Warnung vor Betrug

Das umfangreiche und wissenswerte Praxis-Fachbuch

 

 

Alfons Helius

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

 

Vorwort

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Diese einzigartige Enzyklopädie ist eine Erweiterung zu dem beliebten Alexa-Skill „Warnung vor Betrug“, den du auf Amazon kostenlos downloaden kannst. Gehe dazu einfach auf die Amazon-Webseite und gib in die Suchleiste „Warnung vor Betrug Skill“ ein. Durch diesen Skill erfährst du täglich die wichtigsten Meldungen zu den aktuellsten Betrugsmaschen. Für die perfekte Prävention ist es jedoch ebenso wichtig, über alle gängigen Betrugsarten bereits vorab informiert worden zu sein, da im „Warnung vor Betrug“-Skill nur die Betrugsfälle gemeldet werden, die gerade aktuell im Umlauf sind. Und genau aus diesem Grund wurde dieses ausführliche Betrugsschutz-Kompendium ins Leben gerufen.

Es füllt die wichtige Lücke zwischen aktuellen Betrugsmeldungen und reichhaltigem Basiswissen in Sachen Betrug. Der größte Vorteil für Betrüger ist die Unwissenheit der Menschen. Wir leben in einer hektischen und schnelllebigen Welt und müssen oft viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut bringen, und exakt darauf zielen die Ganoven ab. Unachtsamkeit, Leichtgläubigkeit und oftmals Naivität sind ein gefährlicher Cocktail, der verschlagenen Gaunern den Tag versüßt. Um den Kriminellen ihren betrügerischen Drink allerdings gehörig zu verwässern, müssen wir in jedem Fall auf der Höhe der Zeit sein und ihre Betrügereien erkennen, bevor es zu spät ist.

Ein wichtiger Bestandteil bei der Betrugsprävention ist es daher, sich Grundwissen anzueignen. Mit dieser Betrugsenzyklopädie baust du dir einen kontinuierlich stärker werdenden Schutzschild auf und sensibilisierst dich zugleich für das bedeutsame Thema, das uns immer häufiger unerwartet im Alltag überrascht. In diesem aufschlussreichen Betrugsschutz-Lexikon findest du haargenau dieses essenzielle Basiswissen und erhältst einen unglaublich breit gefächerten Einblick in die gängigsten Betrugsmaschen. Nur wenn du von dieser oder jener Betrugsart schon mal etwas gehört hast, kannst du dich dementsprechend auf diese einstellen und den Betrügern einen Schritt voraus sein.

Dabei ist dieses detaillierte Nachschlagewerk in umfangreiche Hauptkapitel aufgeteilt, die alle Arten von Betrugsfällen aus dem täglich aktualisierten „Warnung vor Betrug“-Skill lehrreich zusammenfassen und wiedergeben. Die Hauptkapitel verfügen wiederum über Unterkapitel, welche die facettenreichen Unterarten der jeweiligen Betrugsform aufzeigen und darlegen, wie man sich am besten vor diesen schützt.

Doch genug der langen Worte. Beginne noch heute mit deinem aktiven Präventivschutz gegen Betrug und verinnerliche das gelernte Wissen tief in deinem Gedächtnis, um für alle Eventualitäten geschützt und gut vorbereitet zu sein!

Gefährliche E-Mails und SMS

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Fangen wir mit einer der verbreitetsten Betrugsformen an, die uns oftmals im Alltag begegnen. Gefährliche E-Mails sind in den unterschiedlichsten Ausführungen vertreten. Laut Kaspersky (Anti-Viren-Software-Spezialist) ist Deutschland das Hauptziel Nummer eins für Spam-Mails. In keinem anderen Land terrorisieren so viele unerwünschte E-Mails die Bevölkerung wie in Deutschland. Wir sind also keinesfalls nur Exportweltmeister, sondern auch Spam-Weltmeister. O. k., Spaß beiseite, Exportweltmeister sind wir ja nur gelegentlich, aber den Titel Spam-Weltmeister werden wir wohl oder übel noch lange behalten.

Zum vierten Mal in Folge (seit 2015) erklimmt Deutschland das Podest, wenn es darum geht, mit Spam-Mails beglückt zu werden. Dabei stammten die meisten ungewollten E-Mails aus China, den USA sowie Deutschland selbst. Kaspersky analysierte hierbei über Jahre hinweg die Häufigkeit von Spam-Mails und stellte fest, dass vor allem die sehr gefahrvollen Phishing-Mails geradezu explodiert sind. Das Hauptangriffsziel der Phishing-Mails war dabei der Finanzsektor und somit das Online-Banking. Aus dieser Analyse können wir wichtige Schlüsse ziehen. Wir sind so stark von riskanten E-Mails bedroht wie keine andere Nation auf dem Planeten.

Daher müssen wir uns zu diesem heiklen Thema selbst weiterbilden und zu Spezialisten werden, die bedrohliche E-Mails bereits im Voraus erkennen. Denn Spam-Mails machen weltweit aktuell die Hälfte aller verschickten E-Mails aus und in Deutschland sind von 100 % versendeten E-Mails 70 % Spam-Mails. Das sollte dir zu denken geben und ein klares Signal für den Start in einen sensibleren und kritischeren Umgang mit deinen E-Mails sein. Mithilfe der folgenden Kapitel baust du dir genau diesen Schutzschild gegen gefährliche E-Mails auf und rüstest dich dadurch vor den zahlreichen Betrügern da draußen, die es auf dein Geld und deine sensiblen Daten abgesehen haben.

Spam-Mails

Bei Spam-Mails handelt es sich um die harmloseste Form der gefährlichen E-Mails. Diese E-Mails werden massenweise und meist wahllos unaufgefordert an Empfänger verschickt. Das übergeordnete Ziel von Spam-Mails besteht darin, kommerzielle Werbung an den Mann und die Frau zu bringen. Die Spammer (Werber) hoffen darauf, dass die Adressaten auf einen Link, ein Bild oder sogar einen QR-Code in der Spam-Mail klicken. Anschließend wird der Empfänger auf eine Produkt-Webseite (Affiliate) oder dubiose Shops weitergeleitet. Bei Affiliate-Netzwerken handelt es sich um internetbasierte Vertriebsarten, bei denen meistens ein Unternehmen seine Affiliates (Vertriebspartner) anhand von Provisionen entlohnt. Kauft z. B. der Adressat einer Spam-Mail tatsächlich über den Affiliate-Link ein Produkt, erhält der Werber eine Provision für den Kauf.

