Cover.jpg

 

 

Om asato mā sadgamaya

tamasomā jyotir gamaya

mrityormāamritam gamaya

 

Von der Täuschung führe mich in die Wahrheit
Von der Dunkelheit
führe mich ins Licht
Vom Tod führe mich in die
Unsterblichkeit

Vorwort

Hunde sind wunderbare Wesen. Sie spielen auf der Wiese, haben einen eigenen Willen, strahlen unendlich viel Licht und Liebe aus. Ein Hund genießt es zu kuscheln und Trost zu schenken. Das haben Hunde von Natur aus an sich. Sie sind mit ihrem Herzen verbunden. Mit ihrer eigenen wahren Natur. Wenn Sie das spüren, dann werden Sie Ihren Hund mehr verstehen wollen.

Sie werden es lieben, ihn zu beobachten und tiefer kennenzulernen, was in seinem Kopf vorgeht. Hunde sind faszinierende Wesen, und je mehr Sie sich in ihre Lage versetzen, desto mehr erwecken Sie auch Ihre eigene Faszination dem Leben gegenüber.

Hunde sind wahre Seelenbegleiter. Sie halten uns den Spiegel vor. Damit wollen sie uns dabei unterstützen, unser volles Potenzial zu entfalten und uns zu glücklichen und gesunden Menschen zu entwickeln.

Beginnen Sie, Ihren Hund mit ganz neuen Augen zu sehen. Verstehen Sie, was das Verhalten Ihres Hundes über Sie aussagt, und deuten Sie dessen Verhalten aus einer höheren Perspektive heraus. Verstehen Sie die seelischen Botschaften und entdecken Sie sich selbst dabei neu.

Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.

Laurent Amann & Asim Aliloski

1
Versetzen Sie sich in die Pfoten Ihres Hundes

Beobachten Sie das Verhalten Ihres Hundes

Um sich in die Pfoten Ihres Hundes versetzen zu können und sich von seiner Leichtigkeit verführen zu lassen, beginnen Sie damit, ihn einfach nur zu beobachten. Setzen Sie sich in Ruhe hin und sehen Sie sich Ihren Hund mal so richtig an. Nun mögen Sie denken, dass Sie Ihren Hund schließlich oft genug sehen. Aber stimmt das wirklich? Sind Sie dabei meist nicht zusätzlich mit anderen Dingen beschäftigt? Denken Sie dabei nicht gleichzeitig an etwas völlig anderes oder lassen sich von Ihren eigenen Gefühlen und Emotionen blenden? Wir laden Sie ein, sich kurz Zeit zu nehmen, Ihren Hund wirklich zu sehen. Sehen Sie, was er gerade tut, wo er hingeht, wie er sich bewegt, wie er Sie anschaut, wo er sich am liebsten aufhält und schläft. Nehmen Sie Ihren Hund mit all Ihren Sinnen wahr. Lächeln Sie dabei entspannt und erkennen Sie immer mehr, dass Ihr Hund ein wunderbares Wesen ist. Er ist mehr, als Sie bisher sehen konnten.

Beobachten Sie Ihren Hund im Alltag. Woran schnuppert er am liebsten? Wen oder was schaut er sich gerne an? Wie reagiert er auf andere Menschen und Artgenossen? Was liebt er, und wovor geht er auf Distanz? Wo fühlt er sich wohl, und in welchen Situationen wirkt er unsicher? Sehen Sie all das ohne Wertung, sondern mit einer gewissen Fürsorge und Liebe.

Mutter Teresa war bekannt dafür, dass sie Menschen mit Fürsorge und Liebe sah. Die Menschen fühlten sich bei ihr geborgen und aufgehoben. Sie fühlten ihre Liebe, Kraft und Empathie. Und vor allem wussten sie, dass Mutter Teresa nichts Schlechtes über sie denken würde. Sie war wertfrei, liebevoll und herzberührend – und hatte die Gabe zuzuhören.

Nehmen Sie sich vor, Ihren Hund einige Minuten am Tag aus dieser neuen Perspektive wahrzunehmen: wertfrei, liebevoll und herzberührend. Hunde sind fühlende Wesen, sie lassen sich von ihren Instinkten und ihrem sechsten Sinn führen. Sie sind soziale Tiere und suchen somit den liebevollen Kontakt zu anderen Lebewesen. Sie sind aber auch Raubtiere und müssen hin und wieder auch mal wilder sein dürfen. Und sie wissen auch ganz genau, was in uns Menschen vorgeht. All das kann Ihnen bewusst werden, wenn Sie beginnen, Ihren Hund zu beobachten.

Fühlen Sie sich in Ihren Hund hinein

Im nächsten Schritt spüren Sie sich in Ihren Hund hinein. Das mag Ihnen schwieriger erscheinen als das bloße Beobachten Ihres Hundes. Die folgende Übung kann Ihnen dabei helfen:

Sich einfühlen in den Hund

Stellen Sie sich tagsüber, wenn Ihr Hund bei Ihnen ist, folgende Fragen: Wie fühlt sich mein Hund gerade? Was geht in ihm vor? Welche Emotionen und Gefühle sind in ihm präsent? Was wünscht er sich, und welche besonderen Bedürfnisse hat er gerade jetzt?

Während Sie diese Fragen stellen, atmen Sie mehrmals tief ein und aus und lassen so Ihre Gedanken bewusst ziehen. Sie wollen die Antwort fühlen, nicht denken. Lassen Sie daher Ihre Gedanken so lange wegziehen, bis Sie mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit bei Ihren Gefühlen und Emotionen bleiben können. Stellen Sie die Fragen und spüren Sie in sich hinein.

Lassen Sie die Antwort in Form eines Gefühls oder einer Emotion zu Ihnen kommen. Abschließend stellen Sie sich noch die Frage: Ist das mein Gefühl, das ich gerade spüre, oder das meines Hundes?

