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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über www.dnb.de

ISBN 978-3-941412-85-9

Impressum

Verlag: REKRU-TIER GmbH, München

© 2018 REKRU-TIER GmbH – All Right Reserved

Du schreibst das Drehbuch Deines
Erfolges. Lass also nicht zu,
dass Andere Deinen Stift halten.

Harald Jungbluth

Inhalt

Kapitel 1
Die frühen Jahre

Straßen mit Kopfsteinpflaster, holprig, ungepflegt, einfach, gesäumt von den typisch schlichten Mietshäusern der siebziger Jahre. Wäsche, die auf der Leine aus den Fenstern oder auf Balkonen hing, wenig Dekoration und schon gar keine Blumen. Das sind die Dinge, die mir zuerst in den Kopf kommen, wenn ich daran zurückdenke, wo ich aufgewachsen bin. Es ist auch das erste Bild, was mir zu meiner Kindheit einfällt. Mit den Jungs aus der Nachbarschaft verbrachte ich die Nachmittage auf der Straße, denn zu Hause wäre ich alleine gewesen. Meine Mutter arbeitete jeden Tag von morgens bis zum Abend und meinen Vater sah ich ohnehin nur selten, denn er fuhr an neun von zwölf Monaten des Jahres zur See. Die restliche Zeit versuchte er leider vergeblich, die verlorene Erziehungszeit nachzuholen.

Meine Freunde und ich waren Schlüsselkinder. Kamen wir aus der Schule nach Hause, war niemand da, der uns freudig mit Mittagessen empfing. Wir waren auf uns allein gestellt. Normal für Arbeiterkinder. Insofern blieb für elterliche Pädagogik oder ein ausgeprägtes Familienleben nicht viel Zeit. Aber keiner von uns hatte das jemals vermisst. Schließlich kannten wir es ja auch gar nicht anders.

Als ich heranwuchs und irgendwann das Alter erreicht hatte, das man damals als „halbstark“ bezeichnete, bestand das Leben hauptsächlich aus dem, was genau solche Halbstarke machen: Rumhängen, sich für Motorräder, Autos und für Mädchen interessieren. Meine Freunde und ich liebten es, an Mopeds herumzuschrauben, sie zu tunen und nach unseren Vorstellungen umzubauen.

Eigentlich hielt ich bis dahin mein Leben für ziemlich frei und selbstbestimmt. Eigentlich – denn nach Beendigung der Schule stellte ich zum ersten Mal fest, dass mein Leben einem immer gleichen Muster folgte. Dies ging nicht nur mir so, sondern auch meinem damaligen Umfeld. Diejenigen von uns, die einen Ausbildungsplatz gefunden hatten, befanden sich tagsüber im Betrieb. Die anderen vertrieben sich die Zeit mit Motoren, Raufereien oder mit Langeweile. Wir sahen uns nur noch abends, wobei ich jedoch hier lieber auf dem Rugbyfeld meiner favorisierten Sportart nachging, anstatt stundenlang im neu eröffneten Einkaufszentrum zu sitzen und die immer gleichen Gespräche zu führen.

Ich hatte einen Ausbildungsplatz gefunden und eine Lehre zum Maschinenschlosser an der Universität Hannover begonnen, die für die Ausbildungen in diesem Bereich zuständig war. Es war ganz bestimmt nicht mein Traumberuf, aber ich hatte auch keine Vorstellung, welcher das sonst hätte sein können. Irgendwie schien mein Weg für die nächsten 40 Jahre vorbestimmt. Ein 7 bis 17 Uhr-Job mit einer Mittagspause – und schon war der Tag rum. Und dass sich daran einmal etwas ändern würde, der Gedanke kam mir anfangs nie. Auch nicht, dass ich selbst etwas bewirken könnte. Doch nur ein einziger Augenblick sollte meinen Lebensweg dann doch in eine andere Richtung führen. Ein Moment, der für mich ein Geschenk war. Eine Situation, mit der ich niemals gerechnet hatte.