Damit sich die ganze Geschichte für die zweifelhaften Spammer jedoch lohnt, müssen Heerscharen an Empfängern weitergereicht werden, weil die Vergütungen in den meisten Fällen nicht besonders hoch sind. Auch riechen viele Empfänger den Braten und verfrachten die Spam-Mail dahin, wo sie am besten aufgehoben ist, in den virtuellen Mülleimer. Auf der anderen Seite gibt es unzählige fragwürdige Shops, die illegale Produkte (Plagiate, gefälschte Medikamente usw.) mithilfe von Spam-Mails verkaufen wollen. Diese Shops sind fast immer gesetzeswidrig und haben einen kriminellen Charakter und die Justizbehörden können sie nur schwer fassen. Sie benutzen raffinierte Tarnsoftware oder sind in Ländern tätig, in denen es keinen Sinn macht, einen Prozess zu starten, denn in kurzer Zeit würde dort schon der nächste Fake-Shop aus dem Boden gestampft.

Ein anderes Phänomen, welches im Zusammenhang mit Spam-Mails steht, sind die sogenannten Falschmeldungen, auch Hoax genannt. Diese haben oft keinen kommerziellen Bezug, sondern versuchen die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder die Bevölkerung zu verunsichern. Dabei sind die Falschmeldungen frei erfunden und werden oftmals nach dem Weiterleitungsprinzip verbreitet. Dies bedeutet, dass die Falschmeldung aktiv zur Weiterleitung angepriesen wird und sich dadurch wie ein Lauffeuer ausbreitet. Doch die häufigsten Hoaxes besitzen auch gefährlichere Wesenszüge. Im „Warnung vor Betrug“-Skill wurde z. B. einmal davon berichtet, dass Falschmeldungen von Lebensmittelvergiftungen im Umlauf waren.

Diese Hoaxes enthielten bedrohliche E-Mail-Anhänge, in denen Trojaner und Viren schlummerten. Falschmeldungen werden daher ebenfalls häufig zur Infizierung von Computern mittels Schadsoftware verwendet. Der größtenteils drastische Inhalt der Hoaxes lässt bei zahlreichen Menschen die Emotionen über den klaren Verstand siegen und ist somit ein guter Garant für hohe Öffnungsraten der risikobehafteten E-Mail-Anhänge. Spam-Mails sind dennoch in den meisten Fällen leicht zu erkennen, da sie willkürlich versendet werden und oft gar keinen wirklichen Bezug zum jeweiligen Adressaten aufweisen. Zudem haben sich Spam-Mails ganz schnell einen fragwürdigen Ruf aufgebaut, zumal die nervenden Werber natürlich jene Spam-Mails verschicken, die ihnen am meisten Geld in die Tasche spülen.

Und zu diesen gehören vor allem Themen aus dem erotischen Bereich. Jene Bereiche versprechen oft enorme Gewinnbeteiligungen und werden dementsprechend fleißig genutzt. Aber ebenso sind hochpreisige Produkte wie z. B. teure Fernseher bei den dubiosen Spammern beliebt. Je höher der Wert des beworbenen Produkts, desto beträchtlicher ist die Provision, die der Werber (Spammer) schlussendlich erhält. Dasselbe Spiel entdeckt man gleichermaßen bei den Spam-Mails der zwielichtigen Shops. In der Regel werden Viagra-Pillen oder gefälschte Markenprodukte angepriesen, die der Laie ebenfalls ohne Umstände entlarven sollte. „Wie kommen allerdings die Spammer überhaupt an unsere E-Mail-Adressen, um uns mit ihren freudigen Werbebotschaften zu beglücken?“, fragst du dich bestimmt.

Ein wichtiger Marktplatz, um an große Datenmengen von E-Mail-Adressen zu gelangen, ist das sogenannte Darknet. Das sind illegale Online-Plattformen, auf denen man so ziemlich jeden verbotenen Firlefanz erwerben kann, wenn man das nötige Kleingeld mitbringt. Und für E-Mail-Adressen müssen die Spammer im Darknet unter keinen Umständen tief in den Geldbeutel greifen. Es ist für sie daher enorm leicht, rasch an sehr viele E-Mail-Adressen zu gelangen. Für uns wiederum ist dieser Umstand natürlich keineswegs so lustig. Erstens hat niemand das Bedürfnis nach nervigen Spam-Mails, die den virtuellen Postkasten überlasten und regelrecht blockieren. Zweitens kann es negative Folgen nach sich ziehen, wenn unsere E-Mail-Adressen in die falschen Hände geraten.

Der sorglose Umgang mit E-Mail-Adressen ist hierbei ein Garant für den Erfolg der Spammer. Anstelle einer Ausnahme ist es vielmehr die Regel, dass viele Bürger eine einzige E-Mail-Adresse für alle ihre Online-Aktivitäten verwenden, ohne sich über die daraus resultierenden Konsequenzen ernsthaft Gedanken zu machen. Je mehr über eine einzige E-Mail-Adresse läuft, desto mehr Schaden können die Kriminellen anrichten. Hat man z. B. nur eine E-Mail-Adresse für alle seine Shop-Anmeldungen und Bankgeschäfte angegeben, brauchen die Betrüger nur noch die jeweiligen Konto-Passwörter, um große finanzielle Verluste zu verursachen. Ist dann außerdem womöglich das Passwort überall identisch, ist der Super-GAU eigentlich schon vorprogrammiert.

Weiterhin kommen die Spammer anhand bloßen Ratens an einen hohen Datensatz an Adressen, da viele E-Mail-Adressen, bei denen die Ganoven ihr Glück versuchen, einfach nur aus einem Standardnachnamen bestehen. Hierzu gibt es ausgeklügelte Programme, die den Spammern das Leben erleichtern und beim E-Mail-Raten besonders behilflich sind. Eine andere Methode, um an raue Mengen von E-Mail-Adressen zu gelangen, sind Gewinnspiele von Datensammlern. Diese verkaufen ihre Datensätze dann einfach an die fragwürdigen Werber weiter, die wiederum uns mit nerviger Spam-Werbung beglücken. Genauso geraten Spammer dank sogenannter Harvester (Erntemaschinen) an enorme Mengen von E-Mail-Adressen. Das sind im Allgemeinen Softwareprogramme, die darauf spezialisiert sind, Webseiten nach E-Mail-Adressen zu durchsuchen.