Atmen Sie mehrmals bewusst tief ein und aus, kommen Sie in Ihren Körper zurück und lächeln Sie dabei ganz sanft. Seien Sie dankbar für diese emotionale Erfahrung.

Während Menschen ein breites Spektrum von Emotionen in sich verspüren, haben Hunde eine Auswahl an Grundgefühlen, die zum Ausdruck kommen. Hunde spüren deutlich Trauer, Angst, Wut, Schmerz, Aggression, Freude und Liebe. Wenn Sie die Emotionen Ihres Hundes verstehen, dann verstehen Sie seine Bedürfnisse tiefer. Sie nehmen wahr, was er sich gerade wünscht. Ihnen wird klar, was Sie tun können, damit sein Leben schöner und erfüllter wird. Sie erkennen, wonach sich Ihr Hund im Leben sehnt, aber auch, was er sich von Ihnen wünscht.

Hunde sind wunderbare, faszinierende, fühlende Wesen, die intensiv mit ihrer Gefühlswelt verbunden sind. Je mehr Sie lernen, die Gefühle Ihres Hundes zu spüren, desto mehr werden Sie sich auch Ihrer eigenen Gefühlswelt öffnen. Bewusst wahrgenommene Gefühle schaffen einen Zustand der Lebendigkeit. Emotionen sind ein anderes Wort für Fluss sowie Bewegung. Je mehr Sie bewusst spüren, desto mehr sind Sie im Fluss und in Bewegung. Sie dürfen natürlich lernen, einen heilsamen und sinnvollen Umgang mit Ihren eigenen Emotionen zu haben. Aber grundsätzlich öffnen Ihnen die Gefühle Ihres Hundes eine lebendige und faszinierende Welt. Und da Hunde stets in dieser Welt leben, sofern sie nicht vom Menschen abgestumpft wurden, haben auch Sie jederzeit Zugang dazu: über Ihren persönlichen Seelenbegleiter – den Hund.

Denken Sie sich in Ihren Hund hinein

Hunde sind nicht nur fühlende, sondern auch denkende Wesen. Sie lernen, erkunden und wollen verstehen. Natürlich ist nicht jeder Hund gleich. Es gibt Hunde, die ständig etwas Neues entdecken wollen. Sie wollen neue Intelligenzspiele meistern, unbekannte Orte erkunden und sich mit anderen Lebewesen austauschen. Andere meiden eher das Neue und die Abenteuer im Leben. In dieser Hinsicht sind Hunde genauso wie Menschen. Doch auch diese Hunde lernen. Und diese Fähigkeit deutet darauf hin, dass sie bewusst denken können.

Hunde denken jedoch nicht in unseren komplexen Zusammenhängen. Sie machen sich beispielsweise wenig Sorgen über die Absicherung in der Zukunft. Dafür ist ihr Rudelführer verantwortlich. Hunde sind mit ihren Gedanken im Jetzt verankert. Das bedeutet, dass sie daran denken, wie sie gerade jetzt an Futter kommen können, wo sie unmittelbar als Nächstes hingehen können und was ihnen jetzt Spaß machen würde. Wenn sie in einem bestimmten Augenblick müde sind, dann ruhen sie sich aus. Wenn ihnen langweilig ist, suchen sie sich eine Beschäftigung. Wenn jemand an der Tür läutet, wollen sie sofort wissen, wer es ist. Hunde denken also die meiste Zeit über im Hier und Jetzt. Sie machen sich wenig Gedanken darüber, was einmal war und was die Zukunft bringen wird. Sie wissen einfach, dass alles, was für sie wichtig ist, in der Gegenwart liegt.

Was denkt mein Hund?

Lernen Sie von Ihrem Hund diese Fähigkeit, mit den Gedanken im Hier und Jetzt zu sein. Fragen Sie sich immer wieder: Woran denkt mein Hund gerade? Was geht in seinem Kopf vor? Welche Gedanken hat mein Hund jetzt? Was führt mein Hund im Schilde? Was will er von mir? Atmen Sie dabei tief ein und aus und lassen Sie Ihre eigenen Gedanken für eine kurze Zeit los. Geben Sie Ihrem Hund Raum, mit Ihnen zu kommunizieren. Achten Sie darauf, ob Ihnen Impulse und Gedankenbilder kommen, die Sie Ihrem Hund zuordnen würden.

Das Hineindenken in Ihren Hund kann auf Sie eine interessante und spannende Wirkung haben. Sie beginnen selbst, sich weniger Sorgen über die Vergangenheit und Zukunft zu machen. Statt alles ständig zu analysieren, entdecken Sie die Freiheit und Leichtigkeit, einfach zu denken und sich weniger Sorgen zu machen. Sie sind mit Ihren Gedanken immer mehr in der Gegenwart verankert und sehen auch dadurch Ihre Umgebung mit neuen Augen. Sie sehen das, was tatsächlich vor Ihnen ist, und erkennen es nicht mehr nur aus der gedanklichen Perspektive der Vergangenheit oder der Zukunft, sondern immer mehr mit den Augen und dem Herzen der Gegenwart. Sie dürfen dabei wiederum entspannt lächeln und sich darüber freuen, dass das Leben manchmal auch unbeschwert und einfach sein darf. Sie denken wie ein Hund: klar, leicht und gegenwartsbezogen. Sie werden weiterhin Urlaube planen und Versicherungen abschließen, ohne jedoch dabei auf die Freude und Leichtigkeit eines Daseins im Hier und Jetzt zu verzichten.

Welchen Charakter hat Ihr Hund?

Beobachten Sie fremde Hunde auf der Wiese und weisen Sie ihnen folgende Persönlichkeitstypen zu:

Der Macho hat ein selbstbewusstes Auftreten und lässt sich von seinem Willen nicht abbringen. Er geht niemandem aus dem Weg, verteidigt sein Revier und lässt sich generell nichts sagen. Folgen tut er übrigens auch nur, wenn er will.

