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© 2020 by Bassermann Verlag, einem Unternehmen der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

© der Originalausgabe 2020 by Editions Solar, an imprint of Edi8, Paris, France
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel 50 plantes (vraiment) increvables

Fotos: © Mathilde Lelièvre, außer 1 © Adobe Stock, 2 © Biosphoto/Juniors, 3 © InTune/Photononstop

Projektleitung dieser Ausgabe: Dr. Iris Hahner

Producing: SAW Communications, Redaktionsbüro Dr. Sabine A. Werner, Mainz

Übersetzung: SAW Communications, Julia Gilcher

Lektorat: SAW Communications, Sylvia Ederle

Satz: SAW Communications in Zusammenarbeit mit alles mit Medien, Anke Enders, Sprendlingen

Umschlaggestaltung: Atelier Versen, Bad Aibling

Herstellung: Timo Wenda

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Mathilde Lelièvre

Ein herzliches Willkommen an alle, die glauben, keinen grünen Daumen zu besitzen: Hier sind Sie richtig! Ich möchte Ihnen in diesem Buch zeigen, wie einfach es ist, das eigene Zuhause und Leben mit Pflanzen zu bereichern.

Mit meinem Diplom als Landschaftsarchitektin und einem Master im Bereich Umweltwissenschaft in der Tasche gründete ich 2015 meine Firma Succulente Design Végétale mit dem Ziel, meine beiden Leidenschaften zu verbinden: das Gärtnern und die Wohndekoration, vor allem im städtischen Kontext. Mein Wunsch ist es, den Menschen wieder Berührungspunkte mit der Natur zu ermöglichen. Dabei denke ich in sämtlichen Größenordnungen: von der ganzen Stadt bis zum Couchtisch im heimischen Wohnzimmer. Anfangs entwarf ich eine Serie von Terrarien und rief Workshops ins Leben, um allen beizubringen, wie man sie fertigt. So ein kleines Ökosystem im Glas braucht nur sehr wenig Pflege, einige Terriariumpflanzen müssen sogar nur ein- bis zweimal im Jahr gewässert werden! Das schien mir die perfekte Möglichkeit zu sein, sich an einem Gewächs zu erfreuen, selbst wenn man sich nicht besonders gut damit auskennt. In meiner Begeisterung schrieb ich zwei Bücher zu dem Thema, die auf Französisch bei Éditions Solar erschienen sind.

2018 eröffnete ich dann in Rennes eine Boutique, in der ich seither Workshops anbiete und nach wie vor Terrarien, aber auch eine große Auswahl an Pflanzen außerhalb hübscher Gläser präsentiere. Im Kontakt mit zahlreichen Interessierten stellte ich fest, dass viele sich zwar mehr Grün in ihrem Zuhause wünschen, aber davor zurückschrecken, weil sie meinen, nicht über den berühmten „grünen Daumen” zu verfügen. So begann in mir allmählich die Idee zu diesem Buch zu keimen …

Ich für meinen Teil glaube nicht an grüne oder schwarze Daumen! Das Gärtnern ist eine Abfolge von Erfahrungen, die mal mehr und leider auch mal weniger glücklich ausfallen, die aber vor allem dazu beitragen, dass man immer vertrauter mit den Pflanzen wird. Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist und eins dieser Geschöpfe Sie auserwählt, stehen Sie am Beginn eines aufregenden Abenteuers. Zugegeben, einige Pflanzen sind leichter am Leben zu erhalten und in unserem Zuhause zu akklimatisieren als andere. Um Ihnen den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten, stelle ich Ihnen in diesem Buch daher 50 Arten vor, die quasi unverwüstlich sind. Mögen Ihnen diese pflegeleichten Exemplare den Weg in die wunderbare Welt der Pflanzen ebnen.

Viel Spaß beim Lesen und viele schöne Erlebnisse mit Ihren Pflanzen!

Die Bedeutung der Symbole

figure Größe der Pflanze
figure Nützliche Infos zum Eingewöhnen der Pflanze in Ihrem Zimmer oder Garten
figure Empfohlene Lichtverhältnisse
figure Idealer Standort
figure Gießempfehlung
figure Verträglicher Temperaturbereich
figure Blätter
figure Blüte
figure Tipps zur Vermehrung durch Stecklinge

Einleitung

Wer hätte noch nicht darüber nachgedacht, sein Zuhause mit Pflanzen zu verschönern? Oder gar inmitten eines kleinen Dschungels zu leben?