Angesteuert werden hierbei vor allem die Impressen, Foren und Gästebücher von Internetseiten. Eine andere beliebte Taktik der gerissenen Werber ist es, besondere Gegebenheiten und Ereignisse aufzugreifen und auszunutzen. Wenn wieder eine Weltmeisterschaft oder der Valentinstag vor der Haustür steht, sind die Spammer zur Stelle. Die Kombination aus Aktualität und Nachfrage lässt bei den unseriösen Werbern gehörig die Kasse klingeln. Nehmen wir z. B. die erwähnte Weltmeisterschaft und den Valentinstag: Raffinierte Spammer haben solch bedeutende Events dick und fett in ihren Kalendern notiert und erstellen eigens für diese umfangreiche Spam-Mail-Kampagnen.

Jeder weiß, dass in Zeiten von Weltmeisterschaften die Fernsehverkäufe explodieren und an Valentinstagen die Blumenläden ins Schwitzen kommen. Und genau danach richten sich die Werber, um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Es gibt jedoch noch zahlreiche weitere bedeutsame Anlässe, die über das ganze Jahr verteilt sind (Ostern, Weihnachten usw.), an denen eifrig Spam gestreut werden kann. Die Kaufbereitschaft und das Klicken auf einen Link sind zu solch außergewöhnlichen Zeiten besonders hoch, weshalb die Spammer sich extra viel Mühe geben. Es gibt zudem keinesfalls nur fiese Werber, die im Verborgenen agieren, sondern ebenso dubiose Unternehmen, die das Gesetz der unerlaubten Werbung missachten und trotzdem lästige Reklame in Form von Spam per E-Mail und Briefpost versenden.

In solchen Fällen haben wir einen größeren Handlungsspielraum, zumal diese Konzerne greifbar sind und für ihre gesetzwidrigen Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden können. Was sollten wir also nun tun, um den Spammern und zwielichtigen Firmen das Leben so schwer wie möglich zu machen? Dies erfährst du im nächsten Schutz-Kapitel!

Schutz vor Spam-Mails

Spam-Mails scheinen ein Relikt aus längst vergangenen Tagen zu sein. Sie sind so alt wie die E-Mail selbst und werden von dem einen oder anderen nur noch belächelt. Dass man diesen Fehler keineswegs zweimal machen sollte, beweist das vorangegangene Kapitel ausführlich und umfassend.

 

- Wir sollten die gute alte Spam-Mail daher auch heute noch besonders ernst nehmen, indem wir folgende Schutzmaßnahmen und Merkmale verinnerlichen, um auf keine Spam-Mails hereinzufallen:

 

- Als Erstes sollten wir realisieren, dass die Spammer (Werber) heutzutage keinesfalls mehr im Schlaraffenland leben wie früher. Die großen E-Mail-Anbieter, über die der ganze elektronische Schriftverkehr geregelt wird, haben massiv aufgerüstet und mit den sogenannten Spam-Filtern der Spammer-Szene einen harten Schlag versetzt. Dabei filtern sie vollautomatisch die unliebsamen E-Mails heraus, sodass wir sie erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Dieses Verfahren funktioniert ziemlich gut, da die Algorithmen der großen E-Mail-Anbieter immer präziser werden und Spam-Mails dadurch schneller und besser lokalisieren.

 

- Falls doch einmal eine Spam-Mail durchrutschen sollte, kann man in den meisten Fällen selbst Hand anlegen und diese dann in den Junk-Ordner (Müll-Ordner) verschieben. Jedes gute E-Mail-Programm verfügt über solch eine Blockierungsmöglichkeit und merkt sich anschließend den Absender der Spam-Mail, weshalb man oft nie wieder etwas von diesem hört. Zudem gibt man dem E-Mail-Anbieter einen wichtigen Hinweis darauf, dass es sich bei der jeweiligen E-Mail um Spam handelt. Der E-Mail-Anbieter nimmt den Spammer nach einer Prüfung daraufhin in seine Datenbank auf. Somit schützt man keinesfalls nur sich selbst, sondern ebenso die Allgemeinheit vor lästiger Werbung.

 

- Um es allerdings überhaupt nicht so weit kommen zu lassen, solltest du die erste goldene Grundregel verinnerlichen:

 

- Gehe zu jeder Zeit sehr sparsam mit deinen persönlichen und sensiblen Daten um!

 

- Dazu gehört ebenfalls deine E-Mail-Adresse. Je weniger du diese in Umlauf bringst, desto geringer ist das Risiko, dass sie in die falschen Hände gelangt. Aber Moment mal, so unkompliziert ist die ganze Geschichte auch wieder nicht. Ohne die Angabe von E-Mail-Adressen geht heute online so gut wie gar nichts. Ob eine Anmeldung in einem Forum oder Shop, für alles muss die E-Mail-Adresse herhalten. Und hier kommen wir zum springenden Punkt.

 

- Wir haben ja die Möglichkeit, uns bequem mehrere E-Mail-Adressen zu erstellen. Dabei erzeugen wir uns eine E-Mail-Adresse, die wir nur für die bedeutsamsten Dienste benutzen. Das ist in diesem Fall sozusagen unsere „seriöse“ E-Mail-Adresse. Fertige hierbei am besten E-Mail-Adressen an, die keineswegs auf deinen echten Namen zurückzuführen sind. Wähle daher lieber etwas allgemeinere Adressnamen oder Pseudonyme. Noch besser wäre es natürlich, wenn wir für jeden einzelnen wichtigen Dienst (wie z. B. Online-Banking oder einen Shop) eine eigenständige E-Mail-Adresse anfertigen und somit zwei getrennte Kommunikationsströme aufbauen.

Wie wir weiter oben gelesen haben, machen wir es Bauernfängern ziemlich leicht, falls wir stets dieselbe E-Mail-Adresse und dasselbe Kennwort zur Anmeldung in jedem Online-Dienst verwenden. Wenn die Betrüger es schaffen, die dazugehörenden Konten zu knacken, erlangen sie dadurch uneingeschränkten Zugang zu unseren wichtigsten Online-Diensten (Bank, Shops, Nachrichtendienst usw.) und können anschließend auf unsere Kosten shoppen gehen, in unserem Namen Unsinn verbreiten oder gar unser Bankkonto leer räumen.

 

- Wenn wir jedoch verschiedene E-Mail-Adressen mit starken Passwörtern kombinieren, sieht die Sache schon ganz anders aus. Die Kriminellen müssen schließlich für jede E-Mail-Adresse und für jedes Passwort ihre Geschütze auffahren, was konsequenterweise einen enormen Mehraufwand verursacht. Durch die besonders sparsame Herausgabe der E-Mail-Adresse kann diese nur durch einen direkten Hack auf einen Shop, Nachrichtendienst oder die Bank ermittelt werden.

