GByte-Karten sind eine Empfehlung wert, da sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und genügend Speicherplatz bieten. Trotzdem werden bei den 45,4 Megapixeln der D850 auch große Speicherkarten schnell gefüllt. Das gilt natürlich besonders dann, wenn Sie die bestmögliche Qualität und Auflösung einstellen, was zu empfehlen ist. Auch das Aufnehmen von RAW-Bildern und Videos erfordert viel Speicherplatz.

Kommt es Ihnen nicht auf die beste Übertragungsgeschwindigkeit an, können Sie die ganz links gezeigte SDXC-Karte nutzen. Die 64-GByte-Karte bietet eine Übertragungsgeschwindigkeit von 30 MByte pro Sekunde an und kostet nur etwa 20 Euro.

Ich gehe bei der Auswahl von Speicherkarten so vor: Die Speicherkarten teilen sich in verschiedene Kategorien auf. Je schneller die Schreib-/Lesegeschwindigkeit der Speicherkarte ist, umso teurer ist sie. Das Gleiche gilt für die Kapazität. Je höher die Kapazität ist, umso teurer ist die Karte. So wähle ich einen Kompromiss. Die Karten mit einer hohen Kapazität kaufe ich mit einer etwas geringeren Datenübertragungsrate. Um schnelle Übertragungsraten zu erreichen, was zum Beispiel bei Videoaufzeichnungen von Vorteil ist, nutze ich die Karten mit einer etwas geringeren Kapazität.

NICHT SPAREN

Speicherkarten sind bei der digitalen Fotografie mit das wichtigste Zubehör. Da es dabei um die Sicherheit Ihrer Daten geht, sollten Sie den Preis nicht als wichtigstes Kriterium bei der Auswahl betrachten. Greifen Sie auf Speicherkarten von Markenherstellern zurück, um Datenverlusten vorzubeugen.

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XQD-SPEICHERKARTEN

Die neuen XQD-Speicherkarten kamen zum ersten Mal bei der Nikon D4 zum Einsatz, die 2012 auf den Markt kam. Dieser recht neue Speicherkartenstandard zeichnet sich durch eine sehr hohe Schreib- und Lesetransferrate aus und eignet sich daher besonders für Aufzeichnungen von 4K-Filmen.

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Aktuell ist – bei der G-Serie der Sony-Speicherkarten – eine Lesegeschwindigkeit von 440 MByte/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 400 MByte/s möglich. Die Karten sind momentan mit einer Speicherkapazität von bis zu 128 GByte verfügbar. Bisher sind diese Karten allerdings noch sehr teuer. So kosten 32 GByte etwa 100 Euro, für 64-GByte-Karten müssen Sie ungefähr 160 Euro und für 128-GByte-Karte etwa 250 Euro bezahlen. Daher lohnt sich die Anschaffung nur, wenn Sie beispielsweise sehr häufig 4K-Videos aufnehmen, weil die Karten in diesem Bereich ihren Geschwindigkeitsvorteil ausspielen können.

Erwähnenswert ist auch, dass es momentan sehr wenige Anbieter von XQD-Karten gibt. Vereinzelt findet man noch Karten der Firma Lexar, die aber von Nikon nicht empfohlen werden. Zudem ist noch offen, ob Lexar die Speicherkartenserie fortführt.

SPEICHERKARTEN NUTZEN

Bei der Nikon D850 können Sie SD(HC/XC)- und die recht neuen XQD-Speicherkarten verwenden. Nach dem Einlegen der Speicherkarte in ein Speicherkartenfach leuchtet die Kontrolllampe für den Speicherkartenzugriff, die im nebenstehenden Bild mit dem linken Pfeil gekennzeichnet ist, ungefähr eine Sekunde lang auf.

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Die mit dem linken Pfeil markierte Speicherkartenzugriffsleuchte leuchtet nach dem Einlegen der Speicherkarte auf. Der rechte Pfeil kennzeichnet die Speicherkartenarretierung der XQD-Karte.

