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Alles im Kasten
Kartenverzeichnis
Tourenverzeichnis
Unterwegs mit Sabine Becht und Sven Talaron
Sabine Becht studierte Ame­ri­ka­nis­tik und Kom­mu­ni­ka­tions­wis­sen­s­chaft und war schon in den Semesterferien für den Michael Müller Verlag in Grie­chen­land unter­wegs. Sven Talaron begann nach dem Studium (Geschichte und Germanistik) beim Michael Müller Verlag zu arbeiten.
Sie sind Autoren zahlreicher Reise­führer zu Italien, Mecklen­burg-Vor­pommern, Griechen­land und Österreich. Ihre Bü­cher wurden mehrfach aus­ge­zeichnet, u. a. mit dem Premio Enit (bester Reiseführer zu Italien 2015, Abruzzen) und dem ITB BuchAward 2018 (Mecklenburg-Vorpommern).
Mecklenburgs Wegverhältnisse - zu­wei­len eine Zumutung. Ist man mit dem Auto unterwegs, entpuppt sich die brei­te Landstraße als schlaglöchrige Buckelpiste. Mit dem Fahr­rad dagegen schüttelt man sich kilometerlang auf einer romantischen Allee, dank des re­lief­rei­chen Kopf­stein­pflas­ters. Und auf dem Wanderpfad quält man sich wahl­weise durch knöchel­tie­fen Sand oder zähen Matsch. Aber wenn man dann genug ge­flucht und sich seinem Schick­sal und der Ver­fasst­heit abge­le­ge­ner meck­len­bur­gi­scher Ver­kehrs­we­ge er­ge­ben hat, dann drängt sich ein Ge­dan­ke auf, und der bleibt hängen: Na und?
Dann muss man eben mal einen Gang runterschalten. Welcher Termin kann im Urlaub so wichtig sein, dass man sich den Tag verdirbt? Das Schönste an Mecklen­burg ist schließlich die herr­liche Natur. Im Vorbeihetzen wird man aber keine blühenden Orchi­deen, brü­ten­de Fischadler oder versteckten Ba­de­buchten entdecken. So ge­sehen wird der Weg zur Chance, sich zu ent­schleu­ni­gen - und sprich­wört­lich zum Ziel.
Wir haben aber noch einen Tipp zur stressfreien Fortbewegung, wie sie in Meck­lenburg nicht schöner sein könn­te: auf dem Wasser. Man bewegt sich mitten in der herrlichen Land­schaft - auf garantiert vollkommen ebenem, glas­klarem Untergrund.
In eigener Sache
Wegen der andauernden Corona-Pandemie unterliegen touristische Einrichtungen und Veranstaltungen auf noch nicht absehbare Zeit einer Reihe von Einschränkungen, die bei der Recherche für diesen Reiseführer noch nicht galten. Und so kann es sein, dass das ein oder andere im Buch beschriebene Museum verkürzte Öffnungszeiten hat, dass Restaurants Zugangs­be­schrän­kungen haben, dass Festivals abgesagt sind usw. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis, dass nicht alle Informationen in diesem Buch auf dem jeweils aktuellen Stand sein können, und bitten Sie, gelegentlich einen Blick auf unsere Internetseiten zu werfen: Dort werden wir Sie möglichst engmaschig über die neuesten Entwicklungen in Ihrem Reisegebiet auf dem Laufenden halten.
Orientiert in der Mecklenburgischen Seenplatte
Die Region im Profil
Die Meck­len­burgische Seenplatte ist ...
... vor allem ein ungemein abwechslungsreiches Urlaubsparadies!
Das Land der 1000 Seen
Genau genommen über 1110 sollen es sein (und ein kleines Meer), die verbunden durch Flussläufe und Kanäle das größte vernetzte Was­serwanderrevier Europas ergeben. Gezählt haben wir sie aber nicht ...
