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Christopher Doemges

POETTSCHKES POST

Das E-Magazin 2/2021


Der extraordinäre Autor Doemges/Poettschke berichtet in einem seiner unzähligen Werke mal wieder vom Leben, Gott & seiner Politik. Die Schriften entstanden über einen längeren Zeitraum; in klösterlicher Abgeschiedenheit. Poettschke wurde 1980 in der westdeutschen Westfalenmetropoly Dortmund geboren. Lebte, liebte und arbeitete seit dem Besuch des Gymnasiums am legendären Borsigplatz,, Do-Nord, in eiserner Junggeselligkeit als freier Journalist und Künstler, Musiker, Poet, Reporter. Keiner kann an irgendeinem Punkt der vorliegenden Schriften nicht sagen, das habe man nicht schon irgendwann mal gehört. Ein roter Faden in 'POETTSCHKES POST': Zeiten, wo BOLSONARO, ERDOGAN oder PUTIN den unseren kapitalistisch geprägten Erdenball bestimmen. Ja, es läuft auf die Barbarei hinaus, sollte sich nicht grundsätzlich etwas an den Verhältnissen ändern !? Was bleibt?? Die Söhne! (www.doemgespress.webnode.com)


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PROLOG

Das ist der staatenlose Freiberufler Chester Winston Wladimirowitsch Benedict Mérault. Und das ist sein alter, ausgedienter Wohnwagen irgendwo an einem schattigen Plätzchen in der Lüneburger Heide. Chester (50) hatte sich hierhin vor Jahr und Tag zurückgezogen, um seine Rente in aller Gemütsruhe zu genießen. Er führte ergo seine ganz ihm eigene Robinsonade - zwar ohne Freitag; dafür mit kilometerweiter atemberaubender Natur in der Lüneburger Heide.

Chester hatte in seinem erfüllten Freiberuflerleben als Journalist und Künstler nicht schlecht verdient. Und so konnte er mit 50 (!!!) seinen wohlverdienten Ruhestand voll auskosten. Er liebte es, des Morgens bei jedem Wetter mit dem selbstgebastelten Fahrrad in den drei Kilometer entfernten Ort Liesheim zu radeln - als alter Naturburschi -, um sich einen frisch gebackenen Döner-Kebap an der angrenzenden Imbissbude zu erstehen. Mmmh, lecker. Das musste indessen für den Rest des Tages vorhalten. Denn: Für sich allein kochen - das konnte und wollte der Chester auch nicht.

Er war ein stinknormaler, nicht unsympathischer 'Waldläufer' in den besten Jahren, welchen die Dorfbewohner, als auch die Heidegänger mitnichten mieden. Ja, immer zu einem Schwätzchen bereit. Und Chester selbst? Hatte einen Freund in Heidelberg und eine Nichte im Ruhrpott, zu welchen er besten Kontakt unterhielt. Mindestens alle zwei Monate kamen sie in Chesters ausgedientem Wohnwagen, welcher ihm - beheizt - als Bleibe diente, in die Lüneburger Heide zu Besuch - immer ein Gewaltmarsch -, um Chesters Einsamkeit und Isolation zu durchbrechen.

Er war trotz allem aktiv, sammelte etwa Zeitschriften, Zeitungen, Magazine, welche er dann seiner Nichte Petra zum Vortrage brachte. Und sie hing dann immer an seinen Lippen. Gleichwohl entwickelten sich zarte Bande zwischen Chester und Petra, obschon verwandt in weitem Sinn. Neulich, da war SIE wieder dort gewesen, kam durch die Lüneburger Heide gestapft, das Kleinauto vorschriftsmäßig auf dem Parkingspace abgestellt. SIE klopfte an Chesters Wohnwagen - die weiße Türfarbe blätterte schon ab. ER öffnete: "Hallo, Petra, icke habe Kaffee gekocht." - "Au fein, Koffein kann ich nach der langen Fahrt gebrauchen. Hast du ein neues Magazin, welches du mir lesen kannst?" - "Icke habe hier POETTSCHKES POST - neu auf dem Markt." Und Chester begann, seiner Nichte mit ruhiger Stimme aus der POST vorzulesen:

 

ZEITDOKUMENT TAGEBUCH

(Foto: LitPR)

 