Daran erkennen Sie, dass die Speicherkarte korrekt eingelegt wurde. Wenn Sie die Speicherkarten entnehmen wollen, drücken Sie nach dem Öffnen der Abdeckklappe auf die SD-Speicherkarte. Sie springt dann etwas nach vorne und kann herausgenommen werden. Um die XQD-Karte herausnehmen zu können, drücken Sie den Arretierungsschalter, der im nebenstehenden Bild mit dem rechten Pfeil hervorgehoben ist.

Welches Kartenfach belegt ist, erkennen Sie an den Symbolen auf dem LC-Display. Im folgenden Beispiel wurde eine XQD-Speicherkarte eingelegt – das SD-Speicherkartenfach ist dagegen leer. Die aktive Karte wird mit einem Pfeil rechts daneben gekennzeichnet.

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Hier wurde nur eine XQD-Speicherkarte eingelegt.

OBJEKTIVE WECHSELN

Sie können bei der Nikon D850 auch die älteren, manuell zu fokussierenden AI- und AI-S-Nikkore nutzen, ohne auf eine automatische Belichtungsmessung verzichten zu müssen – wenn die Belichtungsmessung auch nur mit der Zeitautomatik klappt. Zusätzlich können Sie die manuelle Belichtungssteuerung einsetzen. Die D850 verfügt über einen Blendenmitnehmer, der die Blendeneinstellung der älteren Objektive ermitteln kann – Sie sehen ihn im folgenden Bild.

DEN TRAGEGURT NUTZEN

Nikon liefert als Zubehör einen Tragegurt mit. Sie sollten ihn nutzen, um die Kamera um den Hals oder die Schulter zu hängen, wenn Sie auf Fototour gehen. Nur wenn Sie eine Kameratasche nutzen, können Sie auf den Tragegurt verzichten, was aber recht unpraktisch ist.

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Hier wurde der Blendenmitnehmer hervorgehoben.

Damit der korrekte Blendenwert auf dem Display und dem Monitor angezeigt wird und in die Exif-Daten aufgenommen werden kann, gibt es im System-Menü die Möglichkeit, die Objektivdaten anzugeben. Wird neben der Brennweite auch die Lichtstärke des Objektivs angegeben, können Sie außerdem die Color-Matrixmessung zur Belichtungsmessung verwenden. Die gute Unterstützung der älteren Objektive ist sehr nützlich. Werden die Objektivdaten im System-Menü der D850 angegeben, haben Sie einen zusätzlichen Vorteil. Sie können dann nämlich die verwendete Blende auch in den Exif-Daten des Bilds nachlesen – diese Daten fehlen bei den Kameras, die die Objektivdaten-Funktion nicht besitzen.

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Im System-Menü finden Sie die Objektivdaten-Funktion, die Sie nutzen können, wenn Sie ältere Nikkore einsetzen.

Enorme Kompatibilität

Während verschiedene andere Anbieter bei neuen Kameramodellen auch einmal ein neues Bajonett einführen, können Sie bei Nikon auch noch Objektive nutzen, die schon bei der legendären Nikon F verwendet wurden, die 1959 auf den Markt kam. Das spart eine Menge Geld, wenn Sie bereits eine größere Objektivsammlung für Ihre Nikon besitzen. Dank des an der D850 angebrachten Blendenkupplungshebels können bei diesen älteren Objektiven die Zeitautomatik und die Belichtungsmessung ebenfalls genutzt werden. Bei anderen digitalen Nikon-Modellen – wie etwa der D5600 – wird zwar ebenfalls das gleiche Bajonett verwendet, aber Sie müssen auf die Kameraautomatiken verzichten und die Belichtung per Hand messen. Mit einer digitalen Hightech-Spiegelreflexkamera und einem Handbelichtungsmesser auf die Pirsch zu gehen, ist allerdings nicht sehr praktisch …

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An den weißen Markierungspunkten erkennen Sie, wie Sie das Objektiv am Bajonett ansetzen müssen.

BILDQUALITÄT

Neben dem Bildsensor sind die verwendeten Objektive ganz maßgeblich für die Bildqualität verantwortlich. Der beste Sensor kann keine hochwertigen Ergebnisse liefern, wenn minderwertige Objektive eingesetzt werden – das gilt für die D850 in besonderem Maße, weil die Auflösung derart hoch ist. Daher lohnt es sich beim Objektivkauf meist, einige Hundert Euro mehr auszugeben.