... wasserreich
Vom Schweriner See im Westen bis zur Feldberger Seenlandschaft, von der ge­wun­de­nen Warnow bis zur ver­zweig­ten Havel, vom weitläufigen Kum­mero­wer See am Rand der Meck­len­burgi­schen Schweiz bis zur viel­ge­stal­tigen Klein­seen­platte an der Gren­ze zu Bran­den­burg - zahllose Flüsse und Kanäle ver­bin­den die meck­len­bur­gi­schen Seen zu einem dichten, viel­gestaltigen Netz von Wasserwe­gen. In des­sen Mitte er­streckt sich die Mü­ritz, „das Kleine Meer“, Deutschlands größ­ter Binnen­see, mit dem herrlichen Mü­ritz-National­park. Ent­lang der ge­wun­de­nen Fluss­läufe und der zer­glie­der­ten Seen ver­ste­cken sich lauschige Ba­debuch­ten und un­be­rührte Natur, leb­hafte klei­ne Hä­fen und idyllische An­legestel­len, tiefe Wälder und sanf­te Hü­gel, präch­ti­ge Schlös­ser und ma­lerische Dör­fer ... Kurzum: In Meck­lenburg findet man eine Seen­land­schaft von faszinieren­der Schön­heit, die in Deutsch­land ih­res­glei­chen sucht. Vor allem für Paddler ist die Meck­lenburgische Seenplatte ein Para­dies, es locken verschie­denste Touren - ob für ein paar Stun­den oder mehrere Ta­ge. Jede Men­ge Kanuver­lei­her ver­sor­gen die Kanu­ten mit Cana­dier, Ka­jak und Aus­rüs­tung.
... geschützt
Weite Landschaften Mecklenburgs ste­hen unter Schutz: der Nationalpark Mü­ritz mit seinem von uraltem Bu­chen­wald bestandenen Teilgebiet Serrahn, die Naturparks Sternberger Seen­land, Nossentiner/Schwinzer Hei­de, Meck­lenburgische Schweiz und Kum­me­rower See, die im Westen einen na­he­zu geschlossenen, geschützten Kor­ri­dor bil­den, sowie der wunderbare Na­tur­park Feldberger Seenlandschaft im Os­ten und nicht zu vergessen die zahl­reichen Naturschutzgebiete, wie bei­spielsweise das NSG Durchbruchstal der Warnow und Mildenitz im Westen oder das NSG Hei­lige Hallen im Osten.
... artenreich
Die Na­tur dankt den Schutz mit er­staun­li­cher Arten­vielfalt. Als Bei­spiel sei hier nur die Vo­gel­welt genannt: Die Kra­niche ma­chen in Mecklen­burg Rast von ih­ren langen Flü­gen, See- und Fisch­ad­ler be­herr­schen den Luftraum, Wald­schnep­fen und Rohr­dommeln tap­sen zeternd durch Un­ter­holz und Schilf, Störche stak­sen über Felder und Un­tie­fen, bunte Eis­vö­gel und die sel­te­nen Schrei­ad­ler, Schwarz­störche und Sil­ber­rei­her fin­den Or­te zum Brüten ... Wo sonst soll­te man sie noch zu Ge­sicht be­kom­men, wenn nicht in den zau­berhaf­ten Land­schaften Mecklen­burgs?
Und was man in freier Wildbahn nicht zu sehen bekommt, da unter Was­ser, zu scheu oder hierzulande eigentlich ausgestorben: Im Müritzeum beherbergen zahlreiche gro­ße Aquarien die heimische Unter­was­ser­fauna und im überaus besuchens­werten Natur- und Umweltpark (NUP) in Güstrow kann man Bä­ren, Wölfe, Dam- und Rehwild, Greif­vögel und Eulen und viele Wild­tiere mehr beobachten. Auf dem Damerower Wer­der erstreckt sich ein Re­servat für Wisente und am Südufer des Plauer See haben zur­zeit 15 Bären im Bärenwald ein art­ge­rech­tes Refugium gefunden.
... prachtvoll
Viele Landesteilungen ergeben viele Re­si­denzstädte. Was den Meck­len­bur­gi­schen Herzögen vielleicht irgend­wann zu kleinteilig wurde, erweist sich für den mecklenburgischen Tourismus als Glücksfall: Es gibt jede Menge zu besichtigen! Allen voran natürlich die Landeshauptstadt Schwerin mit ihrem strahlenden Schloss samt gepflegtem Schlossgarten, die Residenz­stadt Ludwigslust (auch liebevoll und kurz „Lulu“ genannt) mit dem pracht­vollen Schloss und dem herrlichen Schlosspark, aber auch Neustrelitz, Güstrow und Mirow lohnen min­destens einen Abstecher.
