Miriam und Peter Seisler

Mystische
Frauensagen

aus dem Odenwald

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Von weißen Frauen, edlen Fräulein und Schatzhüterinnen

Das Burgfräulein von Windeck

Die trauernde Jungfrau

Die weiße Frau in der Säugasse

Die weiße Frau vom Grundelbach

Die weiße Frau am „Kindelsbrunnen“

Die weiße Frau im Bickenbacher Schloss

Der Schatz im Auerbacher Schloss

Die weiße Frau vom Maiberg

Die weiße Frau auf der Starkenburg

Die Wiesenjungfrau

Der goldene Apfel

Die weiße Frau von Darmstadt

Die weiße Frau und die Witwe

Der Waldarbeiter und die weiße Frau von Lichtenklingen

Der Förster und die weiße Frau von Lichtenklingen

Die weiße Frau bei Mossau

Die weiße Frau von Schloss Lichtenberg

Die weiße Frau am Borstein

Die weiße Jungfrau von Ernsthofen

Das Edelfräulein von Rodenstein

Der Weißfrauenbrunnen

Die Jungfrau mit den Schlüsseln

Das weiße Fräulein von Breuberg

Das verwunschene Ritterfräulein

Die weiße Frau vom Brombacher Tal

Die drei Jungfrauen

Die weiße Frau zu Guttenberg

Die weiße Frau von der Wildenburg

Die weiße Frau am Walldürner Schloss

Die weiße Frau von Eberstadt

Die weiße Frau im Bödigheimer Schloss

Die schwarze Frau vom Geiersberg

Von den Wasserfräulein

Die Wasserjungfern vom Elzbach

Die Wasserjungfrauen im Rotbächle

Die Meerweiblein vom Marsbrunnen

Die Wasserfrääli von Götzingen

Die Wasserfräulein von Eberstadt

Die freundlichen Wasserfräulein

Die Wasserfräulein von Dallau

Von Wildweibchen, Waldfrauen und hilfreichen Geistern

Jetta

Vom Wildeleutehäusel

Das Wildfrauhaus

Die Essensholerin vom Eichelberg

Der Wildweibchenstein

Der Wildfrauenstein von Groß-Bieberau

Die wilde Frau vom Rindengrund

Die wilde Frau vom Katzenbuckel

Die Hulle Fraali

Das Hutzelfräle

Von Maria, Nonnen und heiligen Frauen

Die Nonnen von Dallau

Die Nonnen vom Gotthardsberg

Weiße und rote Rosen

Vom Kloster Steinbach bei Michelstadt

Notburga

Der Schatz der Nonnen

Die Nonnen vom Heiligenberg

Das Muttergottesbild von Neckarmühlbach

Maria von Lichtenklingen

Die Schneeberger Wallfahrt

Die Frankenmüllerskapelle

Die weiße Frau vom Haarlass

Von den Hexen

Hexerei in der Ungersmühle

Des Teufels Taktschlag

Die Hexe in Schweinsgestalt

Milch aus dem Handtuch

Eine Hexe wird bestraft

Hexenversammlungen bei Weinheim

Die Schlingwaldhexe

Der Heidelberger Hexenbiss

Eine Hexe erkennen

Ein Bursche wird gedrückt

Eine Milchhexe wird geprügelt

Das Hexenbuch von Reichelsheim

Die Hexe auf dem Mist

Eine Hexe in Hirschgestalt

Das Olfener Bild

Als Hexe gezeichnet

Von Mord- und Sühnekreuzen

Das Hebenkreuz

Der Brautstein

Das Steinkreuz am Müllerpfad

Das Bäckermädel

Die Rockenmagd

Literaturverzeichnis

Ortsverzeichnis

Vorwort

Warum sammeln wir Sagen?

Warum sammelt man überhaupt Dinge wie Münzen, Kunstgegenstände oder Antiquitäten? Weil wir uns an ihrer Schönheit erfreuen, ihren besonderen Wert erkennen oder weil sie uns helfen, uns an bedeutsame oder wundervolle Ereignisse zu erinnern.

Genau deshalb sammeln wir Sagen. Wir sind jedes Mal glücklich, wenn wir eine neue Geschichte mit besonders schönem oder außergewöhnlichem Inhalt entdecken und wir glauben fest daran, dass sie einen großen Wert für unsere regionale Kultur haben und uns helfen, die Erinnerung an längst vergangene Zeiten wach zu halten. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht dieses kulturelle Erbe vor dem Vergessen zu bewahren. Eine Aufgabe die uns große Freude bereitet.

Warum gerade Frauensagen?

Wenn wir mit unseren drei Söhnen unterwegs sind, erzählen wir ihnen oft spannende Geschichten, um ihre Motivation aufrecht zu halten und die Zeit bis zum Erreichen des Ziels zu verkürzen. Selbstverständlich braust da der Rodensteiner mit dem wilden Heer durch die Lüfte und es werden Vermutungen angestellt, wo man auf der Wildenburg vielleicht den Gral finden könnte. Besonders unser Jüngster liebt die Erzählungen von Siegfried, den Nibelungen, dem Drachenkampf und Hagens Mordtat an einer Odenwälder Quelle.

Aber auf dem Rückweg fragten wir uns oft: „Und wo sind die Frauen?“ So begann die Suche nach den weiblichen Sagengestalten des Odenwaldes. Und je länger wir suchten, desto zahlreicher tauchten sie auf. Die Wasserweiblein, die in den Quellen hausen, wilde Frauen, die sich ihre Heimstatt zwischen den Felsen gesucht hatten, Nonnen, Heilige und Maria selbst mit ihren Wundern und wundersamen Geschichten. Frauen an deren Schicksal Mord- und Sühnekreuze erinnern, Hexen und ihre Zauberkünste und natürlich die zahlreichen weißen Frauen, die den Menschen an vielen Orten im Odenwald erschienen sind.

Was steckt hinter den Sagen?

Oft werden wir gefragt, welche Bedeutung bestimmte Sagenmotive haben, welche Hintergründe oder historische Bezüge es zu den einzelnen Geschichten gibt oder welche besonderen Orte mit ihnen in Verbindung stehen. Deshalb haben wir jedem Kapitel mit einer Gruppe von Sagen eine kurze Einleitung vorangestellt, die einen kleinen Einblick in die mythologischen oder historischen Wurzeln der Erzählungen geben soll.

Leider fehlt uns in der heutigen Zeit oft die Gelegenheit die alten Sagen und Mythen mündlich weiterzugeben. Dieses Büchlein soll dazu beitragen, die vielleicht jahrhundertealten Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren. Viele Sagen ähneln einander, doch jede einzelne ist so besonders wie der Ort, an dem sie sich zutrug.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen,

Miriam und Peter Seisler

 

Am Borstein bei Lautertal, hier soll eine weiße Frau umgehen