Objektive ansetzen

Wie Sie das Objektiv an der Kamera ansetzen müssen, erkennen Sie an den Punkten auf dem Bajonett der Kamera und auf dem Objektiv, die in der Abbildung oben markiert sind. Drehen Sie das Objektiv nach dem Aufsetzen soweit nach links, bis es einrastet. Soll das Objektiv gewechselt werden, muss der Objektiventriegelungsknopf gedrückt und das Objektiv nach rechts gedreht werden. Gehen Sie beim Objektivwechsel vorsichtig vor und halten Sie das Kameragehäuse nach unten, um das Eindringen von Staub zu verhindern.

Bei den neueren Nikon-Modellen gibt es übrigens eine nützliche – aber recht unauffällige – Neuerung: Der Markierungspunkt zum Anbringen des Objektivs ist nämlich leicht erhaben, sodass er ertastet werden kann. Das ist beispielsweise beim Fotografieren im Dunkeln hilfreich.

Vielfältige Nikkore

Auf der Nikon-Webseite lässt sich nachlesen, dass bisher 100 Millionen Nikkore gebaut wurden – das ist eine beeindruckend hohe Anzahl. Es wird wohl kaum ein Objektiv geben, das Sie in dem reichhaltigen Nikkor-Sortiment vermissen. Wie viele Objektive Sie wirklich benötigen, hängt natürlich ganz von Ihren Aufgaben und dem zur Verfügung stehenden Budget ab. Wenn Sie am Anfang einen Brennweitenbereich von 24 bis 300 mm abdecken wollen, reichen zwei Zoomobjektive aus.

EINIGE VORBEREITUNGEN

Schalten Sie die Kamera mit dem Ein-/Ausschalter ein. Sie finden ihn am Auslöser – er ist im Bild unten markiert. Die OFF-Stellung ist nur notwendig, wenn Sie die Kamera für längere Zeit – beispielsweise für einige Wochen – nicht nutzen. Da das LC-Display nur wenig Strom verbraucht, können Sie die ON-Stellung beibehalten.

Den dritten Modus des Schalters benötigen Sie, wenn Sie das LC-Display vorübergehend beleuchten wollen. Das ist beispielsweise bei Dunkelheit nützlich. Wenn Sie auslösen, wird die Beleuchtung automatisch wieder ausgeschaltet. Sie können die Beleuchtung auch deaktivieren, indem Sie den Schalter erneut ganz nach rechts drücken.

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Nutzen Sie diesen Schalter zum Ein-/Ausschalten der Kamera.

STROMVERBRAUCH

Im Stand-by-Modus wird nur sehr wenig Strom verbraucht, sodass Sie die Kamera ruhig immer auf ON stellen können. Das hat den Vorteil, dass Sie nach dem Antippen des Auslösers schnell schussbereit sind.

Grundeinstellungen

Wenn Sie beispielsweise von einer Nikon D5600 auf die D850 umsteigen, müssen Sie sich ein wenig umgewöhnen. Andere Nikon-Kameras, wie zum Beispiel die D4S/D810, sind dagegen genauso wie die D850 aufgebaut: Alle wichtigen Einstellungen lassen sich auch ohne Zuhilfenahme des Menüs vornehmen. Das ist sehr praktisch und spart viel Zeit. Außerdem haben Sie eine einfachere Kontrolle über die aktuellen Einstellungen. Bei der kleineren D5600 werden dagegen fast alle Einstellungen im Menü vorgenommen, was mehr Zeit kostet.

Wenn Sie im Laufe der Zeit die Nikon D850 etwas besser kennengelernt haben, werden Sie die Einstellungen »blind« vornehmen können. Viele Einstellungen lassen sich zusätzlich zum LC-Display auch im Sucher und auf dem Monitor kontrollieren, wenn Sie die info-Taste drücken.

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Die wichtigsten Einstellungen können Sie in den Aufnahmeinformationen überprüfen, die angezeigt werden, wenn Sie die info-Taste rechts neben dem Monitor drücken.

Autofokuseinstellungen anpassen

Der Autofokusmodus kann ohne Umweg über das Menü angepasst werden, da es dafür einen extra Schalter gibt.