Doch man muss nicht unbedingt in die Residenzstädte reisen, um präch­tige, guts­herr­liche Behausungen zu be­sich­ti­gen. Die Dichte an Schlössern und Guts­häusern auf dem Land und vor al­lem in der Mecklenburgischen Schweiz ist bemerkenswert. Das Spek­t­rum reicht vom eher schlichten Guts­haus über den klassi­zis­tisch erhabe­nen Her­ren­sitz bis zum ver­spielt tu­dor­goti­schen Schloss. Viele der Schlös­ser be­her­ber­gen heute Ho­tels, in denen es sich komfortabel und ein wenig wie an­no da­zu­mal lo­gie­ren lässt. Zumeist ver­fügen die noblen Her­bergen auch über eine ange­messen nob­le Küche, volle Weinkeller und groß­zügige Well­ness­be­reiche. Und wie es sich ge­hört, um­gibt so manches Schloss ein herr­li­cher Landschafts­park, oft so alt wie das Ge­mäuer selbst und nach eng­li­schem Vor­bild als ro­man­ti­sches Idyll gestaltet.
... kunstvoll
Zur Vielfalt an Museen, literarischen Or­ten und Künstlerrefugien, Konzerten, Festspielen und Festivals.
Geschützte Paradiese
Erlebnis Natur
An der Seenplatte erholt man sich unterwegs: ob beim Wan­dern, auf dem Rad oder im Kanu.
Der Nationalpark Müritz im Profil
1990 gegründet, erstreckt sich der Nationalpark über 260 qkm östlich der Müritz und 62 qkm im Teilgebiet Serrahn. Drei Viertel des Gebiets bestehen aus Wald, der Rest verteilt sich auf landwirtschaftlich genutzte Flächen, Moore, Seen und einen 500 m breiten Abschnitt der Müritz entlang des Ostufers.
Naturräume
Es gibt vor allem ei­nen Grund, seinen Ur­laub in Mecklenburg zu ver­brin­gen - und das ist die herr­li­che Na­tur. Dem Schutz der wunderbaren Landschaften wird in Meck­lenburg ein hoher Stel­len­wert ein­ge­räumt - sei es an Land, am Ufer oder im Was­ser, in un­zu­gäng­li­chen Moo­ren oder Bruch­wäl­dern, im ur­wüchsigen Na­tio­nal­park Müritz, in den raumgreifenden Na­tur­parks und den zahlreichen Naturschutz­ge­bie­ten, in den land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Kul­tur­land­schaf­ten oder auch in den ge­pfleg­ten Land­schaftsgärten.
Nationalpark Müritz: Das weitläufige Na­tur­paradies ist das grüne Herz Me­ck­lenburgs. Der Buchenwald im Teil­ge­biet Serrahn gehört gar zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Naturparks Sternberger Seenland und Nossentiner/Schwinzer Heide: Stilles Land im Westen. Die Naturparks ge­hen nahtlos ineinander über.
Naturpark Feldberger Seenlandschaft: Eine abwechslungsreiche Endmorären­landschaft rund um Feldberg und Car­witz.
Ivenacker Eichen: Die bis zu 1000-jäh­ri­gen Eichen bei Stavenhagen sind als ers­tes in die Liste der Nationalen Na­tur­monumente auf­ge­nommen worden. Mit spektakulärem Baumkronenpfad.
Museen und Infozentren
Müritzeum: Das Müritzeum in Waren ein natur­kund­liches Museum zu nen­nen, wäre eine grobe Untertreibung. Spektakulär und anschaulich werden die Natur­räu­me im „Land der 1000 Seen“ präsen­tiert, auch dank einer rei­chen Aqua­rien­landschaft, darunter das größte Süßwasseraquarium des Lan­des.
Natio­nal­park-In­for­ma­tion Fe­de­row: Die wich­tigste An­lauf­stel­le im Na­tio­nal­park, von hier star­ten zahl­reiche ge­führ­te Tou­ren
Kultur- und Informa­tions­zent­rum Karo­wer Meiler: An­spre­chend gestaltetes In­fo­zentrum des Na­tur­parks Nossen­ti­ner/Schwinzer Hei­de nördlich des Plauer Sees.