Diesen Super-GAU müssen im Anschluss daran jedoch die entsprechenden Konzerne ausbaden und auf gar keinen Fall wir. Was unternehmen wir aber nun, falls wir uns bei eher unwichtigeren Diensten anmelden wollen, bei denen wir vermuten, dass unsere E-Mail-Adresse in die Finger von Spammern geraten könnte? Wir erschaffen uns genau hierfür eine Extra-E-Mail-Adresse, die wir, salopp gesagt, nur für diese „unwichtigen“ Dienste benutzen. Das können z. B. Anmeldungen in Foren oder für Newsletter sein.

 

- Eine immer beliebtere Art, um schnell an eine E-Mail-Adresse zu gelangen, sind die sogenannten Wegwerf-E-Mails, die man in Windeseile anfertigen lassen kann, um sich anschließend auf den jeweiligen Webseiten zu registrieren, bei denen man sich nicht so sicher ist. Gib dafür einfach auf Google „Wegwerf-E-Mail“ ein und du erhältst eine Menge Anbieter, die dir diesen Dienst rasch und unkompliziert zur Verfügung stellen. Bei manchen Anmeldungen verursachen die Wegwerf-E-Mails allerdings einen gegenteiligen Effekt, da sie nicht anerkannt werden und nach einer richtigen E-Mail-Adresse verlangt wird. Das kommt aber eher selten vor, weswegen Wegwerf-E-Mails eine ausgezeichnete Option darstellen, um ruckzuck und bequem eine Anmeldung auf Internetseiten durchzuführen, auf denen man nichts Wichtiges vornehmen will.

 

- Ein weiterer bedeutender Punkt in Bezug auf Spam-Mails ist, dass du niemals auf diese antworten solltest. Die Spammer raten oft voll automatisiert nach E-Mail-Adressen und wissen bei einer Antwort über deren Existenzen Bescheid, wodurch sie ihre Bemühungen daraufhin intensivieren.

 

- Ebenfalls ist es heutzutage sehr simpel, den Absender einer E-Mail zu fälschen. Der Spammer gibt sich in der Folge als Freund aus und versucht das Opfer so um den Finger zu wickeln, weshalb man jederzeit seine E-Mails aufmerksam betrachten und bei den geringsten untypischen Merkmalen sofort hellhörig werden sollte.

 

- Verfügst du über eine Webseite oder hast sonst irgendwo im Internet deine persönlichen Daten hinterlegt (Stichwort: Impressum), solltest du diese verschlüsseln und sie von den großen Webcrawlern schon von vornherein in keiner Weise indizieren lassen. Dazu stehen im Internet massenweise wirkungsvolle Anleitungen bereit. Tippe bei Google einfach „Impressum schützen“ ein und du erhältst eine Menge hilfreiche Erläuterungen zur Vorgehensweise. Zu beachten ist allerdings hierbei, dass es sogar bereits Harvester (E-Mail-Erntemaschinen) gibt, die solche Verschleierungen und Verschlüsselungen erkennen und trotzdem an die sensiblen Daten kommen. Vor den nicht so ausgereiften Harvestern hat man aber dennoch fortan einen gewissen Schutz, wenn man seine diskreten Webseiten niemals auf den Index setzen lässt.

 

- Am wichtigsten ist es jedoch, stets auf seinen gesunden Menschenverstand zu vertrauen. Niemand ist davor gefeit, weswegen irgendwann bei jedem eine Spam-Mail in den virtuellen Briefkasten flattern wird, ob man will oder nicht. Der springende Punkt besteht schließlich darin, die Spam-Mails sofort als solche zu identifizieren und einzuordnen.

 

- Schauen wir uns deshalb zusammenfassend noch mal alle Merkmale einer Spam-Mail an, um diese dementsprechend einschätzen und unser Wissen weiter festigen zu können:

 

- Spam-Mails weisen meist reißerische Betreffs auf, die zum Öffnen der Spam-Mail verleiten sollen.

 

- Im Mittelpunkt der Spam-Mails stehen stets Produkte und Werbung, die an den Mann oder die Frau gebracht werden sollen.

 

- Spam-Mails verfügen in den häufigsten Fällen über Affiliate-Links, Bilder oder QR-Codes, die auf eine Webseite weiterleiten.

 

- Spam-Mails haben oftmals keinen Bezug zum E-Mail-Empfänger und werden wahllos versendet.

 

- Spam-Mails zielen oft auf eine Interaktion des Empfängers ab, um zu überprüfen, ob die E-Mail-Adresse überhaupt existiert.

 

- Dies waren jetzt die präventiven Maßnahmen gegen Spam, die uns erst gar nicht in die Lage versetzen, uns mit solch einer nervigen und digitalen Post herumschlagen zu müssen. Doch was tun wir, falls unsere E-Mail-Adresse oder Anschrift bereits in den Fängen von Spammern gelandet ist und sie uns nun mit virtueller und echter Werbung im Briefkasten terrorisieren?

 

- Für den Fall, dass die Spammer kriminell agieren und Verschleierungsmethoden anwenden, wird es ziemlich schwierig, diese zu belangen und vom Senden der Spam-Mails abzuhalten. Unter solch einem Umstand hilft nur, jede Spam-Mail als Junk (Müll) im E-Mail-Programm zu kennzeichnen und den Absender damit zu blockieren.

 

- Eine drastischere Methode ist es, die „verseuchte“ E-Mail-Adresse zu löschen und keineswegs mehr zu verwenden. Man sollte sich anschließend einfach eine neue, seriöse E-Mail-Adresse erstellen, die man nur für die wichtigsten Online-Dienste nutzt, und die alte E-Mail-Adresse höchstens für die unwichtigsten Angelegenheiten weiter benutzen.

 

- In diesem Zusammenhang sollten wir uns ebenfalls intensiver mit unserem E-Mail-Management auseinandersetzen und verschiedene Blickwinkel betrachten. Auf der einen Seite besitzen viele Bürger nur eine E-Mail-Adresse, die sie für alle ihre Online-Angelegenheiten in Beschlag nehmen. Auf der anderen Seite gibt es genügend Bürger, die über Dutzende von E-Mail-Adressen verfügen, welche sie gar nicht mehr nutzen. Das Problem an dieser Geschichte ist allerdings, dass die meisten der ungenutzten E-Mail-Adressen immer noch mit Online-Konten (Shops oder Banken) verbunden sind und sich daraus dramatische Konsequenzen entwickeln können.

