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Das Buch

Sneak Preview zu Izara 4 - Verbrannte Erde

Die Hexenkönigin wurde wiedererweckt und hat der Liga den Krieg erklärt. Einzig Lucian, der nun über das ewige Feuer verfügt, könnte Mara noch Einhalt gebieten. Doch seit Ari in seinen Armen gestorben ist, hat der Brachion nur ein Ziel vor Augen: Rache an Tristan und seinem Vater. Auf seiner Jagd steckt er die Welt der Primus und Menschen in Brand und ist auf dem besten Weg, zu dem rücksichtslosen Tyrannen zu werden, von dem die Izara-Legende berichtet. Und Ari ... Ari muss all dem hilflos zusehen. Körperlos schwebt sie über dem Geschehen, da ihre menschliche Hälfte zwar gestorben ist, doch die unsterbliche Essenz in ihr überlebt hat. Niemand nimmt sie wahr – niemand, außer dem Mann, der sie getötet hat.

Izara – Verbrannte Erde (Band 4)

Izara – Sturmluft (Band 3)

Izara – Verbrannte Erde (Band 4) erscheint am 18.01.2020 als E-Book und am 14.02.2020 als Broschurausgabe.

Izara – Stille Wasser (Band 2)

Izara – Das ewige Feuer (Band 1)

www.izara.de

Die Autorin

© Rob Perkins

Julia Dippel wurde 1984 in München geboren und arbeitet als freischaffende Regisseurin für Theater und Musiktheater. Um den Zauber des Geschichtenerzählens auch den nächsten Generationen näher zu bringen, gibt sie außerdem seit über zehn Jahren Kindern und Jugendlichen Unterricht in dramatischem Gestalten. Ihre Textfassungen, Überarbeitungen und eigenen Stücke kamen bereits mehrfach zur Aufführung.

Julia Dippel auf Instagram:

www.instagram.com/julia_dippel_autorin

Der Verlag

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Viel Spaß beim Lesen!

Dippel, Julia

Izara - Verbrannte Erde
Sneak Preview

Ari konnte Maras Wiedererweckung nicht verhindern. Beim Kampf im ewigen Eis glaubt sie fälschlicherweise, Tristan getötet zu haben. Ein fataler Fehler, den sie letztlich mit dem Leben bezahlen muss. Damit ihre Freunde gegen die Hexenkönigin eine Chance haben, schenkt sie Lucian noch im Sterben ihre unauslöschliche Seele, das ewige Feuer – Izara.

Ein letztes Mal schlug mein Herz – für Lucian.
Dann stand es still.

Kapitel 1 – Schall und Rauch

Kacheln. Weiße Kacheln, die ihren Glanz verloren hatten. Der Kitt in den Fugen bröckelte schon. An manchen Stellen hatte man ihn mit Silikon ausgebessert. Es waren sieben, bevor eine einen Sprung hatte, der wie ein Stern aussah. Ein Stück war herausgebrochen. Vierzehn Kacheln weiter hing ein staubiges Gewebe herunter, das früher mal ein Spinnennetz gewesen war. Im Licht des Notausgangschildes warf es einen skurrilen Schatten. Ein dumpfes Geräusch kam näher. In regelmäßigen Abständen mischte es sich mit einem Quietschen. Schritte wurden lauter und wieder leise. Dann war es wieder ruhig. Das Geräusch war schon dreimal an der Tür vorbeigezogen. Danach war immer die gleiche Stille gefolgt. Beim vierten Mal blieb es allerdings stehen. Schlüssel klimperten. Etwas piepste. Die Tür schwang auf. Ein älterer Mann in einem grauen Overall trat ein. Der Bewegungsmelder reagierte sofort und schaltete die Neonröhren an der Decke ein. Mit schlurfenden Schritten kontrollierte der Mann den Papierkorb neben dem Schreibtisch und klatschte anschließend seinen Wischmopp auf den Fliesenboden. Draußen stand sein Putzwagen mit diversen Utensilien. Sonst war weit und breit niemand zu sehen, aber im Gang befanden sich Einschusslöcher und Brandflecken. Alles wirkte seltsam vertraut. Erinnerungen krochen aus dunklen Ecken, die eigentlich schon gar nicht mehr existieren durften. Hier hatte es einen Kampf gegeben.