Unterwegs
Im Nationalpark und vielerorts auch in den Naturparks und Naturschutz­ge­bie­ten kommt man mit dem Auto nicht weit. Radlern und Wanderern dagegen bietet sich ein weitläufiges Rad- bzw. Wanderwegenetz mit über­wiegend gu­ten Wegen und überwindbaren Stei­gun­gen. Weitere Infos
Radwanderung rund um die Müritz: Die große Tour einmal quer durch den Na­tionalpark und um die Müritz. Tour 4
Von Waren zum Müritz­hof: Schöner Ein­stieg für Wanderer in den Na­tio­nalpark. Tour 2
Rundwanderung bei Ankershagen: Zur Havel-Quelle, mit Bademöglichkeit un­ter­wegs. Tour 5
Rundwanderung im Serrahner Wald: Klei­ne Tour zum UNESCO-Weltnatur­erbe. Tour 9
Rundtour von Feldberg nach Carwitz: Herrliche Tour durch die Feldberger Seen­landschaft. Tour 10
... auf dem Wasser
Wunderbar entschleunigend wirkt die Fortbewegung auf dem Wasser. Mit dem Haus­boot macht man zwar sicher nur bescheiden Strecke, aber man kommt voran und erlebt die herrliche Na­tur entspannt mit Komfort und Lang­samkeit. Segler können auf den wei­ten Flächen der großen Seen auf güns­tige Winde und immer eine Hand­breit Wasser unterm Kiel hof­fen. Und wer sich ohne eigenes Boot mal aufs Wasser wa­gen will, steigt auf eines der Fahrgastschiffe, die Touren von der ein­stün­di­gen Seen­rund­fahrt bis zur ganztägigen Viel-Seen-Runde anbieten.
Wasserwandern: Am schönsten lassen sich Natur und Ruhe der herrlichen Seen­landschaften mit dem Kanu er­le­ben. Paddelnd sind auch schmale Fluss­abschnitte und versteckte Seen er­reich­bar, die jedem motorisierten Boot ver­wehrt bleiben, da sie unter stren­gem Na­turschutz stehen. Ein ab­wechs­lungs­rei­che­res und landschaft­lich schö­neres Wasserwanderrevier wird man hierzu­lande schwer­lich fin­den.
Warnow-Durchbruchstal: Beliebte Tour durch ein idyllisches Tal auf der noch jungen Warnow im Naturpark Stern­ber­ger Seenland.
Naturpark Feldberger Seenlandschaft: Herrliches kleines Paddelrevier ganz im Osten bei Feldberg, beliebt bei­spiels­weise die Tour über den Breiten und Schmalen Luzin.
Alte Fahrt: Die Natur hat sich den alten Wasserweg zwischen Mirow und Bolter Schleuse längst zurückgeholt.
Auf der Oberen Havel: Herrliches Was­ser­wanderrevier im Nationalpark Mü­ritz. Ab dem Käbelicksee bei Kratze­burg ist die junge Havel für Kanuten befahrbar. Detaillierte Beschreibung bei Tour 7
Die kleine Zehn-Seen-Runde: Traum­haf­te Drei-Tages-Wasserwanderung durch die Kleinseenplatte. Start bei We­sen­berg. Detaillierte Beschreibung bei Tour 8
Sightseeing und mehr
Erlebnis Kultur
Die dünn besiedelte Meck­len­burgische Seenplatte bringt es auf eine beachtliche Dichte an kulturellem Angebot, besonders in Sachen Open-Air jagt ein Event das nächste.
Schloss Güstrow geschlossen!
Achtung: Das prachtvolle Schloss Güstrow wird in den kommenden Jahren komplett saniert und wird voraussichtlich bis Ende 2023 nicht zugänglich sein.
Künstlerrefugien und literarische Orte
Die wunderschöne Landschaft der Seen­platte war nicht nur Inspiration für Künstler, so mancher zog sich auch hierher zurück von der Welt - und schuf dennoch ein beeindruckendes Werk in der Provinz. Eine Auswahl:
Hans-Fallada-Museum: Rudolf Ditzen alias Hans Fallada war einer, der sich zurückgezogen hat von der Welt, von 1933 bis 1945. Sein Haus in Carwitz mit herrli­chem Seegrundstück wurde origi­nal­ge­treu wieder hergerichtet und be­her­bergt nicht nur das nach ihm be­nannte Museum, sondern bietet auch Raum für diverse Veranstaltungen.