Ich weiß es noch wie heute. Es war an einem milden Frühlingstag. Ich fuhr gerade mit meinem Opel Kadett Baujahr ’59 nach Hause, da stach mir ein 5er BMW ins Auge, der nah unseres Hauses geparkt hatte. Frisch poliert glänzte er in der Abendsonne. Es war ja nicht so, dass ich dieses Modell noch nie gesehen hätte. Aber in unserer Gegend war ein solcher Wagen doch eher selten. Ich ging näher ran, um ihn mir noch genauer anzuschauen. Die Karosse strahlte sowohl Eleganz als auch eine unbändige Kraft aus. Irgendwie aufreizend und auch etwas provozierend stand er da. So einen Schlitten, dachte ich mir, will ich auch einmal besitzen. Die Faszination hatte mich voll im Griff. Plötzlich tippte mir ein Mann auf die Schulter. Er betrachtete mich von oben bis unten und grinste. Mir fiel sofort sein kostspieliger Anzug auf, der ihm eine dezente Souveränität verlieh.

„Gefällt er Dir?”, fragte er mich.

Ich nickte. Was auch immer mich in diesem Moment zu dieser Frage veranlasst hatte, aber es platzte einfach aus mir heraus:

„Was machen Sie denn beruflich, dass Sie so ein tolles Auto fahren?”

Aus seinem Grinsen wurde ein freundliches Lächeln. Und schon erklärte er mir, dass er als Vermögensberater tätig sei und gerade bei meiner Mutter eine Analyse aufgenommen hätte. Ich nickte, aber um ehrlich zu sein, verstand ich kein Wort. Vor allem, weil Vermögensberatung und meine Familie nun wirklich nicht zusammen passten. Was gab es da zu beraten? Und um was für ein Vermögen ging es da?

Mir ging dieses Erlebnis - und vor allem der 5er BMW - nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte mehr wissen, mich näher über das informieren, was dieser Mann angedeutet hatte. Also fragte ich meine Mutter, woher sie ihn kannte. Er war ihr von einem Bekannten empfohlen worden. Spontan fragte ich sie nach seiner Telefonnummer, die sie mir auch bereitwillig gab. Ich rief ihn an und bat freundlich, mir mehr über seinen Job zu berichten. Er lud mich zu einem Berufsinformationsabend ein, und ich nahm dankend an.

Nicht ahnend, was mich erwarten würde, nahm ich mit einer Mischung aus unwissender Skepsis und gleichzeitiger Faszination in der letzten Reihe Platz, um mir aus sicherer Entfernung ein erstes Bild dieser Tätigkeit machen zu können. Alles, was ich dann hörte, überzeugte mich. Mehr noch, es erschien alles so sinnvoll und logisch, dass ich gar nicht mehr verstehen konnte, warum ich mich nicht schon viel früher mit den hier angesprochenen Themen beschäftigt hatte. Alles an dem Berufsbild des Vermögensberaters schien perfekt zu sein, wenngleich ich innerlich nach dem berühmten Haken an der Sache suchte. Da ich diesen aber auch bei näherer Überlegung nicht finden konnte, festigte sich meine Überzeugung, dass ich das Gehörte umsetzen, anderen Menschen davon berichten und auch sie unterstützen wollte. Und so nahm ich bereits im ersten Monat 36 Analysen auf.

Um ehrlich zu sein, hatte ich den BMW bald vergessen, nachdem ich die Tätigkeit in der Vermögensberatung näher und intensiver kennengelernt hatte. Das war eine ganz andere Welt als die, die ich bis dahin kannte. Hier tickten die Uhren anders. Nicht der immer gleiche Trott, wie ich ihn von meiner Lehrstelle gewohnt war. Hier ging es darum, Sinnvolles zu leisten, anderen zu helfen – aber selbst dabei mit viel Freiheit und Selbstverantwortung das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Hier konnte ich endlich einmal meines eigenen Glückes Schmied sein. Und mich überraschte auch noch etwas anderes: Ich verstand das, was ich tat. Ich begriff, was mein neuer Mentor mir während unserer langen Autofahrten erklärte. Hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt immer gedacht, dass es Harald Jungbluth vorbestimmt wäre, Maschinenschlosser zu werden, so merkte ich zum ersten Mal, dass ich scheinbar den Kugelschreiber in der Hand hielt, mit dem ich selbst das Drehbuch meines Lebens umschreiben konnte.