Der Ängstliche spielt gerne das arme Opfer und sucht ständig nach Verstecken und Beschützern, die ihn von der bösen Welt retten. Aus allem macht er ein Drama, und er verlangt von seinen Besitzern viel Aufmerksamkeit, Schutz und Trost.

Der Schreckhafte zuckt bei jeder Unberechenbarkeit zusammen, mit der ihn seine Umgebung konfrontiert. Ihm ist es am liebsten, wenn alles beim Alten bleibt. Nur ja keine Überraschungen, bitte!

Die Lady hat sich die Rolle einer Diva ausgesucht, die sich nur von den attraktivsten Rüden beschnuppern oder gar anschauen lässt. Der Macho würde ihr gefallen. Alle anderen sollen sie anhimmeln, aber bitte nicht mehr und nicht weniger.

Der Animator ist ständig in Spiellaune und wirkt auch ausgewachsen sehr kindlich. Sein Leben ist leicht und unbeschwert, genau wie seine Bewegungen. Am liebsten animiert er andere zum Spielen und versteht nicht, wenn sie seinem Wunsch nicht nachkommen.

Der Verantwortungsvolle will alles unter Kontrolle haben und sich auf eine Aufgabe fokussieren. Er fixiert sich gerne auf Bälle oder Holzstöcke, löst Rätsel und will sinnvoll beschäftigt werden. Er vertieft sich so sehr in seine Arbeit, dass er dabei seine Umgebung nicht mehr wahrnimmt.

Der Mediator mischt sich in jedes Rudel ein im Glauben, damit die Welt zu retten. Manchmal als Spielverderber wahrgenommen, will er lediglich Konflikte lösen und zeigen, wann Schluss mit lustig ist.

Der Introvertierte möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden und reagiert mal angefressen, mal ängstlich, wenn andere Hunde seinen Weg kreuzen. Am liebsten würde er den ganzen Tag nur mit seinem Besitzer auf der Couch verbringen.

Der Rudelführer strahlt Führungskompetenz aus und ist sehr entscheidungsfreudig. Andere Hunde lassen sich gerne von ihm belehren und akzeptieren seine Zurechtweisungen. Doch generell braucht er nicht viel zu tun, seine Präsenz und Ausstrahlung alleine wirken Wunder.

Welches Persönlichkeitsmerkmal dominiert bei Ihrem Hund? Können Sie auch Mischformen entdecken? Jeder Hund hat seine eigene Persönlichkeit, auch wenn er einer bestimmten Rasse angehört. Versuchen Sie, zwischen Rassemerkmalen und Persönlichkeitsmerkmalen zu unterscheiden. Machen Sie sich bewusst, dass jeder Hund auch ein Individuum mit persönlichen Wünschen und Bedürfnissen ist.

Tierkommunikation auf telepathisch

In jedem Kommunikationsseminar wird man Ihnen beibringen, dass ein Mensch, der gewohnheitsmäßig mit verschränkten Armen dasitzt, meist reserviert und distanziert ist. Sie lernen, dass jede Körperhaltung eine ganz bestimmte Bedeutung hat. Doch vielleicht ist diesem Menschen mit verschränkten Armen einfach nur kalt, oder seine Schultern tun weh? Möglicherweise hat er gerade mit seinem Partner gestritten, und seine reservierte Haltung hat nichts mit Ihnen zu tun. Vielleicht ist es auch einfach seine Art, die Arme zu verschränken, und im Gespräch ist er trotzdem offen und herzlich. Oder er hat sich diese Haltung ganz einfach antrainiert, ohne dass eine bestimmte Bedeutung dahintersteckt. Was wir damit sagen wollen, ist, dass eine Körperhaltung auf etwas Bestimmtes hindeuten kann, dass dies aber nicht notwendigerweise so sein muss. Sie können sich daher nicht alleine auf die Körpersprache verlassen, wenn Sie einen Menschen oder auch einen Hund klar verstehen wollen.

Beginnen Sie stattdessen, Ihren Hund als ein ganzheitliches Wesen wahrzunehmen. Wenn Sie Ihren Hund besser verstehen wollen, dann lernen Sie ruhig alles über Körpersprache, Lautäußerungen und vor allem Beschwichtigungssignale, aber auch über seine Gefühle, Verhaltensmuster, Denkweisen, Erfahrungen in seiner Vergangenheit, seine Wünsche und Bedürfnisse, seine Mission auf dieser Welt und warum er ausgerechnet zu Ihnen gekommen ist. Machen Sie sich Gedanken sowohl über seine Rasse als auch über seine individuellen Persönlichkeitsmerkmale. Sprich: Sehen Sie Ihren Hund auf mehrere Weisen, und kommunizieren Sie mit ihm über verschiedene Kanäle, statt sich nur auf Körperhaltungen und -bewegungen zu fixieren.

Folgende Fragestellungen können Ihnen helfen, Ihren Hund tiefer zu verstehen und sein Verhalten umfassender zu deuten:

Welche Körperhaltung nimmt er gerade ein? Wofür steht diese Körperhaltung im Allgemeinen? Sind Beschwichtigungssignale klar zu erkennen? Was will Ihr Hund »theoretisch« damit bewirken?

Wie fühlt sich Ihr Hund gerade? Und wie fühlen Sie sich dabei? Was wollen diese Gefühle ausdrücken, und wie können sie heilsam fließen?

Was denkt Ihr Hund gerade? Was geht in seinem Kopf vor? Und welche Gedanken kreisen in Ihrem Kopf? Wie beeinflusst Ihr Denken Ihre Gefühle und somit auch Ihren Hund?

Was will Ihnen die Intuition Ihres Hundes sagen? Welche Botschaften hat Ihr Hund für Sie? Welche Erwartungen hat er an Sie? Was können Sie von ihm über sich selbst erfahren?