Tucholsky-Literaturmuseum: Sorglose Fe­rientage verbrachte Kurt Tucholsky hier und hat Schloss Rheinsberg in sei­nem gleichnamigen „Bilderbuch für Ver­liebte“ ein literarisches Denkmal ge­setzt, die Stadt Rheinsberg hat dem gro­ßen Schriftsteller ein eigenes Mu­seum gewidmet.
Fritz-Reuter-Literaturmuseum: Er war der Dichter Mecklenburgs, so bedeu­tend, dass man nicht nur ein Museum, sondern eine ganze Stadt nach ihm be­nannte: die Reuterstadt Stavenhagen. Da sollte ein Museum zu Ehren des ge­bür­tigen Stavenhageners Reuter nicht fehlen, zumal er genau hier, im ehe­ma­li­gen Rathaus am Marktplatz der Stadt, 1810 das Licht der Welt erblickte.
Atelierhaus am Inselsee: Ein weiterer Künstler, der sich in die beschauliche Ländlichkeit Mecklenburgs zurückzog. Ernst Barlach, der überzeugte Pazifist, lebte hier bis zu seinem Tod 1938. Heu­te sind hier zahlreiche seiner Skulp­tu­ren ausgestellt. Noch mehr Barlach gibt es in der Gertrudenkapelle am Rand der Altstadt. Beides in Güstrow, das sich nach seinem berühmten Be­woh­ner heute stolz „Barlachstadt“ nennt.
Bunte Museums­landschaft
Der ländliche Raum gibt natur­ge­mäß nicht ganz so viel her in Sa­chen Aus­stel­lungen, möchte man meinen, doch weit gefehlt. Eine Auswahl:
Schloss Schwerin: Fast schon unwirk­lich schön erhebt sich das prachtvolle Schloss über den Schweriner See. Die Beletage im Innern steht dem äußeren Eindruck in nichts nach.
Staatliches Museum Schwerin: Das vielleicht bedeutendste Kunstmuseum Mecklenburgs, mit einer imposanten Sammlung Alter und Neuer Meister, seit kurzem ergänzt durch eine zeitge­nös­sische Abteilung.
Schloss Ludwigslust: Noch eine pracht­volle Residenz der Mecklenburger Her­zö­ge, umgeben von einem herrlichen Park. Zwar erst zur Hälfte renoviert, diese ist aber sehr sehenswert.
Schloss Kummerow: Eine der be­deu­tendsten fotografischen Privatsamm­lun­gen Deutschlands wird hier im Schloss am Kummerower See gezeigt. Unbedingt einen Besuch wert!
Schloss Wiligrad: Wechselnde Ausstel­lun­gen zeitgenössischer Künstler wer­den in toller Lage am Westufer des Schwe­riner Sees und nur wenige Kilo­meter von der Landeshauptstadt ent­fernt gezeigt.
Kunstsammlung Neubrandenburg: Eine umfangreiche Sammlung moder­ner und zeitgenössischer Kunst, darü­ber hinaus gibt es auch wechselnde Ausstellungen.
Kultursommer MV
Der Kalender ist prall gefüllt, vor allem in der Sommersaison, und hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten - vom hochklassigen Konzert bis hin zum bodenständigen Stadtfest ist ziemlich viel geboten.
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: Seit 1990 gibt es die Festspiele schon und diverse Weltstars der Klassik sind in diesem Rahmen bereits aufgetreten. Wichtigste Festspielorte an der Seen­platte sind Schloss Ulrichshusen und die Konzertkirche Neu­bran­denburg. Alle In­for­matio­nen und Termine zu den hoch­ka­rätigen Musik-Events, die mittler­weile auch ganz­jäh­rig stattfinden, unter www.festspiele-mv.de.
Festspiele modern: Mecklenburg ist nicht nur Eldorado der klassischen Musik, auch Zeitgenössisches ist breit vertreten - am prominentesten si­cher­lich mit dem weit über die Landes­gren­zen hinaus bekannten Fusion Festival in Lärz. Darüber hinaus gibt es das 3000-Grad-Festival in Feldberg oder aber das Immergut-Festival in Neustrelitz.