(doem) Das weltberühmte "TAGEBUCH DER ANNE FRANK" - ein unübertroffenes Zeitdokument des Naziregimes im niederländischen Amsterdam 1942-44. Das kleine Büchlein, etwa bei FISCHER erschienen, hat nur 200 Seiten, und ist doch so voll von jugendlichem Leid und frühpubertärer Selbstfindung in dem dunkelsten Kapitel der europäischen Gesellschaft, dass es dem Leser ganz anders wird. Anne Frank selbst war ein deutsch-jüdisches Mädchen aus gutem Hause, welches während der Nazidiktatur mit der Family nach Holland emigrierte, dort das jüdische Lyzeum besuchte. Als die Nazis auch die Niederlande okupierten, war es vorbei mit der freien Unbeschwertheit; obschon die Holländer versuchten, sich überwiegend neutral zu verhalten. Doch: Kein Durchkommen. Die niederländischen Juden wurden deportiert, ja, teils zum Untertauchen gezwungen. Hierunter befand sich nun ergo auch die jüdische Kaufmannsfamilie Frank. Ja, sie war gezwungen, im kaschierten Hinterhaus ihres eigenen Firmengeländes abzutauchen, welches heute als Anne-Frank-Haus in den Grachten von Amsterdam internationale Bekanntheit genießt -als Zeitdokument der dunkelsten Geschichte. Hier ergo lebten die Franks in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges 'untergetaucht' - bis zu ihrer letztendlichen Enttarnung. Kurz vor der Tür in die Hose, möchte man meinen. Die junge Anne Frank wurde im Konzentrationslager Bergen-Belsen letztendlich mit Mutter und Schwester in den Tod geschickt.

 

Der Vater, Pim genannt, überlebte gebrochen. Was auch überlebte und letztlich von den Nachbarn in Sicherheit gebracht wurde, ist Anne Franks Tagebuch, weltweit beachtet. Die kleine Anne, 12-13 Jahre alt, ein vorlautes Mädchen, ein Backfisch, wie sie selbst schreibt, berichtet von Aufs und Abs, von Spannungen während der 'Untertauchzeit' vor den Nazischerggen, von Liebeleien und Konflikten mit den Gefährten, Dr. Dussel und den van Daans, mit welchen Anne Frank die Räumlichkeiten der elterlichen Firma zum Schutze teilt.

 

Mit Dussel, dem Zahnarzt, welcher seine ihm angetraute Ehefrau schmerzlich vermisst, teilt Anne ein Zimmer. Sie will Schriftstellerin, ja, Journalistin werden, arbeitet, versucht zu schreiben. Die Tagebücher sind ihr Zeugnis, Aber auch Zimmergenosse Dussel muss arbeiten, ist schließlich erwachsen. Zudem gibt es Konflikte um die Badbenutzung. Und van Daans, zu dessen Sohn Peter (17) sich zarte Bande von Annes Seite entspinnen? Sind sowieso mittendrin im Zickenkrieg um Badbenutzung, Kartoffelschälen und Sparsamkeit. Ja, das Leben der Untergetauchten ist voll von Vorsicht, Abwehr von Einbrechern und der Angst, entdeckt zu werden. Aber es dient einem höheren Zweck, welchen Anne Frank selbst anno damals gar nicht fassen mochte. Der Erhaltung des Frank-Tagebuchs als imperates Zeugnis der dunkelsten Epoche. Die meisten mögen Anne Frank aus der Schule kennen; andere haben sie später rekogniert. Schullektüre der siebten Klasse ist sie allemal, da die Eleven sich auch in Franks Selbstfindungsprozess gut wiederfinden können. "Wird je jemand mein Tagebuch lesen", fragt Anne ein ums andere Mal. Und, dass sie Journalistin werden will. Es wird, Anne Frank - auch wenn du es nicht mehr selbst erlebst.

 