Angesichts der zunehmenden Gentrifizierung unserer Städte, unserer hektischen Lebensweise, der Notsituation unseres Klimas und unserer Umwelt lässt sich ein wiederentdecktes Interesse an der Natur mit ihren vielfältigen positiven Auswirkungen auf unser Leben erkennen.

Jeder, der sich mit Grün umgibt, kann diese wohltuenden Effekte selbst erfahren: Pflanzen steigern unser Wohlbefinden, fördern den Stressabbau, säubern die Luft, und ihre Pflege hat nicht zuletzt eine soziale Komponente.

Aber warum borden unsere Wohnräume dann nicht vor Pflanzen über?

Sie wissen, was jetzt kommt, oder? Ich bin ziemlich sicher, dass Sie beim Lesen dieser Frage spontan antworten würden: „… weil ich keinen grünen Daumen habe.“

Eine Pflanze sterben zu sehen, ist keine schöne Sache. Darin sind wir uns einig. Wenn sich die Tragödie dann auch noch wiederholt, kann das sehr entmutigend sein. Aber denken Sie daran: Gärtnern beruht auf Erfahrung! Man sollte also nicht zu schnell aufgeben und vor allem zum Einstieg die richtigen Pflanzen auswählen. Kennt man dann noch zwei, drei elementare Regeln, kann man in aller Ruhe die eigene grüne Seite aufblühen sehen.

Sie haben dieses Buch doch aufgeschlagen, weil eine gewisse Hoffnung und ein Wille schon bestehen. Seien Sie willkommen, Sie sind hier genau richtig!

 

 

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Wo kauft man Pflanzen?

Heute werden Pflanzen fast überall angeboten: in Baumschulen und Blumenläden, auf Märkten, im Supermarkt … bis hin zum Dekolädchen an der Ecke. Aber Vorsicht, eine Pflanze ist keine Packung Nudeln – da gilt es von Anfang an, die richtigen Weichen zu stellen.

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In einer Baumschule finden Sie eine große Auswahl an Außenpflanzen von hoher Qualität, da sie häufig direkt vor Ort von Spezialisten kultiviert werden, die Sie auch fachkundig über die richtige Pflege beraten können. Die Preise sind oft erschwinglicher als anderswo und das Angebot hochwertiger. Es gibt Baumschulen mit allen möglichen Spezialisierungen, zum Beispiel solche für Sukkulenten, Stauden, Bambusgewächse, Nadelhölzer, immergrüne Pflanzen … Denken Sie daran, dass einige Baumschulen auch auf Märkten vertreten sind.

Gärtnereien bieten ebenfalls eine große Vielfalt, sowohl an Außen- als auch an Innenpflanzen. Lassen Sie sich vor Ort beraten, und schauen Sie sich den Zustand der Pflanze (die mit Sicherheit stark behandelt wurde) vor dem Kauf genau an. Gerade für Zimmerpflanzen gibt es oft eine interessante Auswahl und attraktive Preise.

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Als Großstädter sollten Sie auch an die kleinen Händler in Ihrer Nähe denken: Blumenläden und spezialisierte Boutiquen halten häufig eine schöne Auswahl an Pflanzen für drinnen und draußen bereit. Beratung und ein offenes Ohr für die Kundschaft wird meist großgeschrieben.

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Auch immer mehr Großhändler verkaufen als Reaktion auf die steigende Nachfrage Pflanzen zu Tiefstpreisen. In diesen nicht spezialisierten Märkten werden Sie allerdings nur wenig Hilfe bei der Wahl Ihrer Pflanze erhalten, und die niedrigen Preise spiegeln oft eine mäßige Qualität wider.

Natürlich können Sie Ihre Pflanzen auch bestellen. Dann sollten Sie aber möglichst darauf achten, einen Händler in Ihrer Nähe zu wählen (bedenken Sie den Transport) und in welcher Form die Pflanzen angeboten werden: als Samen, Knollen, Wurzeln … Das kann ein interessanter Faktor sein. Die persönliche Begutachtung einer Pflanze vor dem Kauf lässt sich aber nur schwer ersetzen.

