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Inhaltsverzeichnis

Vorwort image Über mich

WARUM EINE REISE AN DIE FRANZÖSISCHE ATLANTIKKÜSTE?

Einleitung image Die Strecke

MIT DEM CAMPERVAN ENTLANG DER FRANZÖSISCHEN ATLANTIKKÜSTE

image Reisen in Frankreich

WISSENSWERTES ZU LAND UND LEUTEN

image Campen in Frankreich

WISSENSWERTES RUND UM DEN CAMPINGURLAUB

image Sparen in Frankreich

TIPPS, DIE DEN GELDBEUTEL SCHONEN

image Kommunizieren auf Französisch

TIPPS BEI VERSTÄNDNISPROBLEMEN

image Die Anreise

ANFAHRTSROUTEN IN DIE BRETAGNE

Etappe 1 image Golfe du Morbihan

DAS »KLEINE MEER« DER BRETAGNE

Etappe 2 image Le Croisic

EINGANGSHAFEN ZUR BRETONISCHEN KÜSTE

Etappe 3 image Île d’ Oléron

WILDE KÜSTEN UND BUNTE CABANES

Etappe 4 image Bordeaux

GESICHTER EINER GROSSSTADT

Etappe 5 image Arcachon

BADEN AM FUSS DER WANDERDÜNE

Etappe 6 image Soorts-Hossegor

DAS SURFERMEKKA FRANKREICHS

Etappe 7 image Saint-Émilion

UNESCO-WELTKULTURERBE

Etappe 8 image Le Périgord Noir

KULTUR, NATUR UND KULINARIK

Etappe 9 image Beaulieu-sur-Dordogne

ZEITREISE INS MITTELALTER

REGISTER

IMPRESSUMimage

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Oben: Gemütliche Gasse in Saint-Émilion
Unten: Blick aus dem Bullifenster auf die Weinberge von Saint-Émilion

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Oben: Uriges Café in Saint-Léon-sur-Vézère
Unten: Surfer am Strand der Belle-Île

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Surfer am Plage Nord in Soorts-Hossegor – dem Surfermekka der Atlantikküste

VORWORT

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ÜBER MICH

Über mich

WARUM EINE REISE AN DIE FRANZÖSISCHE ATLANTIKKÜSTE?

Leben wie Gott in Frankreich!? Endlos oft gehört, endlos oft zitiert … aber vielleicht ist ja doch etwas dran an diesem Sprichwort. Also machten wir – mein Partner Leon Ginzel, der als Reisejournalist arbeitet und mich beim Fotografieren unterstützt hat, und ich – uns auf, um unser vielfältiges Nachbarland zu entdecken, und zwar die Atlantikküste entlang. Unser Reisebegleiter: ein froschgrüner VW-Bus, 32 Jahre alt, hört auf den Namen »Kermit«, Motor und Gangschaltung manchmal ein bisschen eigenwillig – aber was erwartet man auch von einem so alten Herrn? Und tatsächlich: Frankreich hat uns nicht enttäuscht, sondern mit Bravour bestätigt, was wir insgeheim schon vermutet haben: Ja, das Paradies existiert. Und die Chancen stehen gut, dass es irgendwo an der französischen Atlantikküste zu finden ist.

Einmal am Atlantik entlang … von der Bretagne bis fast nach Spanien. Wenn ich an diese Campingreise zurückdenke, habe ich endlose Strände vor Augen, mir steigt der Duft von Pinien in die Nase, ich spüre die wärmende Sonne auf der Haut, erinnere mich ans Baden im kalten Atlantik, das Salzwasser auf der Zunge oder die ersten (kläglichen) Versuche beim Wellenreiten. Meine Gedanken lenken mich zu prall gefüllten Tellern mit Austern und Muscheln, frischem Fisch in Salzkruste, dazu ein kühles Glas Weißwein – französisches Savoir-vivre par excellence!