Hunde folgen oder sie folgen nicht. Wenn sie nicht folgen, dann kann das viele Ursachen haben. Es kann sein, dass Ihr Hund nie gelernt hat zu folgen. Oder er nimmt Sie nicht als kompetenten Rudelführer wahr. Möglich ist aber auch, dass Sie in Ihrer Kommunikation zweifelhafte oder gar verwirrende Signale aussenden. Ihr Hund versteht Sie nicht.

Sprechen Sie das richtige Wort aus?

Wenn Sie beispielsweise wollen, dass Ihr Hund beim Spaziergang wieder zu Ihnen zurückkommt, er es aber nicht tut, dann klären Sie Folgendes, statt die Schuld auf Ihren Hund zu schieben: Haben Sie ihn mit einem klaren Wortkommando gerufen?

Die meisten Hundebesitzer nutzen zu viele Wörter in der Kommunikation mit ihrem Hund. Kein Tier kann das überflüssige Geschwafel mancher Menschen verstehen. Er müsste dieser Suppe an Wörtern angestrengt zuhören, um ihre Anweisung herauszufiltern. Und wenn wir schon dabei sind: Weiß Ihr Hund überhaupt, was dieses Wortsignal bedeutet? Was er zu tun hat, wenn Sie ihn rufen? Haben Sie es ihm beigebracht? Kein Hund kommt auf die Welt und weiß, was die Anweisung »Komm« bedeutet. Sie müssen es ihm beibringen und immer wieder auffrischen, wie bei der Fremdsprache, die Sie damals in der Schule gelernt haben: Lernen und stets auffrischen.

Ihr Hund kann erst dann auf Ihr Wortkommando horchen, wenn er weiß, was es bedeutet.

Haben Sie das richtige Gefühl für die Situation?

Wenn Sie wollen, dass Ihr Hund zu Ihnen zurückkommt, Sie aber noch von der Arbeit gestresst sind oder sich Sorgen über Ihre Absicherung in der Zukunft machen, kann Ihr Hund nicht verstehen, was Sie von ihm wollen. Hunde achten sehr stark darauf, welche Gefühle Sie aussenden. Wenn Sie sich wünschen, dass er wieder zu Ihnen kommt, Sie aber aus irgendeinem Grund Gefühle der Angst, Wut, Trauer, der Enttäuschung oder des Ärgers verspüren, dann spürt Ihr Hund das auch. Und auf diese Signale geht Ihr Hund eher ein als auf die Wörter, die Sie aussprechen. Folglich kann es sein, dass er nicht auf Sie hört. »Etwas stimmt hier nicht, sie ruft mich mit der Stimme und verwirrt mich gleichzeitig mit ihren Gefühlen. Da gehe ich lieber nicht hin«, denkt sich Ihr Hund.

Ihr Hund kann erst dann Ihrer Anweisung folgen, wenn Ihr Gefühl mit dem erwünschen Verhalten übereinstimmt.

Denken Sie an das Richtige?

Ihr Hund nimmt Ihre Kommandorufe genauso wahr wie Ihre Gefühle. Und was er zusätzlich weiß, ist, was in Ihrem Kopf vorgeht. Wenn Sie wollen, dass er zurückkommt, Sie aber gleichzeitig Ihre To-do-Liste für den restlichen Tag im Kopf durchgehen, dann senden Sie in der Kommunikation mit Ihrem Hund unklare Zeichen aus. Ihr »Komm« geht unter, wird überdeckt von Ihren vielen anderen Gedanken. Oder vielleicht denken Sie auch während des Rufens, dass Ihr Hund sowieso nie auf Sie hört, warum also sollte er es jetzt tun? Sie stellen sich vor, wie er sich immer weiter von Ihnen entfernt, statt auf Ihr Rufen einzugehen. Genau diese Information senden Sie auch aus. Und genau das nimmt Ihr Hund wahr. Die Folge: Er kommt nicht zurück.

Ihr Hund versteht Sie erst dann klar, wenn Sie mit Ihren Gedanken voll und ganz bei der Sache sind, mit dem Fokus auf dem, was Sie tatsächlich wollen.

Haben Sie die angemessene Körperhaltung eingenommen oder die richtige Bewegung gemacht?

Wenn Sie mit dem richtigen Gefühl, klarem Kopf sowie in angemessenem Tonfall Ihren Hund zurückrufen, dann nehmen Sie automatisch die optimale, dazu passende Körperhaltung ein. Ihr Körper folgt Ihren Gefühlen und Gedanken und nicht umgekehrt. Die meisten Bücher, die sich mit der Körpersprache befassen, vernachlässigen diesen wichtigen Punkt: Wichtiger, als Ihre Körperhaltung zu kontrollieren, ist, auf Ihre inneren Emotionen und Gedankenströme zu achten. Der Körper zeigt bloß das, was in einem vorgeht. Wenn Sie voller Wutgefühle sind und dabei eine offene Körperhaltung einnehmen, weil Sie es so gelernt haben, dann wird Ihr Hund trotzdem nicht zu Ihnen kommen. Sie können ihn nicht anlügen. Egal, wie perfekt Sie die erlernte Körperhaltung einnehmen, er spürt Ihre Wut und erkennt, dass Ihre Körpersprache bloß vorgetäuscht ist. Und worauf wird er wohl reagieren? Auf Ihre Wut, denn die ist authentisch und ist ein Signal für Gefahr. Stimmen Körpersprache und Ausstrahlung nicht überein, wirken Sie auf Ihren Vierbeiner unberechenbar und nicht vertrauenswürdig. Ihr Hund reagiert dann auf Ihre Körpersignale, wenn Sie sich bewusst und klar mit Gefühlen und Gedanken ausdrücken können.