Etliche Bürger wissen nämlich mitnichten, dass diese nicht genutzten E-Mail-Adressen von einigen E-Mail-Anbietern wieder freigegeben werden können. Das Problem besteht nun darin, dass Betrüger ebenso davon Wind bekommen haben und mithilfe der veralteten E-Mail-Adressen Zugang zu Online-Konten jeglicher Art erhalten können. Sie übernehmen daraufhin mühelos die alte E-Mail-Adresse des Opfers und setzen mit dieser das Passwort des entsprechenden Kontos zurück, wodurch es gekapert werden kann. Um diesem Risiko zu entgehen, solltest du in allen deinen Online-Konten veraltete E-Mail Adressen löschen und anstelle von diesen aktuelle verwenden.

 

- Des Weiteren ist es ratsam, Online-Konten zu eliminieren, die du sowieso nicht mehr in Gebrauch hast. Somit entfällt im Übrigen das lästige Aktualisieren der E-Mail-Adresse. Falls du aber unbedingt deine alte E-Mail-Adresse behalten willst, solltest du ab und zu mit dieser E-Mails versenden, damit die E-Mail-Anbieter registrieren, dass die E-Mail-Adresse weiterhin aktiv ist und keineswegs neu vergeben werden kann.

Werbeterroristen austricksen

Was ist eigentlich, wenn der Spammer (Werber) ein greifbares Unternehmen ist, dass einfach nur seine gesetzlichen Grenzen ausloten will und einen trotz nicht erlaubter Einwilligung mit Werbung erfreut? In diesem Fall können wir eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um uns vor dem Spam im virtuellen und im echten Briefkasten zu wehren. Dazu habe ich einen Erfahrungsbericht von mir selbst verfasst, der in einem der zahlreichen „Spezialthemen zum Wochenende“ aus dem „Warnung vor Betrug“-Skill veröffentlicht wurde und dir nun aufzeigt, wie du am besten gegen lästige Firmen vorgehst, welche unerlaubte Post senden:

Wir alle wachsen mit ihr auf und alles um uns herum ist von bunter, flackernder Werbung geprägt. Sie wirkt alltäglich und vermittelt den Eindruck, ein Teil unseres Lebens zu sein. Mir ging die lästige Reklame, die in regelmäßigen Abständen in den Postkasten flatterte, schon lange Zeit gehörig auf die Nerven. Mich ärgerte zum einen die unnötige Umweltverschmutzung, weil die ermüdende Spam-Post sowieso vom Briefkasten direkt in die Tonne flog. Zum anderen erzürnte mich die unrechtmäßige Zusendung von Werbung, die ich in keiner Weise angefordert hatte und die obendrein noch ein kurioses Licht auf mich warf. So bekam ich eines Tages Reklame über Prostata-Wundermittel, die ich keineswegs bestellt hatte. Meinen Postboten amüsierte dieser Umstand und er erlaubte sich einen Scherz über die dubiose Werbeanzeige, über den wir beide herzhaft lachten. Trotzdem besaß die ganze Angelegenheit auf die eine oder andere Weise einen faden Beigeschmack.

Ich fragte mich, wie solch eine zwielichtige Firma an meine Daten geraten konnte, und bemühte die in Deutschland für derlei Fälle vorgesehene Auskunftspflicht. Infolgedessen erhielt ich ein fein säuberliches Schreiben von der anrüchigen Firma, in dem mir der Datenhändler präsentiert wurde, der irgendwie an meine Adresse gelangt war. Es war eine Werbeagentur, die auf Werbe-Terrorismus spezialisiert war, wie ich mithilfe einer Internet-Recherche herausfand. Daraufhin machte ich mir auch in diesem Falle die Mühe und setzte ein Schriftstück auf, in dem ich mit Nachdruck auf der Löschung meiner Daten bestand. Nun hatte ich zunächst wieder Ruhe vor den aufdringlichen Plagegeistern. Was mich jedoch maßlos aufregte, war der Verlust an Geld und Zeit, welche ich aufbringen musste, um diese Werbe-Nervensägen loszuwerden. Ich musste einen Brief aufsetzen, Porto bezahlen und außerdem noch zur Post. Und nur aus dem Grund, weil irgendein unseriöses Unternehmen auf irgendeine Art und Weise an meine Anschrift gelangt war.

„Ja, wieso hast du dann nicht einfach eine E-Mail verfasst, um die Kosten zu sparen!“, kann ich dich rufen hören. Das tat ich natürlich, erhielt allerdings nie eine Antwort, wohingegen ein aussagekräftiges Einschreiben Regungen bei der ominösen Firma zeigte. Zur damaligen Zeit war es mit dem Datenschutz noch keineswegs so weit her, weshalb sich die unseriösen Firmen erst bemühten, wenn man der ganzen Geschichte mehr „Ausdruckskraft“ verlieh. Heute würde man aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) mit Sicherheit genauso schnell per E-Mail eine Auskunft erwirken, da die Datenschutzregelungen massiv verstärkt wurden. Aus diesem Erlebnis schlussfolgerte ich andererseits, dass ich zu schlampig mit meinen persönlichen Daten umgegangen war und diese dadurch in die falschen Hände geraten sein mussten.

Zu jener Zeit ging ich ziemlich schludrig mit meiner Adresse um und entwickelte erst anhand der negativen Erfahrungen einen immer sensibleren und kritischeren Umgang mit meinen privaten Daten. Dies spielte sich vor Jahren ab und seitdem bekam ich nur noch sehr selten bis gar keine Werbung mehr. „Doch wie stellt man die plötzliche Reduzierung der Spam-Reklame in seinem Briefkasten an“, fragst du dich bestimmt. Nach der kleinen Odyssee mit der Prostata-Werbung machte ich mich auf die Suche nach einer präventiven Lösung, um zukünftige Werbe-Terroristen schon im Voraus zu blockieren. Durch ein paar Recherchen im Internet stieß ich anschließend auf die geniale Robinsonliste. Bei dieser besonderen Liste handelt es sich um eine gemeinnützige Einrichtung, die sich das Ziel gesetzt hat, Bürger vor ungewollter Werbung zu schützen.

Hier wird Bürgern die Möglichkeit geboten, sich kostenfrei in eine Schutzliste einzutragen. Die hinterlegten Einträge können infolgedessen von Firmen zum verschlüsselten Abgleich gegen ihre Versand- bzw. Werbelisten genutzt werden, um unerwünschte Kontaktdaten zu löschen. „Wie genial ist das denn!“, dachte ich mir damals und trug mich vor Jahren in die einzigartige Liste ein. Dies ging zu jener Zeit nur postalisch vonstatten. Heute kannst du die Anmeldung in Minutenschnelle online bewerkstelligen. Dafür gehst du einfach auf „www.robinsonliste.de“, eröffnest ein Schutz-Konto und kannst dich im Anschluss über weniger Werbung im Briefkasten freuen. Du ersparst dir dadurch Zeit, Geld und hast alle Daten sauber in deinem Online-Schutzkonto, auf das du jederzeit zugreifen kannst.