Momente, in denen wir uns nach einem langen, aufregenden Tag in unsere Campingstühle fallen lassen, vor uns sinkt die Sonne in den Atlantik. Der Bulli steht mitten auf der größten Wanderdüne Europas, während neben uns ein Paraglider mit Anlauf in die Luft startet und anmutig in den Sonnenuntergang schwebt. Auf dem Campingtisch ausgebreitet französische Leckereien, frisches Baguette und der Wein direkt vom Winzer.

Momente, in denen wir voller Glück und Dankbarkeit sind und die pure Freiheit genießen, die diese Art des Reisens erst möglich macht.

Carina Hofmeister

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Mit unserem Bulli »Kermit« an der Dune du Pilat

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Oben: Delikate Gebäckteilchen beim traditionellen Bäcker in Le Palais
Unten: Fischer am Hafen von Quiberon

EINLEITUNG

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DIE STRECKE

Die Strecke

MIT DEM CAMPERVAN ENTLANG DER FRANZÖSISCHEN ATLANTIKKÜSTE

Wilde Küsten. Karge Felsen. Kilometerlange Dünen. Tiefblaues Wasser. Weißer Sand. Endlose Pinienwälder. Romantische Weinfelder. Wunderschöne Dörfer. Moderne Städte. Und immer an deiner Seite: der weite Atlantik.

Diese 21-tägige Camperreise entlang der französischen Atlantikküste führt dich zu den schönsten Landschaften, den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und den hübschesten Städten und Dörfern in Südwestfrankreich. Es erwarten dich einzigartige Erlebnisse, zum Beispiel ein Tag mit einem Austernzüchter in der Bretagne oder die Suche nach geheimnisvollen Trüffeln mit einem Trüffelbauern und seinem Hund im Schwarzen Périgord.

Die 1300 Kilometer lange Route startet in der Südbretagne und führt dich entlang des Atlantiks bis kurz vor die Grenze Spaniens und über das Landesinnere zurück. Die Tagesetappen variieren zwischen 70 und 300 Kilometern, wobei sich Fahr- und Ruhetage abwechseln, damit du ausreichend Gelegenheit hast, die Orte zu entdecken, Aktivitäten zu unternehmen oder einfach am Strand zu entspannen.

Los geht es am Golfe du Morbihan, dem kleinen Meer, und weiter über die Salzgärten von Guérande zum kleinen Hafenstädtchen Le Croisic. Danach erwartet dich die größte Insel des Atlantiks, die Île d’Oléron, auf der es bunte Häuschen und endlose Strände zu entdecken gibt. Das Kontrastprogramm folgt sogleich, denn nach der weiten Insel geht es hinein in die Großstadt Bordeaux. Nach einem Kurztrip in die Hauptstadt des Départements führt die Reise nach Arcachon und zur größten Wanderdüne Europas, bevor du das Surfermekka schlechthin, Soorts-Hossegor, besuchst. Bei der nächsten Station, Saint-Émilion, dreht sich alles um den vielfach prämierten Wein aus der gleichnamigen Region nahe Bordeaux. Dann geht es auch schon wieder zurück ins Landesinnere, ins Schwarze Périgord, und abschließend in das bezaubernde kleine Örtchen Beaulieu-sur-Dordogne.

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Oben: Die faszinierenden Felsnadeln von Port-Coton (Belle-Île)
Unten: Traditionelle Häuser an der Felsküste der Belle-Île