WIKIPEDIA, lobenswert profitneutrale Online-Enzyklopädie, schreibt zu unserem Mädchen Anne Frank: "Annelies Marie „Anne“ Frank (* 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main als Anneliese Marie Frank; † Februar oder Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen) war ein niederländisch-deutsches Mädchen, das 1934 mit seinen Eltern und seiner Schwester Margot in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, und kurz vor dem Kriegsende dem nationalsozialistischen Holocaust zum Opfer fiel. In den Niederlanden lebte Anne Frank ab Juli 1942 mit ihrer Familie in einem versteckten Hinterhaus in Amsterdam. In diesem Versteck hielt sie ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg als Tagebuch der Anne Frank von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht wurde. Das Tagebuch gilt als ein historisches Dokument aus der Zeit des Holocaust und die Autorin als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völkermordes in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Eltern Frank kümmerten sich im Exil in Amsterdam weiterhin um die Bildung ihrer beiden Kinder. Margot besuchte eine öffentliche Schule und Anne wurde an der öffentlichen Montessori-Schule in der benachbarten Niersstraat angemeldet. Während Margot vor allem in Mathematik glänzte, zeigte Anne ihre Fähigkeiten beim Lesen und Schreiben. Zu Annes engsten Freunden ab 1934 zählten Hannah Goslar und Sanne Ledermann. Goslar erzählte später, dass Anne häufig heimlich schrieb und nichts über den Inhalt ihrer Schriften verraten wollte. Diese frühen Aufzeichnungen sind verloren gegangen. Aber „Hanneli“, wie Anne ihre beste Freundin nannte, ist heute eine wichtige Zeitzeugin, deren Erinnerungen Alison Leslie Gold 1998 in einem Buch festhielt. Eine weitere Freundin, Jacqueline van Maarsen, berichtete einige Jahre später ebenfalls von ihren Erlebnissen mit Anne. In den Jahren 1935 und 1936 verbrachte Anne noch einmal recht unbeschwerte Sommerferien im Anwesen ihrer Pariser Großtante Olga Spitzer in Sils im Engadin/Segl und schloss dort Freundschaft mit einem Mädchen aus dem Ort. Otto Frank leitete ab 1933 die niederländische Filiale der deutschen Firma Opekta. 1938 gründete er zusammen mit dem Fleischer Hermann van Pels, der mit seiner ebenfalls jüdischen Familie aus Osnabrück geflohen war, eine zweite Firma namens Pectacon, die Gewürze verkaufte. Otto war sehr bemüht, dauerhaft seinen Lebensunterhalt zu sichern, da er miterleben musste, wie die Bank seines Vaters Michael in Aachen, die bereits durch die Weltwirtschaftskrise 1929 geschwächt war, von den Nationalsozialisten enteignet wurde. 1939 kam Ediths Mutter zu den Franks nach Amsterdam, wo sie bis zu ihrem Tod im Januar 1942 blieb. Wie rücksichtslos die Nationalsozialisten vorgingen, erfuhren die Franks aus erster Hand von Ediths Bruder Walter Holländer, der im Rahmen der „Reichspogromnacht“ festgenommen und ins KZ Sachsenhausen gebracht worden war, bevor er mit einer Sondergenehmigung in die Niederlande reisen durfte. Otto Frank ließ sich jedoch durch die schockierenden Berichte über die brennenden Synagogen nicht von seiner optimistischen Einstellung abbringen. Er bezeichnete das Ereignis als „Fieberanfall“, der alle Beteiligten zur Vernunft bringen müsse. Die Hoffnung verwandelte sich jedoch in Angst, als mit dem Überfall auf Polen im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach.Die Juden im Exil waren besorgt, dass auch die Niederlande, die versuchten ihre Neutralität zu wahren, von Hitlers Expansionsdrang gefährdet seien. Am 10. Mai 1940 wurden die Niederlande von der deutschen Wehrmacht angegriffen und besetzt. Die niederländischen Streitkräfte kapitulierten und Königin Wilhelmina floh nach London ins Exil. Schnell wurde deutlich, dass den Juden in den Niederlanden das gleiche Schicksal bevorstand wie in den anderen besetzten Gebieten.

 

Otto und Edith Frank konnten die politischen Probleme nicht länger vor ihren Kindern verborgen halten. Bisher hatten die Eltern versucht, ihre Töchter abzuschirmen, um eine gewisse Normalität zu bewahren, aber Anne verstand nun die Welt nicht mehr. Aufgeben passte nicht zu ihrem kämpferischen Charakter; sie war es gewohnt, ihre Meinung durchzusetzen. Wie im Jahr 2007 entdeckte Briefe belegen, versuchte Otto Frank mehrmals, Asyl in den Vereinigten Staaten oder Kuba zu erhalten, u. a. mit Hilfe seines Freundes Nathan Straus, der Kontakt zur First Lady Eleanor Roosevelt hatte; die Bemühungen waren jedoch erfolglos. Immer neue Judengesetze nahmen ihnen zunehmend ihre Rechte. Sie wurden vom gesellschaftlichen Leben und allen öffentlichen Einrichtungen ausgeschlossen. Das Kino-Verbot traf Anne, die mit Begeisterung Fotos von Filmstars sammelte, besonders hart. Mit ihren jüdischen Mitschülern musste sie nun eine besondere Schule, das Lyzeum, besuchen, wodurch sie von vielen Freunden getrennt wurde. Alle Juden mussten sich und später sogar ihre Fahrräder registrieren lassen. Als sie durch die Verpflichtung, den Judenstern tragen zu müssen, gebrandmarkt wurden, solidarisierten sich viele Niederländer mit ihnen. Allerdings formierte sich auch eine niederländische nationalsozialistische Partei. Um seine Firmen vor den strengen Kontrollen der Wirtschaftsprüfung zu schützen, übergab Otto Frank die Leitung pro forma an seine arischen Mitarbeiter Johannes Kleiman und Victor Kugler. Am 12. Juni 1942 bekam Anne zum 13. Geburtstag ein rot-weiß kariertes Tagebuch. Noch am selben Tag begann sie in niederländischer Sprache ihr Tagebuch." (Zitatende.)