Noch mehr Festspiele: Alljährlich im Juli zieht es die Operettenfreunde in den Schlossgarten Neustrelitz zu den Fest­spielen im Schlossgarten, großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Schlossfestspiele Schwerin des Mecklenburgischen Staatstheaters im Juni und Juli. Klassik­freun­de werden auch an den Veranstal­tun­gen der Rheinsberger Musik­aka­de­mie ihre Freude haben.
Familienurlaub
Die Seenplatte mit Kindern
Die Mecklenburgische Seen­platte ist wie geschaffen für einen Urlaub mit Kindern in jedem Alter, bei schönem Wetter an den unzähligen Seen oder auf Kanutour in der Wild­nis. Doch auch an Land gibt es jede Menge zu unternehmen.
Mehr als nur Infos
Die Informationszentren der Naturparks oder des Nationalparks sind mehr als nur Info-Anlaufstellen. In Kratzeburg beispielsweise widmet sich das Flatterhus der Fledermaus und in Federow kann man einen Blick in die Kinderstube der Fisch­adler werfen, einen Besuch wert ist auch der Karower Meiler.
Am und im Wasser
Baden kann man im Land der 1000 Seen natürlich an allen Ecken und En­den, sei es im bestens organisierten Strand­bad mit Pommesbude und Bade­meis­ter oder aber „wild“ an einer der vie­len ab­ge­legenen Badestellen im gan­zen Land.
Wen es eher auf das Wasser zieht, kann natürlich erstmal mit dem Aus­flugs­dampfer über die Seen schippern. Darüber hinaus hat man die Wahl zwi­schen Tretboot und SUP, Luftmatratze und Kanu. Mit Letzterem kann man als Familie wirklich herrliche Touren un­ter­nehmen - ein 3er- bzw. 4er-Canadier ist relativ einfach zu steuern, Gepäck passt auch noch dazu, und so steht der ein- oder auch mehrtägigen Kanutour mit Biwakieren am Wasserwander­rast­platz nichts im Wege - ein echtes Aben­teuer in der Natur. Vor allem die Wasserwege im Müritz-Nationalpark sind herrlich, da auch motorbootfrei. Schwimmwesten für Kinder wie auch für Erwachsene werden von allen An­bietern zur Verfügung gestellt und sind im Preis enthalten.
Tiere beobachten
Neben dem Zoo in Schwerin lohnt unbedingt auch ein Ausflug in den weitläufigen Bärenwald bei Bad Stuer am Südufer des Plauer Sees, in dem zurzeit 15 Bären le­ben, die aus teils katastrophalen Le­bens­be­din­gun­gen hierher gebracht wur­den. Auch das Wisentreservat auf der Halbinsel Da­me­ro­wer Werder zwischen Wa­ren und Mal­chow ist groß und bie­tet seinen drei hier lebenden Wi­sent­herden ausrei­chend Auslauf. Ein ganz be­sonderer Tipp in Sachen Tier­beob­ach­tung ist der Natur- und Um­weltpark (NUP) in Güstrow: In diesem moder­nen Tierpark sieht man Bären, Wölfe, Damwild und viele andere Tiere, die in Mecklenburg-Vor­pommern auch in freier Wildbahn an­zu­treffen sind.
Apropos freie Wild­bahn: Die sicher­lich auf­regendsten Tier­beo­bach­tungen macht man, wenn man mit den Ran­gern des Na­tio­nal­parks unterwegs ist, be­sonders am frühen Mor­gen oder in der Abend­däm­me­rung: Sie wissen ge­nau, wann und wo der Fischadler auf Jagd geht oder das Dam­wild auf die Lich­tung kommt.
Burgen, Schlösser und Museen
Das Freilichtmuseum Groß Raden eröffnet nicht nur Kindern einen neuen Blick auf die Welt der Slawen, hier kann man sich auch selbst in alter Handwerkskunst probieren. Ein ähn­liches Angebot hat das Slawendorf am Zierker See in Neustrelitz, hier kann man sogar mit dem Sla­wen­boot über den See fahren.