EINLEITUNG

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REISEN IN FRANKREICH

Reisen in Frankreich

WISSENSWERTES ZU LAND UND LEUTEN

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Hauptstadt

Paris

Zeitzone

Identisch mit Deutschland

UTC+1 MEZ, März–Okt. UTC+2 MESZ

Währung

Euro

Amtssprache

Französisch

Ländervorwahl

+33

Frankreich, das ist das Land der Liebe und der Leichtigkeit, ein Land facettenreicher Landschaften und kulinarischer Hochgenüsse. Jährlich schätzen rund 80 Millionen Menschen die Vorzüge des größten Landes Europas und lassen sich von seinem Charme bezaubern. Mit einem halben Dutzend Nationalparks, unzähligen Naturgärten und über 40 Regionalparks wird deutlich, wie viel Wert Frankreich auf ein gepflegtes Ökosystem legt. Mit dem Camper kannst du abseits der typischen Touristenrouten einmalige Aus- und Einblicke in ein Land erleben, das man bei dieser Art des Reisens einfach lieben muss. Nicht zuletzt, weil es eine vielfältige und eindrucksvolle Auswahl an erstklassig ausgestatteten Campingplätzen gibt, die bestens an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche angepasst werden können.

Einreise

Als Mitglied der Europäischen Union kann man in unser Nachbarland Frankreich sorglos einreisen. Die Grenzübergänge sind häufig gar nicht besetzt, einen Personalausweis oder einen Reisepass solltest du als Identifikationsdokument aber natürlich trotzdem immer mitführen. Kinder benötigen für die Einreise einen Kinderreisepass und die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten, sofern dieser selbst nicht mitreist. Für Hunde sind der EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung verpflichtend für die Einreise nach Frankreich.

Sicherheit

Die Kleinkriminalität nimmt, wie in fast jedem Land, in Touristengebieten und Großstädten auch in Frankreich leider zu. Bei Ausflügen ist es deshalb ratsam, Wertgegenstände und Papiere immer mitzunehmen oder in einem Safe im Camper einzuschließen, sofern dein Camper nicht auf einem Campingplatz steht.

Das Übernachten auf Parkplätzen oder nicht einsehbaren Stellen ist in der Regel nicht erlaubt und bietet zudem Dieben eine publikumsfreie Bühne. An Autobahnen und Raststätten täuschen Kriminelle leider häufig vor, eine Panne zu haben. Es wird empfohlen, nicht auszusteigen, wenn kein sichtbarer Schaden am Auto erkennbar ist. Hartnäckige Gerüchte kursieren auch über Gas-Überfälle auf schlafende Camper an Raststätten und öffentlichen Parkplätzen. Wie viel davon wirklich stimmt, ist nicht genau bekannt. Dennoch ist es am sichersten, auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen zu übernachten.

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Notrufnummern

Notruf vom Handy: +33 112

Notruf Feuerwehr (Pompiers): +33 18

Notruf Polizei: +33 17

Deutschsprachiger ADAC-Notruf: 04 72 17 12 22

Zahlungsmöglichkeiten

In Frankreich bezahlt man fast überall mit einer »carte bancaire«, also einer Kreditkarte (Visa oder Mastercard), erschreckenderweise sogar ohne PIN und Unterschrift. Melde einen Verlust deiner Karte deswegen so schnell wie möglich. Es empfiehlt sich, die Nummer des Kreditkarteninstitutes mit der deutschen Vorwahl vor der Reise im Mobiltelefon einzuspeichern. Bei dieser Gelegenheit kannst du dich auch gleich informieren, ob und welche Kosten beim Abheben von Bargeld auf dich zukommen.

Auch Zahlungen mit der EC-Karte (»carte bleue«, Maestro) sind mitunter möglich, aber zum Teil mit Schwierigkeiten verbunden. Das Abheben von Bargeld funktioniert damit jedoch problemlos und ist manchmal sogar günstiger als das Bezahlen mit der Kreditkarte.

Trinkgeld

Wenn man in einer Bar oder einem Restaurant eine Rechnung mit Karte bezahlt, kann man das Trinkgeld danach einfach auf dem Tisch liegen lassen. Die empfohlene Höhe des Trinkgeldes wird fälschlicherweise oft mit zehn Prozent angegeben, fällt aber in der Realität meist geringer aus. Mit Beträgen zwischen 50 Cent und ein paar Euro gleicht es also dem deutschen Trinkgeldverhalten.