Ich begann schließlich, parallel zu meiner Ausbildung auch in der Vermögensberatung zu arbeiten. Das stellte keine Belastung für mich dar, es war eher Faszination und Freude zugleich. Immer öfter tauschte ich den Blaumann gegen einen Anzug. Bis ich schließlich an den Punkt gelangte, an dem ich mich fragte, ob ich die Lehre zum Maschinenschlosser wirklich fortsetzen oder mich voll und ganz der Vermögensberatung verschreiben solle. Keine leichte Entscheidung, denn ich befand mich bereits im zweiten Lehrjahr und ein Abbruch würde schwerwiegende Folgen für meine berufliche Zukunft und vor allem für die familiäre Harmonie mit sich bringen.

Meine Entscheidung fiel wider jegliche Vernunft. Ich setzte meinen Professor in Kenntnis, dass ich die Ausbildung nicht fortsetzen würde, weil ich meine Zukunft in der Vermögensberatung sähe. Es überraschte nicht, dass er auf mich einredete und mich drängte, diesen Entschluss noch einmal zu überdenken. Insbesondere weil ihm die Branche der Vermögensberatung äußerst befremdlich und suspekt erschien. Natürlich, woher sollte er wissen, wie wertvoll und für die Zukunft maßgeblich dieser Job ist? Alle gutgemeinten Argumente und Ratschläge prallten an mir ab und ich blieb bei meiner Entscheidung. Somit wurde ich der erste deutsche Auszubildende in diesem Bereich, der seine Lehre freiwillig vorzeitig beendet hatte.

Das Gespräch mit meinem Professor wird mir im Kopf bleiben, ein Leben lang. Sehr oft habe ich darüber nachgedacht und bin inzwischen zu der festen Überzeugung gekommen, dass er Recht hatte. Heutzutage würde ich jedem jungen Menschen das Gleiche raten, was er mir damals riet. Beendet Eure Ausbildung und trefft keinen Entschluss, den Ihr nicht umkehren könnt! Hört auf die Einschätzung und den Rat von Personen, die mehr Erfahrung haben als Ihr selbst! Ich hatte Glück, ja, das ist mir bewusst. Aber wie viele haben eine solche Entscheidung im Nachhinein bereut? Ich wette, es sind mehr als 90 Prozent.

Meine Ungeduld hatte mich damals zu einer vorschnellen und unüberlegten Entscheidung gedrängt, die ich unter anderen Umständen in meinem späteren Leben hätte bitter bereuen können. Die Sicherheit, eine abgeschlossene Ausbildung zu haben, nimmt einem niemand mehr – ein Leben lang. Mir war das damals nicht bewusst. Vielleicht ist das einzig Positive, was ich meiner damaligen Entscheidung im Nachhinein abgewinnen kann, dass ich gelernt habe, dass meine Karriere ähnlich verlaufen wäre, vielleicht sogar exakt gleich, wenn ich die Tätigkeit in der Finanzberatung über den Zeitraum der Ausbildung weiterhin nebenberuflich ausgeübt hätte. Kein Unterschied, bis auf den, dass ich heute stolz wäre, wenn ich meine Lehre beendet hätte.

Meine zwei Identitäten

Die Entscheidung, meine gesamte Arbeitszeit in der Vermögensberatung zu verbringen, behielt ich anfangs für mich. Meine Freunde ahnten nichts davon – und dies wuchs sich zu einer immer größeren Problematik aus. Denn meine Clique war inzwischen zu einer kleinen Motorradgang angewachsen. Biker in Lederkluft. Jeder von uns zeigte voller Stolz seine Maschine, wir trugen unsere dunklen Kutten und unsere Haare reichten mindestens bis zur Schulter. Das war mein Leben, zumindest eines davon. Dazu trainierte ich regelmäßig in dem Rugby-Team, als Ausgleich für mein anstrengendes Doppelleben.

Tagsüber aber lebte ich voller Stolz und Motivation meine zweite Identität. Stell Dir einen jungen, ambitionierten Mann vor, der lächelnd aus seinem Opel Kadett steigt. Das bin ich in meinen frühen Jahren. Ich trage einen Anzug und eine Aktentasche. Meine Haare sind gekämmt, die Länge fällt kaum auf. Mein Weg führt mich zu einem Kundentermin und ich freute mich darauf. Das einzige, was bei diesem Bild nicht passt, ist der ältere Opel Kadett. Aber mehr war zu dieser Zeit für mich nicht zu finanzieren – jedenfalls noch nicht.