Wenn Sie also mit Ihrem Hund eine klare Kommunikation führen wollen, müssen Sie sowohl auf Ihre Stimme und Ihre Körpersprache als auch auf Ihre Gefühle und Ihre Gedanken achten. Wir sind davon überzeugt, dass die Emotionen und Gedankenbilder mehr als 70 Prozent der Kommunikation zwischen Tier und Mensch ausmachen. Zugleich sind wir der Meinung, dass es in der Kommunikation zwischen Menschen nicht anders aussieht. Unbewusst reagiert jedes Lebewesen auf die Ausstrahlung des anderen. Und diese besteht vorwiegend daraus, woran der Betreffende gerade denkt, was er gerade fühlt und was er empfindet. Konzentrieren Sie sich daher nicht allzu sehr auf perfekte Körperhaltungen oder Stimmlagen, sondern lernen Sie stattdessen, klar im Kopf zu bleiben und mit dem richtigen Gefühl an die Sache heranzugehen, wenn Sie Ihrem Hund etwas mitteilen wollen. Erst dann wird er Sie verstehen und angemessen auf Ihre Wünsche eingehen.

Gedankenklarheit zurückgewinnen

Beobachten Sie sich im Lauf des Tages immer mal wieder selbst und fragen Sie sich: Woran denke ich gerade jetzt?

Atmen Sie gleich nach der Fragestellung mehrmals tief ein und aus und nehmen Sie Ihre aktuellen Gedanken bewusst wahr.

Gehen Sie einen Schritt weiter und fragen Sie sich: Ist es mein Wunsch, das jetzt gerade genau so zu denken? Will ich das genau so denken? Warum denke ich das jetzt? Tut es mir gut? Bringt es mich weiter? Bringt es mir etwas, mir darüber Sorgen zu machen?

Atmen Sie bewusst tief ein und aus und spüren Sie in Ihrem Körper nach, was sich gerade tut.

Gehen Sie einen weiteren Schritt und erlauben Sie sich folgende Frage: Bin ich bereit, anders beziehungsweise etwas anderes zu denken?

Entscheiden Sie, welchen Gedanken Sie überdenken oder loslassen und durch einen neuen ersetzen wollen. Sie können Ihre Gedanken nicht abstellen, aber Sie können bewusst mit ihnen umgehen und entscheiden, was Sie denken wollen und was nicht. Nutzen Sie dieses Werkzeug nicht nur, um mit Ihrem Hund zu reden, sondern auch, um Ihr Leben so zu gestalten, wie es Ihnen recht ist. Es ist wohlbekannt, dass wir uns unser Leben selbst schaffen, und zwar in erster Linie durch unsere Gedanken.

Lernen Sie immer mehr über Ihren Hund, und üben Sie sich darin, Ihre Stimme, Ihre Gefühle, Gedanken und Körpersprache miteinander in Einklang zu bringen. Das macht Sie nicht nur authentisch, sympathisch oder charismatisch, sondern vor allem klar in Ihrer Kommunikation. Selbstverständlich wirkt sich das nicht nur auf die Kommunikation mit Ihrem Hund, sondern auch im Austausch mit anderen Menschen positiv aus. Fühlen Sie das, was Sie denken, und sprechen Sie das aus, was in Ihrem Kopf vorgeht. Das macht Sie vertrauenswürdig und somit attraktiv. Hunde und Menschen wollen Zeit mit Ihnen verbringen und lassen sich gerne von Ihnen beraten und führen.

Verbinden Sie sich mit der Seele Ihres Hundes

Wenn Sie einem Hund in die Augen blicken, werden Sie erkennen, dass da mehr ist als nur ein physisches Auge. Hinter diesem Auge verbirgt sich Lebenskraft. Diese Lebensenergie nennen wir die Seele. Die Seele ist ein energetischer Organismus, der mit weitreichenden Aufgaben betraut ist. Beispielsweise nährt uns die Seele mit intuitiven Eingebungen und Inspirationen. Sie ist die Mutter der Kreativität, die Kraft, die alles im Körper zusammenhält und in stetiger Entwicklung hält. Die Seele ist ein ständig wachsendes Lebewesen, das keinen konkreten Sitz im Körper hat. Sie ist in uns und um uns. Die Seele ist überall und nimmt unseren Körper zu Hilfe, um sich mit anderen auszutauschen und selbst zu vollenden.

Wenn Ihr Hund plötzlich ohne ersichtlichen Grund nervös wird und alles daransetzt, Sie von dort wegzubringen, wo Sie gerade stehen, dann folgt er seiner Intuition, die ihm signalisiert: Dort lauert Gefahr. Dieses intuitive Wissen kommt nicht von irgendwoher. Es gibt eine Intelligenz in Ihrem Hund, die mit dem sechsten Sinn vergleichbar ist.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass einige Hunde bereits zur Wohnungstür laufen, wenn ihr Herrchen oder Frauchen das Büro verlässt und sich auf den Weg nach Hause macht. Der Hund weiß das und bereitet sich freudig auf die Begrüßung vor. Und das auch, wenn die Uhrzeit, zu der Herrchen oder Frauchen zu arbeiten aufhört, nicht immer die gleiche ist.

Ganz gleich, ob wir an die Existenz der Seele glauben oder nicht, irgendwann muss jeder Mensch erkennen, dass jedes Lebewesen mehr ist als eine Ansammlung von DNA, Organen und Körperzellen. Auch sind wir mehr als das, was wir denken und fühlen. Jeder Mensch und jedes Tier ist an eine universelle Intelligenz angeschlossen. Menschen mit einer Nahtoderfahrung sprechen davon, dass sie spüren und gleichzeitig zusehen konnten, wie sie ihren verstorbenen Körper verließen, und dass sie trotzdem weiterhin alles wahrnehmen konnten, was passierte. Teilweise sogar Dinge, die nach Eintritt ihrer Bewusstlosigkeit und klinischem Tod geschahen. Der Körper stirbt, doch die Seele existiert weiter.