Die sicherlich sehenswertesten Bur­gen der Seenplatte sind Burg Penzlin mit ihren gruseligen Hexenverliesen und Burg Stargard bei Neu­bran­denburg, Letztere übrigens mit Som­merrodelbahn nebenan.
Eine Besichtigung wert sind un­be­dingt auch die Schlösser der Seen­plat­te: Schwerins imposantes Schloss, das Schloss von Lud­wigs­lust und vielleicht beson­ders loh­nend, da kindgerecht aufbe­rei­tet, das 3-Königinnen-Palais in Mirow.
Ein besonders anschauliches und kinderfreundlich gestaltetes Museum in Sachen Naturkunde (und Biologie) ist das Müritzeum in Waren, in dem man an einem verregneten Tag locker ein paar Stunden verbringen kann.
Sportlich unterwegs
Wander-, Rad- und Kanutouren gibt es an der Seenplatte zuhauf und sie sind viel­fach auch mit Kindern gut zu be­wäl­tigen. Seenplatte und Mecklen­bur­gi­sche Schweiz sind von einem dichten Radwegenetz durchzogen; die meisten Fahrradvermieter bieten auch Kin­der­räder, Nachläufer und An­hän­ger an. Eine Auswahl an Touren finden Sie im Wanderteil am Ende dieses Buches.
Wer neben der sportlichen Heraus­for­derung auch ein wenig Nervenkitzel spüren möchte, kann sich in einem der Kletterparks mit verschiedensten Schwie­rigkeitsgraden ausprobieren - vom Zwergenparcours bis zum schwin­del­erregenden „K 2“. Kinder müssen für bestimmte Parcours oftmals eine Min­dest­größe haben. Kletterwälder gibt es u. a. in Schwerin, Plau am See und Waren an der Mü­ritz, darüber hinaus bei eini­gen Campingplätzen. Höhe ohne Klet­tern, aber dennoch mit beein­dru­cken­dem Blick auf die Baumwipfel, kann man bei den Ivenacker Eichen erleben. Der Baumkronenpfad in schwindelerre­gen­der Höhe ist sogar barrierefrei.
Eine besondere Herausforderung für die Beinmuskulatur stellen die drei Draisinenstrecken an der Seenplatte dar: Selbst strampelnd ist man auf still­ge­legten Bahnstrecken unterwegs, ein schönes Naturerlebnis! Gibt es bei Karow, in Waren und bei Dargun.
Und wer am Ende auch noch den Kopf trainieren will, kann es vielleicht mal im Labyrinth versuchen: Bei der Scheune Bollewick mit an sich schon riesigem Freizeitprogramm wartet auch ein Irrgarten auf Entdeckung.
Unterwegs in der Mecklenburgischen Seenplatte
Schwerin und Umgebung
Blau und Grün sind die do­mi­nie­renden Farben der faszinieren­den Landes­haupt­stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Idyllisch liegt Schwerin zwischen sieben von Wald und Park­land­schaften gesäumten Seen.
Mit gerade einmal 95.600 Einwohnern ist Schwerin die mit Abstand kleinste Landeshauptstadt der Republik.
Eine malerische Alt­stadt, ein ein­drucks­voller Dom und nicht zuletzt das berühmte, präch­ti­ge Schloss auf einer Insel samt hübschem Schlossgarten ma­chen Schwerin zu einer der schöns­ten Städte des Landes.
Das städtische Leben Schwerins ist von ihrem Status als kleinste Lan­des­haupt­stadt Deutschlands geprägt. Groß­städ­ti­sche Hektik kommt hier kaum auf, selbst im Regierungsviertel geht es recht beschaulich zu, die Ministerprä­si­den­tin ist auch mal zu Fuß in der Innenstadt unterwegs. Nichts­destotrotz prä­sen­tiert sich die Stadt geradezu welt­läufig, nicht nur wegen der reprä­sen­tativen Gebäu­de aus her­zoglicher Zeit, sondern auch wegen der allgegen­wär­tigen Be­trieb­sam­keit der ak­tu­ellen Landespolitik.