Meine zwei Parallelwelten fanden nebeneinander statt. Niemand aus meiner Clique wusste nämlich um den Vermögensberater Jungbluth. Und zugleich hatte niemand meiner Kollegen eine Ahnung von der Vermögensberatung, wie ich mich in der Freizeit kleidete und mit welchen Freunden ich mich umgab. Doch es wurde immer schwieriger, diese zwei Identitäten und damit auch die beiden Welten voneinander abzugrenzen. Erschwerend kam hinzu, dass meine Interessen zunehmend kollidierten. Hatte ich mir vorgenommen, mich am Wochenende auf einem Seminar fortzubilden und mehr über meine Branche zu erfahren, so konnte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass meine Clique etwas ganz anderes geplant hatte, von dem ich ein Teil sein sollte. Mir war schon in diesen jungen Jahren (ich war gerade knapp 18 Jahre alt) bewusst, dass ich das Seminar vorziehen würde. Verständnis hätte ich nicht erwarten können, wenn ich dieses Thema angesprochen hätte. Und so erfand ich jedes Mal eine neue Ausrede.

Wieder war ein Moment gekommen, an dem ich mich entscheiden musste. Ich spürte, dass es die Weichenstellung für mein zukünftiges Leben sein würde und so folgte ich sowohl meinem Herz als auch meinem Verstand. Raus aus dem Konflikt, hin zur Lösung. Clique oder Job? Arbeit oder Vergnügen? Karriere und Erfolg oder Stillstand im Jetzt? Ich entschied mich zu 100 Prozent für die Vermögensberatung - für den Beruf, für die Karriere, für meinen Coach, für meine Aufgaben und für ein einzigartiges, ebenso ungewöhnliches wie solides und erfolgreiches Partnerunternehmen. Wenn ich heute zurückblicke und darüber nachdenke, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich für die Clique und gegen eine Karriere entschieden hätte, dann würdest Du dieses Buch wohl nicht in der Hand halten. Ich habe nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Als ich 18 war, hatte ich bereits einige Scheidepunkte meines Lebens hinter mir und wollte mein Leben nun vollends in die eigenen Hände nehmen. Darum zog ich zu Hause aus, weg von meiner Vergangenheit und hin zu einer von mir selbstbestimmten Zukunft. Ich weiß nicht, ob jemand die Story für mein Leben vorherbestimmt hat, ein Drehbuch verfasst hat, dem ich folgte, ohne es zu merken. Sollte es so sein, dann sollte ich mich bei demjenigen bedanken, zumindest für all das, was ab diesem Punkt folgen sollte. Eines wird dabei deutlich: Du musst nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sein, um erfolgreich zu sein. Du bist nicht darauf angewiesen, dass andere Dich an die Hand nehmen, um Dich in die richtige Richtung zu drängen. Im Gegenteil – jeder kann es schaffen. Jeder, der will und der entsprechend mit Diszi–plin und Freude arbeitet. Denn Erfolg ist planbar, und Du wirst dafür Dein eigener Regisseur sein. Ein Regisseur, der das Drehbuch für seine Karriere und für seinen Erfolg selbst geschrieben hat und den Film seines Lebens dreht.

Du hast mich bis hierher begleitet und wirst den Weg jetzt auch weiter gemeinsam mit mir beschreiten. Denn jetzt gehen wir daran, Dein persönliches Drehbuch für Deine eigene Karriere im Leben zu schreiben. Dein Drehbuch zum Erfolg! Ich will an Deiner Seite stehen, Dein Coach, Mentor und Ratgeber sein, damit Du Deinen Weg findest, um Deine Ziele und noch mehr zu erreichen. Aber ich bin nicht derjenige, der Dein Drehbuch schreiben wird. Nein, das tust Du selbst. Ich kann Dich dabei unterstützen, denn wir folgen gemeinsam den unumstößlichen Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten des Erfolgs. Du und ich. Gemeinsam.

Drei Dinge die Du keinesfalls in die Hände
des Staates legen solltest:

Arbeit
Rente
Absicherung

Übernimm

Eigenverantwortung!