Dabei weist die Robinsonliste darauf hin, dass auch sie keinesfalls in der Lage ist, alle Werbe-Terroristen zu blocken, da nur seriöse Konzerne die Liste berücksichtigen. Aus langjähriger Erfahrung kann ich dir aber berichten, dass ich, seitdem ich mich in diese Liste eingeschrieben habe und sensibel mit meinen Daten umgegangen bin, quasi keine ungebetene Werbung mehr erhielt. Die Robinsonliste ist dabei vollkommen kostenlos und eine der wenigen nützlichen Hilfen für den Bürger. Falls du weitere Fragen zur Robinsonliste hast, kannst du auf deren Webseite im „Frage- und Antworten-Bereich“ nachschauen, welcher sehr übersichtlich und informativ gestaltet ist. Dank der Robinsonliste wirst du im Übrigen ebenso vor virtueller ungewollter Post geschützt. Doch auch hier reicht der Schutz nur bis zu den seriösen Unternehmen, die in der Robinsonliste vertreten sind.

Alles darüber hinaus sollten unsere Schutzmaßnahmen vor Spam-Mails, die wir im vorherigen Schutz-Kapitel gelernt haben, und die Auskunftspflicht-Methode (Konzern anschreiben, Auskunft erlangen, Daten löschen lassen) abblocken. Die Kombination aus diesen beiden mächtigen Schutzbausteinen verschafft dir ein erholsameres Leben, indem du keinesfalls andauernd mit anstrengendem Spam und Werbung konfrontiert wirst. Verinnerliche daher das Gelernte und wende es immer wieder an, damit es zu einem festen Bestandteil in deinem Alltag wird und dich somit optimal schützt.

Fake-Gewinnspiel-Mails

Kommen wir zur nächsten, eher ungefährlichen Fake-Mail-Art. Bei Fake-Gewinnspiel-Mails handelt es sich genau genommen ebenfalls um Spam, welcher jedoch noch einen Schritt weiter geht. Bei Spam-Mails versuchen uns die Werber Produkte anzudrehen, um anschließend eine Provision dafür zu kassieren. Bei Fake-Gewinnspiel-Mails sieht es etwas anders aus. Mit diesen probieren Betrüger durch verlockende Gewinnspiele an die Adressen von potenziellen Opfern zu gelangen, die schließlich wiederum an Werbefirmen verschachert werden. Fake-Gewinnspiele werden deshalb vor allem von Datensammlern ins Leben gerufen und sind oft ähnlich aufgebaut.

Im Mittelpunkt steht ein attraktiver Preis (z. B. Markenklamotten, Elektronik), den man abstauben kann. In den meisten Fällen enthalten Fake-Gewinnspiel-Mails einen Link, welcher auf eine Webseite leitet, auf der schon Fragespiele oder Umfragen warten. Nimmt man im Anschluss an diesen teil, gerät man auf eine Internetseite, die für das Abgreifen der sensiblen Adressdaten zuständig ist. Das Ende vom Lied ist jedoch kein Traumgewinn. In den darauf folgenden Tagen erlebt das Opfer sein blaues Wunder und wird von aufdringlicher Werbung im Briefkasten sowie am Telefonhörer belästigt. Die Datensammler beschränken sich hierbei keineswegs nur auf selbst ausgedachte Fake-Gewinnspiele, sondern missbrauchen häufig seriöse Unternehmen, um ihre Glaubwürdigkeit zu steigern.

Hierzu werden des Öfteren Fake-Mails im Namen von Discountern, Elektronikmärkten, Lebensmittel-, Sportartikelfirmen, Autoherstellern und unzähligen Weiteren erstellt, um das Opfer in die Irre zu führen. Diese Fake-Gewinnspiel-Mails lenken danach über einen Link auf eine meist gut gestaltete Webseite, die der originalen Internetseite des missbrauchten Unternehmens zum Verwechseln ähnlich sieht. Sehr gerne werden die Logos von den Firmen kopiert oder gar die gesamte Webseite nachgebildet. Das Ziel ist, bei dem Opfer das Misstrauen abzubauen und das Vertrauen aufzubauen. Und dies klappt am besten mit Konzernen, denen wir trauen und im täglichen Umfeld häufig begegnen. Die Datensammler oder besser gesagt Gauner drehen also wieder mal gekonnt an unserer Emotionsschraube.

Denn beim Betrug geht es fast immer darum, die Emotionen der Opfer zu manipulieren und zugunsten der Ganoven auszunutzen. Doch das ist noch lange nicht alles. Bei Fake-Gewinnspiel-Mails kommt eine weitere Praktik hinzu, die Datensammler größtenteils anwenden. Sie benutzen hierbei die Kettenbrief-Methode, mit der das gefälschte Gewinnspiel viral gehen soll. Eine ziemlich clevere Vorgehensweise, welche die Kriminellen einsetzen und die folgendermaßen vonstattengeht: Wenn man das erwähnte Fragespiel oder die Umfrage absolviert hat, muss man im nächsten Schritt seine Adresse eingeben, um den angeblichen Gewinn zu erhalten. Das ist aber keinesfalls die einzige Bedingung, die die Datensammler stellen. Sie wollen das Opfer dazu bringen, das Fake-Gewinnspiel an so viele Menschen wie möglich weiterzuleiten.

Dazu werden von den Datensammlern Links und Buttons (Schaltflächen) für die sozialen Medien auf der Fake-Gewinnspiel-Webseite zur Verfügung gestellt. Mit deren Hilfe können die Opfer anschließend unkompliziert Freunde und Verwandte über das „tolle“ Fake-Gewinnspiel informieren. Fallen diese auch auf den Schwindel herein, breitet sich das betrügerische Gewinnspiel wie ein Lauffeuer aus. Die großen Nutznießer sind am Schluss die ominösen Datensammler. Sie haben die Adresse vom Leidtragenden einkassiert, welche sie gewinnbringend an Werbefirmen verhökern. Zudem lassen die Ganoven die Opfer sogar weiterhin für sie arbeiten, indem diese artig das Fake-Gewinnspiel weiterreichen. „Besser geht es ja gar nicht mehr für die Bauernfänger!“, könnte man meinen.