Die Seele Ihres Hundes ist in der Wissenschaft ein unerforschtes Gebiet. Doch wenn Sie ihm tief in die Augen schauen, werden Sie seine Seele wahrnehmen.

Seelenverbundenheit spüren

Atmen Sie mehrmals ein und aus, lassen Sie all Ihre eigenen Gedanken los, schauen Sie Ihrem Hund freudig in die Augen, und Sie werden eine neue Qualität der Verbundenheit erfahren. Was Sie jetzt spüren, ist die Verbundenheit von Seele zu Seele.

In den nächsten Kapiteln werden wir näher auf das Wunderwerk Seele eingehen. Doch vorab möchten wir Ihnen bereits eines verraten: Wenn Sie einen Hund haben, der ständig peinliche Dinge anstellt oder Sie überfordert, dann kann sich dahinter ein kluges Verhalten seiner Seele verbergen. Die Seele Ihres Hundes weiß nämlich, dass es für Sie an der Zeit ist, sich mit den Themen Scham und Überforderung auseinanderzusetzen. Womöglich belasten diese Themen Ihr Leben, und die Seele Ihres Hundes hilft Ihnen, damit wieder ins Reine zu kommen.

Hunde sind harmoniebedürftige Wesen, und wenn beim Besitzer etwas aus der Bahn gerät, dann tun sie alles, um ihn wieder in die Balance zu bringen. Das gilt für körperliche Erkrankungen genauso wie für psychische Störungen oder spirituelle Leiden. In unserem Buch Mein Hund hat eine Seele sind wir näher auf die Methoden eingegangen, die Hunde anwenden, um Sie auf ein Problem oder eine Blockade aufmerksam zu machen. In den folgenden Kapiteln werden wir Ihnen noch ganz konkrete Anregungen geben, was Sie damit anfangen können. Die aktuelle Frage ist nun, wie so ein tierisches Lebewesen so viel über einen Menschen wissen kann. Viele Hundebesitzer glauben, dass sich Hunde nur mit Fressen, Spielen und Schlafen beschäftigen. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit.

Hunde machen sich viele Gedanken. Beispielsweise, warum ihr Herrchen krank ist. Oder woran es liegen mag, dass er ständig Stress hat. Sie denken aber auch darüber nach, was die Potenziale ihres Frauchens sind und wie es innere Blockaden lösen kann. Sie wissen manchmal auch, dass Sie sich längst von Ihrem Partner hätten trennen müssen, und bellen ihn womöglich deswegen scheinbar grundlos an. Hunde sind intelligente, intuitive, magische und faszinierende Wesen mit einem sechsten Sinn. Hunde sind wunderbar, ein Geschenk für den Menschen. Ein wertvoller Seelenfreund, der Ihnen treu zur Seite steht, bereit, zu helfen.

Vielleicht fragen Sie sich auch, wie die Seele des Hundes mit Ihnen kommuniziert. Die Antwort ist ganz einfach: sowohl mit offensichtlichen als auch mit unsichtbaren Zeichen und Signalen. Oft nutzt sie dafür den Körper des Hundes als Mittel der Kommunikation. Zunächst einmal sagt Ihnen die Seele Ihres Hundes, was sie sich von Ihnen wünscht. Das geht über Laute, die der Hund über seinen Körper von sich gibt, aber auch über seine Gefühle und Gedanken. Der Alltag zeigt leider, dass viele Hundebesitzer diese Signale nicht verstehen. Sie hören nicht, fühlen nicht und können sich auch auf der mentalen Ebene nicht mit ihrem Hund verbinden. Der Hund tut alles, um verstanden zu werden, doch das Herrchen oder Frauchen ist nicht präsent genug. Da Hunde schlau sind und ihre Arbeit ernst nehmen, geben sie nicht auf und versuchen, über einen anderen Weg mit ihrem Menschen in Kontakt zu treten: Sie zeigen ein atypisches Verhalten, um die Aufmerksamkeit ihres Besitzers zu gewinnen. Ihr Hund zeigt Ihnen ganz klar, was nicht passt. Er spiegelt Sie. Wenn Sie beispielsweise gestresst sind, dann ist auch Ihr Hund nervös, um Ihnen zu zeigen, dass Sie wieder runterkommen sollen. In diesem Fall spiegelt er Ihnen eins zu eins Ihr Verhalten. Andere Hunde wählen eher das gegenteilige Verhalten, um zu spiegeln. Das bedeutet in unserem Beispiel, dass, wenn Sie gestresst sind, Ihr Hund im Alltag besonders resigniert, apathisch, sogar ungewöhnlich abgestumpft wirkt. Die Folge: Sie als Besitzer werden auf das Problem aufmerksam und beginnen zu handeln.

Oft verzweifeln Hundebesitzer am atypischen Verhalten ihres Vierbeiners und denken, dass mit ihrem Hund etwas nicht stimmt. Sie stellen das Futter um, kaufen Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, gehen in die Hundeschule oder holen sich einen Hundetrainer ins Haus, der das ungewöhnliche Verhalten abtrainieren soll. Und vielleicht klappt das auch, aber wenn das Verhalten Ihres Hundes eine Seelenbotschaft für Sie ist, dann gibt er nicht auf. Er wird entweder sein Verhalten trotz intensiven Trainings nicht ändern, oder, wenn der Hundetrainer sehr hartnäckig ist, das Verhalten zwar sein lassen, aber nur kurzfristig. Oft »sucht« er dann nach einem neuen Verhalten, mit dem er Ihre Aufmerksamkeit gewinnen kann – dieses Mal einem, das Sie nicht so leicht überdecken oder unterdrücken können. Ziel ist, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass Sie in Ihrem Leben etwas ändern sollten. Verstehen Sie dann aber immer noch nicht, was Sache ist, wählen Hunde einen noch extremeren Weg, um die Botschaft zu übermitteln: Sie werden krank. Sie beginnen plötzlich, Krankheiten zu entwickeln, die der Mensch auch hat: Krebs, Diabetes, Arthrose, Blindheit, Depression, Panikattacken, Allergien, Wutanfälle … Diese Krankheiten sind oft nicht nur durch eine falsche Ernährung oder schlechte Gene bedingt, sondern meist auch psychosomatisch bedingt – wie auch beim Menschen.