Drücken Sie die in der nachfolgenden Abbildung markierte Autofokustaste, die Sie auf der linken Kameraseite unter der Objektiventriegelungstaste finden. Wenn Sie die Taste gedrückt halten, können Sie mit den Einstellrädern zwischen unterschiedlichen Autofokusmodi und Messfeldsteuerungs-Methoden wechseln.

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Drücken Sie die markierte Taste, um den Autofokusmodus zu ändern.

Wollen Sie den Autofokusmodus ändern, drehen Sie das hintere Einstellrad. Die Änderung können Sie auf dem LC-Display beobachten. Die nachfolgend markierte Option AF-S ist für das Fotografieren statischer Motive nützlich. Es wird nur ausgelöst, wenn das Motiv scharfgestellt wurde. Bei der AF-C-Option wird der Fokus kontinuierlich nachgeführt, was sich für sich bewegende Motive eignet.

AUTOFOKUSMESSARTEN

Natürlich arbeiten auch die anderen Autofokusmessarten als die Einzelfeldmessung zuverlässig. Hier übernimmt allerdings die Kamera die Kontrolle darüber, welcher Bildteil scharf abgebildet wird. Bei der Einzelfeldmessung behalten Sie die Kontrolle darüber.

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Die markierte Option kennzeichnet den aktiven Autofokusmodus.

Mit dem vorderen Einstellrad wird die aktuelle Messfeldsteuerung angepasst. Die Einstellung wird auf dem LC-Display oben angezeigt. Standardmäßig ist die automatische Messfeldsteuerung aktiviert, die mit Auto gekennzeichnet wird. Dabei fokussiert die D850 automatisch auf das Objekt, das der Kamera am nächsten ist. Damit Sie selber bestimmen können, mit welchem Autofokusmessfeld die Schärfe ermittelt wird, ist es empfehlenswert, zur Einzelfeldsteuerung zu wechseln, die mit S gekennzeichnet ist.

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Hier wurde die Einzelfeldsteuerung eingestellt.

Bei diesem Modus wird die Schärfe nur im vorgegebenen Messfeld ermittelt. Welches Autofokusmessfeld genutzt wird, stellen Sie mit den Pfeiltasten des Multifunktionswählers ein. Das aktive Messfeld wird übrigens im Sucher rot hervorgehoben.

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Stellen Sie das gewünschte Autofokusmessfeld mit dem Multifunktionswähler ein und arretieren Sie es.

Nach der Auswahl sollten Sie das Messfeld arretieren, damit es nicht versehentlich verstellt wird. Nutzen Sie dazu den im vorherigen rechten Bild markierten Schalter. In der L-Position wird das Messfeld arretiert.

Voraussetzung für die automatische Fokussierung ist natürlich, dass der Fokusschalter am Objektiv und an der Kamera nicht auf die Position M für manuelle Fokussierung eingestellt ist. Beide Schalter sind im folgenden Bild markiert.

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Achten Sie darauf, dass der Fokusschalter am Objektiv und der Kamera nicht auf der M-Position steht.

Die Belichtungsmessung

Mit der im nebenstehenden Bild markierten Taste, die Sie auf der linken Kameraseite finden, wird die Belichtungsmessung vorgegeben. In den meisten Fällen eignet sich die sogenannte 3D-Color-Matrix-III-Option am besten, die standardmäßig voreingestellt ist.

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Drücken Sie die Taste links neben dem Monitor, um die Art der Belichtungsmessung einzustellen.

Stellen Sie nach dem Drücken der Taste durch Drehen des hinteren Einstellrads eines der vier angebotenen Messverfahren ein. In den meisten Fällen eignet sich die sogenannte 3D-Color-Matrixmessung III am besten, die Sie im unteren Bild auf der folgenden Seite sehen. Diese Nikon-spezifische Mehrfeldmessmethode ermittelt die geeignete Belichtungsmessung auf Basis von Helligkeit, Kontrast und Motivabstand – zumindest bei aktuellen Objektiven. Bei älteren Objektiven kann die Entfernung nicht berücksichtigt werden – man spricht dann von Color-Matrixmessung III.