Fake-Gewinnspiele laufen dabei in der Regel immer gleich ab. Als Erstes soll man auf die omnipräsenten Bestätigungsknöpfe klicken, um sich den scheinbaren Gewinn zu reservieren. Unter dem Fake-Gewinnspiel wird man daraufhin mit gefälschten Erfahrungsberichten von mutmaßlichen Gewinnspielteilnehmern überhäuft, die natürlich schon ihren Preis bekommen haben und nun total aus dem Häuschen sind. Alles mit Bildern anschaulich untermalt, um die vorgegaukelte Echtheit zu bestätigen. Im nächsten Schritt wird es jedoch gefährlich. Denn neben der Adresseingabe ist es gar nicht mal so selten, dass das Opfer ebenfalls bei einer sogenannten Premiumrufnummer anrufen soll, um weitere Gewinnspielfragen zu beantworten. Bei dieser dubiosen Rufnummer handelt es sich allerdings oftmals um teure 0900-Servicenummern, die jede Minute die Telefonrechnung in die Höhe treiben.

Ziel der Hochstapler ist daher, das Opfer mit Gewinnspielfragen zu bombardieren, um es so lange wie möglich in der Telefonleitung zu halten. Je länger, desto besser ist die Devise, weil dann erst so richtig die Münzen sprudeln. Wie sollten wir jetzt vorgehen, damit deine sensiblen Daten und dein hart erarbeitetes Geld schön bei dir bleiben und unter keinen Umständen in die Fänge der skrupellosen Datensammler geraten? Das erfährst du nun im folgenden Schutz-Kapitel.

Schutz vor Fake-Gewinnspiel-Mails

Fake-Gewinnspiele sind doppelt gefährlich und können neben finanziellen Einbußen gleichermaßen Werbe-Terroristen anziehen wie das Licht die Motten. Um den betrügerischen Datensammlern einen Schritt voraus zu sein, solltest du folgende Schutzmaßnahmen verinnerlichen:

 

- Beachte bei dubiosen Gewinnspielen ebenfalls die goldene Grundregel:

 

- Gehe besonders sparsam mit deinen sensiblen Daten um.

 

- Auch im Falle der Fake-Gewinnspiel-Mails gelangen die Datensammler angesichts der leichtsinnigen Handhabung von diskreten Daten genau an diese. Die Stichwörter „Darknet, Harvester, Erraten-Methode“ aus dem Spam-Mail-Kapitel spielen hier wieder eine wichtige Rolle. Doch ist es gar nicht mal so schlimm, falls du eine Fake-Gewinnspiel-Mail auf deine hoffentlich extra dafür erstellte „unwichtige“ E-Mail-Adresse erhältst.

 

- Unter keinen Umständen ist es jedoch prickelnd, wenn du die Fake-Gewinnspiel-Mail nicht als solche erkennst, an dem Gewinnspiel teilnimmst und es zum Schluss obendrein noch an weitere Menschen weiterleitest, die dir etwas bedeuten. Um diesem Fiasko aus dem Weg zu gehen, musst du Folgendes beherzigen: „Im Leben gibt es nichts geschenkt!“ Und das trifft bei Fake-Gewinnspielen und sogar bei seriösen Gewinnspielen immer zu. Niemand hat irgendwas zu verschenken und jedes Gewinnspiel profitiert dank Dateneinsammlungen am Ende des Tages, wie im Casino die Bank.

 

- Ein wichtiges Merkmal bei Fake-Gewinnspiel-Mails sind die meist verlockenden Preise und der daraus entstehende Gier-Faktor. Ein teures Smartphone zu gewinnen, das wäre doch was ganz Feines! Dabei ist es gar nicht so selten, dass seriöse Unternehmen exakt solche Gewinnspiele erstellen, um an neue Kunden zu gelangen oder auf „ehrlichem“ Weg selbst Daten abzugreifen.

 

- Die Betrüger hingegen zielen bewusst auf unsere mentale Schwäche (Gier) ab und treffen dabei oft einen wunden Punkt. Wird anschließend noch eine Verknappung im Gewinnspiel eingebaut, bekommt der ein oder andere Schnappatmung und gibt, ohne vorher nachzudenken, seine sensiblen Daten weiter. Bei einer Verknappung handelt es sich um eine im Handel vielmals angewendete Taktik, bei der suggeriert wird, dass das Produkt „XY“ nur noch in geringen Stückzahlen zur Verfügung steht, um den Absatz zu steigern. Und hierbei kommen wir zur zweiten goldenen Grundregel:

 

- Behalte jederzeit einen klaren Kopf und lasse dich beim Thema Daten und Geld niemals von deinen Emotionen leiten!

 

- Halte einen Moment inne, am besten über mehrere Stunden oder die Nacht, um deine Entscheidungen bei wichtigen Daten- oder Geldfragen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und somit voreilige Entschlüsse zu verhindern.

 

- Bei Fake-Gewinnspielen ist dies kein bisschen anders, zumal wir grundlegende Merkmale anhand einer Fake-Gewinnspiel-Mail erkennen können:

 

1. Fake-Gewinnspiel-Mails sind zwar manchmal gut gemacht, doch enthalten diese stets Anzeichen für eine Täuschung. Derlei Vorzeichen sind Rechtschreib- und Grammatikfehler. Kein glaubwürdiger Konzern der Welt kann sich solche Ausrutscher im öffentlichen Auftreten leisten und hat keineswegs umsonst eine Armada an gut bezahlten Fachleuten, die akkurat jene Fehler entdecken und ausmerzen.

 

2. Man kann Fake-Gewinnspiel-Mails schnell an der Kopfzeile der E-Mail identifizieren. Dort steht der Absender und dieser hat meist nicht das Geringste mit dem vertrauenswürdigen Unternehmen zu tun, in dessen Namen das Fake-Gewinnspiel propagiert wird. Nehmen wir mal an, ein windiger Datensammler will ein neues Fake-Gewinnspiel aufsetzen und hat sich dabei die Firma „Max Mustermann“ auserkoren, um potenzielle Opfer zu täuschen.

Da das seriöse Unternehmen jedoch schon die E-Mail-Adresse @max-mustermann.de besitzt, ist diese für den diebischen Bauernfänger blockiert. Er muss sich daher eine eigene E-Mail-Adresse ausdenken, um seinen Betrug durchzuziehen. Die professionellen Gauner versuchen daraufhin die E-Mail-Adresse von max-mustermann.de so präzise wie möglich zu kopieren, indem sie einfach ein Zeichen weglassen oder ein anderes hinzufügen. Schauen wir uns z. B. diese Schreibweisen an: max-musterman.de / max.mustermann.de.