Wenn Sie sich noch nicht bereit fühlen, eine Pflanze zu kaufen, versuchen Sie es doch erst einmal mit einem Ableger. Wer hat sie nicht, die Nachbarin oder Oma, die jederzeit anbietet, Ihnen einen ihrer zahlreichen mit Liebe großgezogenen Ableger abzugeben? Das nächste Mal sagen Sie einfach ja! Wenn Sie so ins Gärtnern einsteigen, nimmt Ihnen das mit Sicherheit einiges an Druck.

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Erfolgreich gärtnern

ZEHN GEHEIMTIPPS FÜR GESUNDE PFLANZEN

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1. Den richtigen Standort finden

Drinnen können dies alle Räume sein, die ein Minimum an natürlichem Lichteinfall haben, vom Esszimmer bis zum Bad. Bedenken Sie, dass es auch sehr hübsch aussehen kann, wenn Sie Ihre Pflanzen von der Decke herabhängen oder an einem Möbelstück herunterranken lassen.

Noch ein Tipp: Anstatt Ihre Pflanzen direkt auf den Boden zu stellen, sollten Sie sie nach Möglichkeit etwas höher platzieren, zum Beispiel auf einem niedrigen Tisch oder einem Pflanzenhocker. Das gibt ihnen optisch mehr Volumen.

Ein paar Worte zu der durchaus verbreiteten Sorge vor dem Ersticken durch Zimmerpflanzen. Wenn es Nacht wird, findet aufgrund des fehlenden Lichts keine Fotosynthese statt. Das heißt, die Pflanzen produzieren in dieser Zeit keinen Sauerstoff, geben dafür aber auch nur eine sehr geringe Menge Kohlendioxid ab. Eine Pflanze stößt 40 Mal weniger (!) CO2 aus als die Person, die neben Ihnen im Bett liegt. Von ihr geht also keinerlei Gefahr für Sie aus. Im Freien kann jeder kleinste Winkel bepflanzt werden, der die in dieser Einleitung dargestellten Bedingungen erfüllt – selbst wenn es sich dabei nur um ein Fensterbrett handelt.

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2. Man muss keine Leuchte sein, um eine Pflanze zu adoptieren

Jede Pflanze hat ihre eigenen Vorlieben bezüglich der Intensität von Wärme und Licht. Draußen gibt es sowohl bei verglasten als auch bei besonders offenen, windigen Balkonen einige Dinge zu beachten, damit es Ihren Pflanzen gut geht. Aber keine Panik, es gibt für jede Situation die richtige Pflanze!

Drinnen brauchen Sie sich ebenfalls keine Sorgen zu machen, es existieren wirklich äußerst robuste Pflanzen, selbst für dunkle Plätze (zum Beispiel die Keulenlilie, der Efeu, der Philodendron, das Zebrakraut …). Sie sind auf Seite 125 aufgelistet.

Nachdem das gesagt wurde, hier eine der goldenen Regeln: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Gerade durch die Fensterscheibe hindurch entsteht eine Art „Lupeneffekt“, der Ihre Pflanzen verbrennen könnte.

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3. Der Topf macht die Musik

Es ist unerlässlich, dass ein Blumentopf unten ein oder mehrere Löcher hat, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass die Wurzeln ertränkt werden. Damit ist ja keineswegs gesagt, dass Sie diesen Topf nicht in einen schönen Übertopf stellen können, der zu Ihrer Einrichtung passt.

Sie haben sowohl die Möglichkeit, Ihre Pflanze in ihrem ursprünglichen Plastiktopf zu belassen, als auch, sie in ein Terrakottagefäß umzutopfen. Terrakottatöpfe sind schwerer und dadurch standfester, aber auch schwieriger umzustellen. Plastiktöpfe hingegen vertragen Frost besser, können dafür aber schlechter Feuchtigkeit speichern und müssen am Ende ihrer Nutzung recycelt werden.

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4. Liebe und frisches Wasser, aber mit Maß

Eine der goldenen Gärtnerregeln lehrt uns: besser zu wenig gießen (und nötigenfalls noch etwas nachwässern) als zu viel (da sich das Wasser schlecht wieder „aus der Erde herausholen“ lässt).