Klima, Temperatur, Reisezeit

Die geografische Vielfalt macht aus Frankreich ein Land mit vielen verschiedenen Klimazonen. Zusammenfassend könnte man das Klima als gemäßigt bezeichnen – man muss nicht mit allzu großen Hitze- oder Kälteperioden rechnen. Auf unserer Route sollte man sich, je nach Jahreszeit, auf milde Temperaturen und gelegentlichen Regen einstellen. Der Atlantik sorgt öfters mal für relativ schnelle Wetterumschwünge, beispielsweise in der Bretagne. Dort folgt auf einen regnerisch-windigen Vormittag manchmal auch ein herrlicher, sonnig-warmer Nachmittag. Und wie sagt man so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Bekleidung.

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Oben: Frischer Fang – Seespinnen auf dem Markt von Le Palais
Unten: Schicke Cafés in Soorts-Hossegor

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Oben: Mit dem Fahrrad entlang des Atlantiks
Unten: Sonnenuntergang durchs Bullifenster

Das beste Wetter für unsere Atlantikküsten-Tour erwartet dich zwischen Mai und September. Wir können als Reisezeit die Monate Mai und Juni sehr empfehlen, da das Wetter dann bereits gut ist und nahezu alle Campingplätze geöffnet haben.

Generell unterteilt sich die Reisezeit in Frankreich – wie in vielen Ländern – in zwei Kategorien: Hauptsaison und Nebensaison. Die Hauptsaison der Franzosen startet mit dem 1. Juli, wenn die großen Ferien in Frankreich beginnen, und endet am 31. August. In diesen Monaten verlassen gefühlt sämtliche Städter ihr Zuhause und fliehen aus der Hitze ans Meer. Urlaub im eigenen Land ist nach wie vor angesagt in Frankreich, daher sind die Küstengebiete meist voll bis auf den letzten Platz. Dazu kommt ein Preisanstieg von 50 Prozent oder mehr für Unterkünfte und Campingplätze. Wer keine schulpflichtigen Kinder hat und deshalb in den Schulferien verreisen muss, sollte die Monate Juli und August lieber meiden. Wer in der Hauptsaison verreisen muss, sollte die Campingplätze unbedingt vorab reservieren und sich erkundigen, ob es einen Mindestaufenthalt gibt. Allen anderen steht eine vielfältige Nebensaison offen, die gegen Mitte März beginnt und bis Ende Oktober geht.

Straßennetz

Straßen gibt es »en masse« in Frankreich, sodass du das Land der Vielfalt dank eines sehr gut ausgebauten Straßennetzes bequem mit dem Auto oder Wohnmobil erkunden kannst. Alleine zwischen den größeren Städten sorgen 8000 Kilometer Autobahn für ein schnelles Vorankommen »von A nach B« (nicht, dass das für Camper immer erstrebenswert ist, aber manchmal eben doch notwendig).

Umweltzonen

In Frankreich hat man sich im Juli 2016 dem Thema Umweltverschmutzung gesetzlich gewidmet und, wie in Deutschland, die Umwelt- und Feinstaubplakette Certificat Qualité de l’Air (CRIT’Air) für Automobile eingeführt. Damit soll die atmosphärische Umweltverschmutzung durch Feinstaub und Stickoxide in Ballungsgebieten und größeren Städten vermindert werden. Bisher wurden fünf dauerhafte Umweltzonen (ZCR) durchgesetzt und weitere wetterbedingte (ZPA) eingerichtet. Hier kann es an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung zu temporären Fahrverboten kommen.

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Dauerhafte Umweltzonen

Paris, Lyon, Grenoble

Straßburg und Elsass (tagesaktuelle Hinweise beachten, ab September 2018 dauerhafte Plakettenpflicht!)