 

- Dem aufmerksamen Betrachter fällt sofort auf, dass beim ersten Beispiel ein „N“ bei „mustermann“ entfernt und beim zweiten Exempel anstelle des Bindestrichs ein Punkt verwendet wurde. Befinden wir uns im Alltagstrott, übersehen wir solcherlei Warnsignale ganz schnell oder schauen sie erst gar nicht an.

 

- Wichtig ist es also, die Kopfzeile, den sogenannten Header, jeder E-Mail genau zu betrachten. Diesen können wir aufrufen, indem wir uns die Textversion der E-Mail anschauen. Jedes E-Mail-Programm hat dazu eine andere Vorgehensweise, um sich die Textversion einer E-Mail anzeigen zu lassen. Google einfach nach deinem E-Mail-Programm im Zusammenhang mit dem Zusatz „Textversion“ und du erhältst geradewegs einige mustergültige Anleitungen in den Suchergebnissen.

 

- Dort stehen im Anschluss ganz oben alle wichtigen Daten, die wir benötigen. Wenn die Absender-E-Mail total kryptisch aussieht und zahlreiche aneinandergereihte Zeichen aufweist, ist das schon mal ein guter Hinweis auf Datensammler. In diesem Fall sind unprofessionelle Gauner am Werk, die darauf hoffen, dass das Opfer die Kopfzeile keineswegs intensiver begutachtet. Entdecken wir also eine ungewöhnliche E-Mail-Kopfzeile, sollten wir die Fake-Mail eilends in den Junk-Ordner (Müll-Ordner) verschieben.

 

- Wichtig ist somit, deine E-Mails sehr präzise zu analysieren, vor allem, falls es um Gewinnspiele geht. Da in gleichem Maße echte Gewinnspiele von seriösen Firmen zu allen Zeiten im Umlauf sind, ist eine sorgfältige Untersuchung deiner E-Mails das A und O, weil auch die effizientesten Betrüger garantiert einen schlampigen Fehler übersehen, den du lokalisieren kannst.

 

3. Falls du eine Gewinnspiel-E-Mail bekommst, sie ausführlich durchleuchtet hast und dir trotzdem noch nicht sicher bist, ob alles in Ordnung ist, dann solltest du die Möglichkeiten nutzen, die uns das Internet zur Verfügung stellt. Immer wenn ich mich irgendetwas frage, google ich anschließend danach, und exakt das solltest du ebenso tun. Google einfach, ob es tatsächlich gerade ein Gewinnspiel gibt, oder schreib den Konzern direkt an und erkundige dich nach der Echtheit.

 

- Wird das Gewinnspiel nicht in den Suchergebnissen angegeben, kann man von einem Fake ausgehen. Vielmehr stößt man daraufhin in den Ergebnissen auf negative Beiträge von geprellten Opfern, die das betrügerische Gewinnspiel schon entlarvt haben und dadurch für Gewissheit sorgen. Das alte Sprichwort „zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“ trifft hier besonders gut zu.

 

- Des Weiteren kannst du auf der Fake-Gewinnspiel-Webseite, auf die man in der Regel über den Link in der Fake-Mail geleitet wird, weitere entlarvende Merkmale eines Betruges feststellen. Ist ein Impressum vorhanden? Wenn nicht, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Bauernfängerei. Ist jedoch ein Impressum verfügbar, kann dies frei erfunden sein. Google einfach mal danach und du wirst schnell sehen, ob es das Unternehmen wirklich gibt oder nicht.

 

- Falls auf der Fake-Gewinnspiel-Webseite unzählige blinkende Bestätigungsknöpfe angezeigt werden und du als möglicher Gewinner von Produkt „XY“ gekürt wurdest, solltest du stutzig werden. Vor allem dann, wenn unter dem Fake-Gewinnspiel Dutzende begeisterte Gewinnspielteilnehmer euphorisch von ihrem Gewinn berichten und dies sogar mit einem angeblichen Foto festgehalten haben. Derlei Erfahrungsberichte sind häufig gefakt und sollen nur für Glaubwürdigkeit sorgen.

 

- Ebenfalls musst du flugs hellhörig werden, sobald du plötzlich eine Rufnummer anrufen sollst. Dahinter verbirgt sich in den meisten Fällen nichts Gutes und es deutet auf einen versuchten Telefonservice-Betrug hin.

 

- Zu guter Letzt ist es empfehlenswert, den „Warnung vor Betrug“-Skill herunterzuladen und täglich anzuhören. Der Skill warnt dich vor den aktuellsten Fake-Gewinnspielen, die gerade wieder die Runde machen, und holt sie dadurch in dein Bewusstsein zurück, wodurch du optimal sensibilisiert und geschützt wirst.

Fake-Droh-Mails

Bei Fake-Droh-Mails handelt es sich um gefährlichere E-Mails im Unterschied zu den Spam- und Fake-Gewinnspiel-Mails, da sie es oft auf die Scham ihrer Opfer abgesehen haben und in vielen Fällen heikle Themen ansprechen. Wir sehen also auch bei dieser Art von Fake-Mails, dass die Betrüger mit den Emotionen der Leidtragenden spielen und eben diese so zu ihren Gunsten manipulieren wollen. Der Einfallsreichtum der Ganoven ist bei den Fake-Droh-Mails ebenfalls erstaunlich und wird in den unterschiedlichsten Sektoren angewendet, um an frisches Geld zu gelangen. Deswegen schauen wir uns jetzt mal die genauen Untergruppen dieser Fake-Droh-Mails an, um über alle Täuschungsmerkmale aufgeklärt zu werden und dadurch einen immer stärker werdenden Schutzschild aufzubauen.

Fake-Anwalt-Mails

Bei den Fake-Anwalt-Mails geben sich die Betrüger als Anwälte oder Gerichtsvollzieher aus. Meist denken sie sich frei erfundene Namen aus, die eine seriöse Anwaltskanzlei suggerieren sollen, oder stehlen einfach die Kanzleinamen von real existierenden Anwälten. In den häufigsten Fake-Mails wird anschließend nicht lange um den heißen Brei geredet und der Rechtsverdreher kommt gleich zur Sache. Angeblich hat man eine Urheberrechtsverletzung begangen oder ein Abonnement abgeschlossen und muss nun dafür geradestehen. Die Fake-Anwalt-Mails brüsten sich dabei oft mit reißerischen Betreffs wie z. B. „Mahnung!“, um den Beschuldigten unter Druck zu setzen. Hinzu kommt die Art der Urheberrechtsverletzung, die der Angeklagte mutmaßlich verübt haben soll.