Kapitel 2
Die Richtung Deines Lebens

Hast Du Dich erst einmal mit dem Gedanken auseinandergesetzt, Deinen Erfolg selbst in die Hand zu nehmen, so begegnet Dir bestimmt auch schnell die Angst, die einen befällt, wenn es darum geht, vorgefertigte Wege zu verlassen. Aber woher kommt das? Im konservativen Verständnis folgt das Leben einem klaren Schema: Grundschule, weiterführende Schule, Abschluss, und danach folgt ein variables Studium oder es geht direkt in eine Ausbildung.

Danach folgt fast immer ein Angestelltenverhältnis (vorzugsweise lange Zeit beim gleichen Arbeitgeber) und zu guter Letzt endet alles meist in einer viel zu geringen Rente. Alles geordnet, alles festgelegt, wie im Schema F beschrieben.

So habe ich es gelernt, so ist es bestimmt auch Dir geläufig. Und die negativen Seiten von einem solchen vorgefertigten, in eine Gussform gepressten Lebensweg, werden dabei verschwiegen. Denn dass es sich hierbei um ein sehr eingeschränktes Verständnis handelt, ist nicht vielen Menschen bewusst - und es wird auch nicht gesagt. Aber es geht auch anders – und besser. Wer einen Blick über den geografischen Tellerrand wirft, der wird interessante Unterschiede entdecken: In den Vereinigten Staaten von Amerika beispielsweise gilt ein ganz anderes Prinzip als das, was wir in Deutschland kennen: Wer in den USA seinen Weg gehen will, der wird gesellschaftlich anerkannt. Man schätzt seinen Mut, seinen Willen und sein Durchhaltevermögen. Jeder, der den amerikanischen Traum leben will, findet Verständnis. In Deutschland ist es anders. Hier wird man skeptisch betrachtet, muss sich Widerständen stellen und Überzeugungsarbeit leisten, wenn man die klassische Route verlässt. Umso größer ist auch die Häme, wenn das mutige Unterfangen einer Selbständigkeit oder einer Geschäftsgründung scheitert. Genau dies ist auch der Grund, warum es viele gar nicht erst versuchen. Die Angst vor einer Erniedrigung bei einem eventuellen Scheitern ist einfach zu groß.

Du hast gelesen, dass ich meine Ausbildung abgebrochen habe. Das war falsch und ich stehe bis heute fest dazu, dass man begonnene Lehren auch beenden sollte. Andere Fragen sind für mich jedoch von viel größerer Bedeutung: Ist der konservative Weg noch zeitgemäß? Schränken wir uns nicht viel zu sehr ein, wenn wir uns nicht selbst entfalten? Schreiben wir unser Drehbuch oder folgen wir dem eines anderen?

Es gibt ein allgemein anerkanntes und durch die Generationen übertragenes Verständnis für Sicherheit in unserem Leben. Dieses rührt aus einem sehr konservativem Denken her und nur wenige Menschen stellen sich die Frage, wie zeitgemäß das heute noch ist. Ich selbst habe diese angebliche Sicherheit immer als Last empfunden. Mehr noch, für mich war Sicherheit schon immer das neue Risiko. Wie ich das meine? Lass es mich erklären: Wir lernen von unseren Eltern, dass gewisse Berufe zukunftssicher sind. Hierzu gehörten zu meiner Zeit beispielsweise die Profession des Bankers, das Beamtentum und das Handwerk, dessen goldener Boden mich nach der Vorstellung meiner Eltern bis zur Rente begleiten sollte. Gut gemeinte Ratschläge, gemünzt auf die damalige Zeit und deren Wirtschaftslage.

Wenn wir jetzt einmal die durchschnittliche Zeit betrachten, die wir in unserem Leben mit Arbeit verbringen, landen wir irgendwo zwischen 45 und 50 Jahren. In Worten: Wir arbeiten fünfundvierzig bis fünfzig Jahre! Das ist eine sehr, sehr lange Zeit, in der es politisch und wirtschaftlich immense Veränderungen gibt. Ein Blick zurück lässt dies deutlich werden. In den letzten 50 Jahren begleiteten uns Unmengen unvorhersehbarer Ereignisse: Wirtschaftlicher Aufschwung, Terrorismus, Zusammenbruch des Ostens, Wiedervereinigung, Weltwirtschaftskrise, Bankenkrise, Veränderungen in Gesellschaft und Demokratie. Die Liste kann über Seiten fortgesetzt werden, aber bereits diese kurze Aufzählung offenbart, dass kaum etwas wirklich beständig sein konnte - vor allem keine Berufsbilder.