Und ich war dabei gewesen.

Ich. Dieses Wort ließ mich stocken. Vorhin waren da nur Bilder gewesen. Eindrücke. Aber jetzt trennte eine feine Linie die Bilder von meinen Gedanken. Ich. Woher kam dieses Wort auf einmal?

Der Gang führte in eine Lobby. Ein Geruch nahm Form an. Staub, Desinfektionsmittel und Menthol. Hinter einem Empfangstresen stand in großen Buchstaben: Omega Incorporated. Eigentlich sollte der Schriftzug leuchten. Zumindest hatte er das beim letzten Mal. Jemand war bei mir gewesen. Plötzlich war meine ganze Existenz von Sehnsucht durchdrungen. Und von Schmerz.

Ich wusste, dass ich nicht hier sein sollte. Es war der falsche Ort. Nicht nur, dass es hier nichts gab, was meiner Anwesenheit einen Sinn verlieh, nein, mich erfüllte das dringende Gefühl, dass ich irgendwo anders gebraucht würde. Ein Gefühl. Ein Sturm, über einer aufgewühlten See.

Auf einmal verschwamm der Omega-Schriftzug. Stattdessen folgte ich dem Sturm. Er zog mich durch eine schwarze Leere, riss unablässig an meiner Existenz, bis er mich schließlich an einem völlig anderen Ort wieder ausspuckte.

Dort donnerte er gegen mächtige Tore, die unter dem Angriff zerbarsten. Feuer preschte aus dem Durchgang und ein Mann mit dunklen Locken schritt durch das Inferno. Seine Augen glühten in reinem Weiß. Ich spürte so viel Zorn und Verzweiflung wie noch nie zuvor in meinem Leben. Seine Gefühle drangen durch jede Faser meines Seins.

Die Welt erzitterte. Brücken stürzten ein, Gebäude gingen in Flammen auf. Hütten, Kirchen, Wolkenkratzer und Tempel fielen von Himmel. Alles schien so surreal, und dennoch war es kein Traum. Leute schrien, flohen - nur ein blonder Mann stellte sich dem wütenden Rachegott in den Weg.

„Was soll das?“, rief er über das feurige Dröhnen der Macht hinweg. „Komm endlich zur Vernunft, Lucian!“

Etwas kratzte an meiner Erinnerung. Der Name brachte tief in mir etwas zum Schwingen. Und wieder war da diese Sehnsucht - so überwältigend, dass ich daran zu ersticken drohte.

„Geh mir aus dem Weg, Bel!“

Diese Stimme. So viel Schmerz schwang darin mit.

„Das werde ich nicht. Du zerstörst nicht nur Patria, sondern löschst die ganze Liga aus.“ Bel entfaltete seine Macht und dämmte damit Lucians Feuer ein. Der reagierte mit einem tiefen Grollen. Seine Augen glühten noch ein wenig heller.

„Mein Vater hat es nicht anders verdient.“

Eine steile Falte erschien zwischen Bels Brauen. Es kostete ihn große Anstrengung, Lucian zu blockieren.

„Deinen Vater zu töten, wird sie nicht wieder lebendig machen“, presste der blonde Primus hervor, während er Stück um Stück zurückgedrängt wurde. „Glaubst du, dass sie das gewollt hätte?“

Das Feuer wurde heißer und mit der Hitzewand, die mich traf, kamen auch die Erkenntnis und die Erinnerung. Bel sprach von mir!

Ich war … tot.

„Verschwinde, Bel“, knurrte Lucian. Die Energie des ewigen Feuers steckte alles in Brand. Die Energie meiner Seele. Ich konnte nicht mehr sehen, was Bel tat, denn die Flammen katapultierten mich fort ins schwarze Nichts.