Schwerins ganzer Stolz ist das pracht­volle, von Wasser umgebene Schloss, u. a. auch Sitz des Landtags. Süd­lich da­von erstreckt sich der weit­läu­fige, von Ka­nä­len durchzogene Schloss­park. Zwi­schen Schloss, Ma­rien­platz und Pfaf­fen­teich ver­läuft das kleine Gas­senge­wirr der Altstadt, in des­sen Mitte der sehenswerte Markt. Etwas zu­rück­ver­setzt erhebt sich der prächtige Dom, ein mar­kan­tes Beispiel norddeut­scher Back­stein­architektur, über die Dächer der Stadt. Nörd­lich der Altstadt säumt ein re­prä­senta­tives Ge­bäu­deensemble den Pfaf­fen­teich, die „Bin­nenalster“ Schwe­rins.
Der Schweriner See, an dessen süd­west­lichem Ufer die Landeshauptstadt liegt, ist der viertgrößte See Deutsch­lands. Ein echter Badesee ist er aller­dings nicht, zudem wird er etwa in der Mitte von einem Damm in zwei Hälften geteilt.
Wer sich für barocken Städtebau und ebensolche Prachtarchitektur interes­siert, wird vom rund 40 Kilometer süd­lich von Schwerin gelegenen Lud­wigs­lust mit seinem Schloss und dem herr­li­chen Park begeistert sein.
Was anschauen?
Schloss Schwerin: Dieses wohl be­rühm­teste Bauwerk Schwerins sollte man unbedingt auch von innen an­schauen auf einem Rundgang durch die impo­san­ten Gemächer mecklenbur­gi­scher Her­zöge.
Staatliches Museum Schwerin: Eine be­acht­liche Sammlung - Alte Meister, Ou­drys Tierporträts, Skulpturen von Bar­lach und Zeitgenössisches ... Eine der wichtigsten Kunstsammlungen Meck­lenburg-Vorpommerns.
Schweriner Dom: Ein großartiges Zeug­nis Norddeutscher Backsteingotik. Die imposante Basilika stammt aus dem Jahr 1270.
Schelfstadt: Eine der schönsten Ecken von Schwerin. Ruhige Gassen mit nied­ri­gen Fachwerkbauten des Ba­rock, ein we­nig alternativ und stu­den­tisch.
Schloss Wiligrad: In Bestlage am West­ufer des Schweriner Sees, Galerie mit zeit­genössischer Kunst, nebenan ein wun­derhübsches Gartencafé.
Freilichtmuseum Mueß: Die Tradi­tio­nen bäuerlichen Lebens in Meck­len­burg werden hier in rund 20 Gebäuden un­terschiedlichster Bestimmung an­schau­lich gemacht.
Schloss Ludwiglust: Noch eine meck­lenburgische Residenz, diese jedoch zur Zerstreuung auf dem Lande und mit jeder Menge Illusion aus Papier, Mehl und Leim.
Was unternehmen?
Spaziergang durch den Schweriner Schlossgarten: Lustwandeln auf den Spuren der Herzöge - der Garten wurde von Joseph Lenné im englischen Stil an­gelegt.
Spaziergang durch den Schlosspark Ludwigslust: An das Residenzschloss grenzt ein wunderschöner Park mit zahl­reichen Brunnen und Kanälen, in dem man auch größere Spaziergänge unternehmen kann.
Wo baden?
Zippendorfer Strand: Der sandige Haus­strand der Landeshauptstadt ist auf ei­nem schönen Spaziergang, mit dem Fahrgastschiff oder aber mit Tram und Bus zu erreichen.
Wo essen?
Weinhaus Uhle: Traditionsreiche Wein­hand­lung in der Schusterstraße, in der man auch vorzüglich essen kann.
Lukas: Bekannt für seine hervorra­gen­den Fischgerichte, regional und sai­so­nal.
Weinhaus Wöhler: Das zweite tradi­tions­reiche Weinhaus - innen verwin­kelt mit mehreren historischen Gast­räu­men, im Sommer mit Biergarten im schönen Innenhof. In der Schelfstadt.
Gartencafé bei Schloss Wiligrad: In die Schlossgärtnerei ist ein besonders net­tes Café eingezogen, in dessen Garten es sich stundenlang aushalten lässt.
Alte Wache Ludwigslust: Gegenüber von Schloss Ludwigslust, das alte Wach­gebäude von 1853 beherbergt heu­te ein stilvoll ausgestattetes Res­tau­rant mit nettem Garten.