Großgemeinde Lille mit 89 Städten und

Gemeinden (Autobahnen wie A25, A27, A22, A1 und A3 führen teilweise hindurch)

Je nach Abgaswerten des Autos oder Campers muss eine gültige Plakette an der Windschutzscheibe befestigt werden. Es gelten die europäische Abgasnorm EURO oder die Werte im Jahr der Erstzulassung. Es gibt die Klassen 1 bis 5, eine Plakette für Wasserstoff- und Elektro- und eine für Erdgas-, LPG- und Hybridfahrzeuge. Achtung: Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen werden als Lkw eingestuft.

Auf www.certificat-air.gouv.fr können die benötigten Plaketten für 4,80 Euro angefordert werden. Unbedingt rechtzeitig bestellen – die Lieferung kann bis zu 15 Tage dauern. Bei Verzögerungen empfiehlt es sich, die Bestellbestätigung der Plakette auszudrucken und bei Kontrollen vorzuzeigen.

Wer sich die 4,80 Euro für die Umweltplakette »sparen« möchte, muss bei einer Kontrolle mit einer Buße von 68 Euro für Pkws und 135 Euro für Lkws und Busse rechnen.

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App »Green Zones«

Sehr praktisch ist die kostenlose Green-Zones-App, um tagesaktuell über alle Umweltzonen, Plaketten und wetterbedingten Fahrverbote informiert zu sein. Mit dem geodatenbasierten Kartensystem erhält man bei der Routenplanung eine farblich markierte Übersicht der Umweltzonen. Darüber hinaus ist hier auch die Bestellung bequem per App möglich.

Mautgebühren

In den meisten Teilen Frankreichs ist das Befahren der Autobahnen gebührenpflichtig und wird durch eine Maut abgegolten. Nur im Elsass und der Bretagne ist die Benutzung auf den meisten Fernstraßen aufgrund historischer Hintergründe kostenfrei. Auch die Straßen rund um große Städte wie Paris, Bordeaux etc. befährt man glücklicherweise zum Nulltarif.

Die Höhe der Mautgebühren ist in verschiedenen Tabellen geregelt und bereits vor der Abfahrt im Internet abrufbar. Sie richtet sich nicht nur nach der Größe und Art des Autos, der Entfernung und der Wahl der jeweiligen Autobahn, sondern auch nach den beim Bau der Autobahn entstandenen Kosten – frei nach dem Motto: »Super Straße – höhere Kosten«.

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Wohnmobil vor dem beeindruckenden Bastidendorf Beynac

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Oben: Die morgendliche Ruhe am Golfe du Morbihan
Unten: Schicker Bulli auf der Belle-Île

Es kann wahlweise an personell geführten Mautstellen oder an Automaten bezahlt werden. Letztere akzeptieren zwar fast alle gängigen Kreditkarten und Bargeld, aber leider nur äußerst selten EC-Karten. An den Mautstationen – du passierst sie unweigerlich – ist die Bezahlung mit Karte denkbar einfach. Achte jedoch beim Einfahren in die Mautstation auf die Zeichen oberhalb der jeweiligen Schlangen. Viele Franzosen nutzen ein Télépéage-System, das das Fahrzeug beim Durchfahren registriert und die Bezahlung automatisch vornimmt. Die versehentliche Einordnung in einer solchen Schlange mit daraus resultierendem Rückwärtsfahren und Neueinsortieren sorgt nach eigener Erfahrung für viel Gehupe, einen Schwall an fuchtelnden Handbewegungen und genervtes Kopfschütteln bei den Franzosen … und kostet eigene Nerven. Also lieber zweimal hingucken, bevor man sich in eine Schlange einreiht.

Geschwindigkeitsbeschränkungen

Wie jeder routinierte Autofahrer weiß, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen abhängig von der Straßenkategorie und müssen an die herrschenden Witterungsverhältnisse angepasst werden (siehe Kasten). Aber Achtung! In Frankreich müssen Fahranfänger, die ihren Führerschein noch nicht länger als drei Jahre besitzen, ihr Fahrtempo auf Schnellstraßen um zehn und auf Autobahnen um 20 km/h verringern.