Folgende Hinweise deuten darauf hin, dass Verhaltensprobleme oder Erkrankungen eines Hundes vom Besitzer ausgehen:

Der Hund zeigt dieses Verhalten nur in Verbindung mit Ihnen und nicht unbedingt bei anderen Menschen.

Andere Hunde, mit denen Sie in näheren Kontakt treten, zeigen gleiche oder ähnliche Verhaltensprobleme oder Erkrankungen.

Auch Sie selbst neigen zu den gleichen Problemen.

Für das Verhalten Ihres Hundes gibt es keinen ersichtlichen Grund, und trotzdem verschlimmert es sich.

Sie haben schon vieles oder gar alles versucht, um das unerwünschte Verhalten Ihres Hundes wegzutrainieren, aber nichts hat geholfen.

Sie haben das Gefühl, dass das Verhalten Ihres Hundes etwas mit Ihnen zu tun haben könnte.

Das Verhalten Ihres Hundes löst in Ihnen starke Emotionen aus. Es ist Ihnen vielleicht auch sehr peinlich, unangenehm und mit Widerständen verbunden.

Nehmen Sie sich daher vor, bei jeder Unstimmigkeit, die Sie bei Ihrem Hund wahrnehmen, tiefer zu blicken. Fragen Sie immer nach der wahren Ursache seines Verhaltens. Und rechnen Sie auch damit, dass es etwas mit Ihnen zu tun haben könnte. Diese Erkenntnis sollte in Ihnen jedoch keinesfalls Schuldgefühle hervorrufen. Im Gegenteil: Sie dürfen sich im Klaren sein, dass Sie dann ein guter Hundebesitzer sind, wenn Sie bereit sind, in die Seele Ihres Hundes und in Ihre eigene Seele zu blicken.

Unstimmigkeiten tiefer betrachten

Gehen Sie bei einer Unstimmigkeit, die Sie bei Ihrem Hund wahrnehmen, ganz einfach folgendermaßen vor:

Atmen Sie mehrmals tief ein und aus und sehen Sie Ihrem Hund kurz in die Augen

Atmen Sie entspannt weiter und lassen Sie Ihre Gedanken vorbeiziehen.

Sagen Sie zu sich selbst: »Ich bin bereit, die wahre Ursache deiner Erkrankung oder deines Problems zu erkennen, auch wenn es etwas mit mir zu tun haben könnte.«

Atmen Sie einmal tief ein und aus.

Achten Sie darauf, wie Ihr Hund reagiert, und beobachten Sie jetzt Ihr Innenleben.

Nehmen Sie die Gefühle genau wahr, die in Ihnen hochkommen, und fühlen Sie sie bewusst.

Nehmen Sie dann auch wahr, welche Gedanken und Eindrücke Ihnen durch den Kopf gehen. Sie könnten womöglich klare Zeichen oder Eingebungen bekommen, die Ihnen behilflich sind, eine Lösung oder Heilung zu erzielen.

Falls Sie gar nichts bekommen, vertrauen Sie darauf, dass Ihre Seele oder Ihr Unterbewusstsein Sie zu der Antwort führen wird, nach der Sie suchen. Es ist nicht immer notwendig, alles bewusst wahrzunehmen. Unser Unterbewusstsein ist ein sehr mächtiges Werkzeug, das vieles alleine bearbeiten kann.

Schließen Sie diese Übung mit »Ich danke dir, (Name Ihres Hundes), für deine Hilfe. Ich danke für die Heilung und Einsicht. Ich danke für die Kraft und den Mut, zu akzeptieren, wahrzunehmen und Veränderung geschehen zu lassen. Danke.«

Wir werden Ihnen in den nächsten Kapiteln selbstverständlich genauere Anregungen geben und Methoden vermitteln, mit deren Hilfe Sie Ihre Einsicht schärfen und Ihr Wissen ausbauen können, um Ihren Hund mit neuen Augen zu sehen.

2
Entdecken Sie die spirituelle Seite Ihres Hundes

Das besondere Gespür der Hunde

Wenn Hunde uns ansehen, haben wir oft das Gefühl, sie wüssten genau, was in uns vorgeht. Wir können nichts vor ihnen verstecken. Hunde sind so sensibel, dass sie sich mit uns freuen können, unsere Trauer erkennen und uns trösten kommen, aber auch unser Leid teilen. Sie werden sogar oft gleichzeitig mit dem Besitzer krank und sind dann wieder wohlauf, wenn Herrchen oder Frauchen genesen sind.

Hunde können aber noch mehr. Ihr Hund weiß, wann Sie sich vom Büro auf den Weg zu ihm machen. Er nimmt aus der Ferne wahr, ob Sie besorgt sind, in Not geraten sind oder alles in Ordnung ist. Hunde kennen auch Ihre blinden Flecken. Da sie wissen, wie wichtig es ist, sich diese anzuschauen. tun sie alles, um Sie darauf aufmerksam zu machen. Zu der Zeit, als wir Autoren uns gemeinsam einen Hund anschafften, litt einer von uns an einer Essstörung. Unser Welpe verweigerte interessanterweise auch jedes noch so gute Futter. Wir beide waren verzweifelt und konnten das Verhalten des Welpen zunächst nicht nachvollziehen. Wir scheiterten mit jedem Versuch, seinen Appetit anzuregen. Eines Tages gelang es uns, ein bisschen auf Distanz zu gehen und die Situation genauer zu beobachten. Und da traf uns ein Geistesblitz: Der Welpe zeigte genau das gleiche Verhalten wie einer seiner Besitzer. Er zeigte uns die Essstörung, an der einer von uns auch litt. Der schwarze Pudel wusste, was bis dato niemand wirklich erkennen wollte, und machte es uns klar sichtbar. Danke dafür! Du hast uns geholfen, Heilung zu finden!