Was ist aus den angeblich sicheren Berufen in dieser Zeit geworden? Der Banker, einst das Idealbild des vorbildlichen und respektierten Angestellten, ist sich seines Jobs schon lange nicht mehr sicher. Dazu kommt das verlorene Ansehen, das vor allem in der Zeit der Bankenkrise stark gelitten hat. Viele Banker verloren seitdem ihren Job oder gaben frustriert auf. Die Unantastbarkeit ihrer Zunft ist längst ins Wanken geraten und eine Anstellung bei einem Finanzinstitut keine Garantie mehr für ein sorgenfreies Leben mit üppigem Einkommen.

Nicht viel anders verhielt es sich bei denjenigen, die der Sicherheit des Handwerks gefolgt waren – so, wie ich es beinahe getan hätte. Hatten unsere Eltern die Bilder des deutschen Wiederaufbaus, in der Handwerker über viele Jahre 24 Stunden am Tag hätten arbeiten können, noch klar vor Augen, so ebbten die Aufträge nach und nach ab. Letztendlich musste sogar der Staat mit Unterstützungen und zugesagten Steuerersparnissen eingreifen, damit die Branche überhaupt noch ein Minimum an Aufträgen verzeichnen konnte. Viele Handwerksbetriebe mussten seitdem schließen und ihre Mitarbeiter entlassen. Den „goldenen Boden” kennen sie bestenfalls noch vom Hörensagen.

Was wäre nun gewesen, wenn man dem Drängen der älteren Generation nachgegeben hätte? Wenn man gegen die eigene Überzeugung immer den angeblich sicheren Weg gewählt hätte? Wäre man dann heute garantiert glücklich, zufrieden und finanziell abgesichert? Bestimmt nicht, denn die Welt verändert sich und niemand kann die Richtung voraussagen. Deshalb solltest Du immer beherzigen: Geh mit der Zeit, sonst gehst Du mit der Zeit.

REGIEANWEISUNG 1

Gehe den Weg, den Du für richtig hältst!
Viele werden Dir gut gemeinte Ratschläge geben,
die in ihrem Leben rückblickend funktioniert hätten - aber sie
wissen nicht, wie sich die Zukunft darstellen wird.
Und genau dort, in der Zukunft,
liegt Dein persönliches Glück!

Willst Du die Richtung Deines Lebens bestimmen, so musst Du Dir darüber klar werden, ob Du anderen folgen oder eben Deinen eigenen Weg gehen willst. Deutlich gesagt heißt das: Willst Du angestellt sein und für andere Geld verdienen oder eigenständig Deinen Erfolg angehen? Wenn ich über Anstellungen in Unternehmen spreche, drängt sich für mich das Bild der goldenen Handschellen auf. Denn letztendlich ist eine Anstellung nichts anderes als eine Vorherbestimmung des eigenen Lebens in Bezug auf:

Selbst, wenn man die Karriereleiter im Angestelltenverhältnis hinaufgeklettert ist, befindet man sich noch immer in einem ausgesprochen engen Korsett. Hat man inzwischen den Firmenwagen vor der Tür stehen, so freut man sich über die steuerlichen Vorteile, die einem dieses Fahrzeug bietet. Ist man in unserer immer globaler agierenden Gesellschaft sogar für den Arbeitgeber umgezogen, stellt einem dieser vielleicht eine Firmenwohnung zur Verfügung. Glänzende Aussichten - für den Moment.

Was aber passiert, wenn sich das Unternehmen gegen Dich entscheidet, weil Du einen Fehler gemacht hast? Oder wenn Du Dich wirtschaftlich nicht mehr trägst? Wenn das Unternehmen schließt, ohne dass Du etwas daran ändern könntest? Wenn der Chef sagt: „Es wird schwer, ohne Dich auszukommen, aber nach Ablauf Deiner Kündigungsfrist werden wir es mal versuchen.“ Dann verlierst Du alles, nachdem sich für Deine hervorragende Mitarbeit der letzten Jahre bedankt wurde. Spätestens dann merkst Du, dass alles nur geborgt war, solange Du und das Unternehmen als Partnerschaft funktionierten. Nur eine Veränderung in diesem System und Du bleibst auf der Strecke. Ja, das klingt hart, aber es ist die reine Wahrheit.