Der allzu beschwingte Tritt aufs Gaspedal kann – auch für deutsche Urlauber – teuer werden. Seit 2010 werden in Frankreich gesammelte Urlaubsknöllchen nämlich auch in Deutschland eingetrieben. Bei Überschreitungen von mehr als 50 km/h beträgt das Bußgeld bis zu 1500 Euro.

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Tempolimits Pkws

Autobahn (A plus Nummer): 130 km/h

(bei Nässe 110 km/h)

Schnellstraßen/Route Nationale

(N plus Nummer): 80 km/h

Bei vierspurigem Ausbau: 110 km/h

(bei Nässe 100 km/h)

Außerorts/Route Départementale

(D plus Nummer): 80 km/h

Innerorts: nicht schneller als 50 km/h

Tempolimits Campingwagen/Wohnmobile
(zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t)

Autobahn: 90 km/h

Landstraße: 80 km/h

Stadt: 50 km/h

EINLEITUNG

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CAMPEN IN FRANKREICH

Campen in Frankreich

WISSENSWERTES RUND UM DEN CAMPINGURLAUB

Camping- und Stellplätze

Kein anderes europäisches Land verfügt über eine höhere Anzahl an Camping- und Stellplätzen als Frankreich – für die (wohlverdiente) Pause mit einem Camper stehen mehr als 11 000 offizielle Anlagen zur Verfügung. Campingplätze werden mit einem Sterne-Ranking ausgezeichnet und zeigen damit an, mit welcher Komfort-Ausstattung und welchen Preisen du rechnen kannst. Ganz allgemein ist aber bereits die gängige Ausstattung auf einem guten Niveau.

Dennoch gibt es natürlich große Unterschiede hinsichtlich Größe und Komfort der Plätze. Die Franzosen sind begeisterte Camper und verbringen die großen Ferien am liebsten im eigenen Land auf einem Campingplatz – und das gerne drei Wochen oder länger. Reiste die ganze Familie früher mit Auto und Zelt durch das Land, sind heutzutage vor allem Mobile Homes oder schicke Safari-Zelte auf den Campingplätzen angesagt, aber auch Wohnmobile und Camper haben in der Beliebtheit in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Da viele Franzosen gerne länger auf einem Campingplatz bleiben, gleichen manche von ihnen riesigen Feriendörfern mit großen Badelandschaften, allen erdenklichen Sportmöglichkeiten und Animationsprogrammen für Groß und Klein.

Neben diesen High-End-Plätzen gibt es aber natürlich auch normale bis kleine Campingplätze, die sich vor allem auf die Grundbedürfnisse von Campern eingerichtet haben. »Camping Municipal« heißen jene Stellplätze, die von den lokalen Gemeinden betrieben werden. Da man den Großteil dieser charmanten und preisgünstigen Campingplätze nicht vorab reservieren kann, sind sie besonders für spontane Pausen geeignet.

Wildes Campen hingegen ist in Frankreich generell verboten und wird teilweise mit hohen Geldstrafen geahndet. Häufig ist das Befahren von schönen Plätzen, z. B. direkt am Meer, für größere Campingbusse oder Wohnmobile gar nicht erst möglich, da mit Höhenbegrenzungen von maximal zwei Metern vorgesorgt wurde. Zusätzlich wird – besonders in den Sommermonaten! – auch gerne kontrolliert, und die französischen Beamten des Ordnungsamts verstehen dann meist wenig Spaß. Außerhalb der Saison werden manchmal aber beide Augen zugedrückt – dennoch empfehlen wir dir, es lieber nicht darauf anzulegen.

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Morgenkaffee bei Sonnenaufgang auf der Dune du Pilat

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Oben: Die wilde Küste bei Quiberon
Unten: Idyllischer Stellplatz an der Dordogne