Natürlich könnten Sie nun davon ausgehen, dass dies ein Einzelfall ist und nicht jeder Hund übersinnliche Kräfte besitzt. Unsere Erfahrung zeigt, dass Hundebesitzer, die nicht offen für übersinnliche Erfahrungen oder Persönlichkeitswachstum sind, auch einen Hund haben, der sich dahingehend gerne zurückhält. Doch sind Sie ein Besitzer, der neugierig und selbstreflektiert genug ist, dann wird Ihr Hund vieles daransetzen, Ihnen seinen sechsten Sinn erlebbar zu machen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Tiere mehr wahrnehmen, als wir bisher glaubten, stammt aus einer persönlichen Erfahrung im Bereich der Wissenschaft: Einer von uns beiden, Laurent Amann, arbeitete jahrelang in der Forschung. Dabei musste er Intelligenztests mit Papageien durchführen und auswerten. Konkret ging es darum, festzustellen, wie schnell die Vögel bei ihrer Futtersuche neues, »intelligentes« Verhalten erlernen können. Laurent hat bei seinen Experimenten die Erfahrung gemacht, dass er das Verhalten der Tiere und somit auch die Resultate seiner Arbeit beeinflussen konnte, und das, obwohl alles genau geregelt war, um Manipulation auszuschließen.

Wie Laurent die Tiere trotzdem beeinflussen konnte, wurde uns erst im Nachhinein klar. Die Papageien konnten beim Tierflüsterer deswegen so schnell lernen und beste Resultate liefern, weil Laurent stets an ihre Fähigkeiten glaubte. Im Gegensatz zu Kollegen, die sich nur auf die mechanische Ausführung der Versuche konzentrierten, machte Laurent etwas anderes: Er glaubte stets an die Tiere, sprach ihnen Mut und Zuversicht zu und vertraute darauf, dass sie alles schaffen konnten, was von ihnen verlangt wurde. Zusätzlich stellte er sich auch vor, wie die Tiere die gestellten Probleme lösten und dadurch schnell an ihre Belohnung kamen. Und genau so lief es auch ab. Die Ergebnisse der Versuche mit den Papageien zeigen, dass der mentale und emotionale Zustand des Menschen auf Tiere wirkt. Es ist selbsterklärend, dass der Hund, der seit Jahrtausenden sehr eng mit dem Menschen verbunden ist, genauso einfühlsam auf dessen Gefühle und Gedanken reagiert und dabei sogar sensibler ist als ein wilder Papagei.

Wir möchten gemeinsam mit Ihnen noch einen Schritt weiter gehen und Ihnen die verschiedenen spirituellen Fähigkeiten Ihres Hundes aufzeigen. Wir wagen nun also einen Ausflug in die Seelenwelt Ihres Hundes.

Lassen Sie uns dazu kurz ausholen: Schon immer haben sich die Menschen Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht und darüber, welche besondere Lebensaufgabe sie haben – also warum sie auf der Welt sind. Menschen sind denkende Wesen und möchten durch ihre Denkprozesse Sinnhaftigkeit, Erfüllung und Erleichterung erfahren.

Jeder Mensch stellt sich bewusst, vor allem aber auch unbewusst tagtäglich folgende Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier? Und wohin soll ich gehen? Sich diese Fragen immer wieder bewusst zu stellen und dabei in sich hineinzuschauen führt zu Selbstverwirklichung und Selbsterkenntnis. Je besser Sie sich selbst kennen, desto klarer werden Ihnen Ihre wahren Wünsche und Ziele im Leben bewusst. Und je mehr Sie in Ihre Kraft kommen, desto selbstbestimmter können Sie Ihr Leben gestalten. Sie sind damit frei von der Rolle des Opfers, die so viele Menschen im Alltag einnehmen.

Wir Autoren haben nach jahrelanger Beobachtung und intensivem Selbststudium festgestellt, dass auch Hunde nicht nur auf Überleben, Essen und Paarung programmiert sind. Zwar sind diese Bedürfnisse bei ihnen stärker ausgeprägt als beim Menschen, und sie folgen auch stärker ihren Instinkten – doch vor allem jene Hunde, die gut versorgt sind und sich wohlfühlen, beginnen sich der Selbstverwirklichung, der Suche nach der eigenen Lebensaufgabe und dem Sinn des Lebens zu nähern, genau wie der Mensch auch. Sie haben sowohl den Raum als auch die nötige Kraft, einen Beitrag hier auf Erden zu leisten – für ihre Besitzer, für die Gesellschaft und für den ganzen Planeten.

Selbstverwirklichung im Sinne eines Hundes ist nicht, sich das teuerste Auto, die trendigste Kleidung oder die grandiosesten Partys leisten zu können. Sie besteht auch nicht darin, befördert zu werden oder den idealen Partner fürs Leben zu finden. Das sind Wünsche eines Menschen. Hunde streben dagegen primär nach Harmonie und globalen Verbesserungen. Um es einfach zu machen: Sie wünschen sich glückliche Menschen und glückliche Tiere, glückliche Pflanzen und eine glückliche Erde. Wir sind der Meinung, dass jede Tierart einen positiven Beitrag zum Ganzen leisten möchte. Denn welchen Sinn hätte das Leben, wenn wir es nicht mit einem guten Gefühl verlassen könnten? Mit dem Gefühl, etwas Positives bewirkt zu haben, das Leben genossen und die Welt zu einem etwas besseren Ort gemacht zu haben. Das gilt für Menschen genauso wie für Tiere.

Mission Hund – warum es Hunde gibt

Hunde haben es sich zum Ziel gesetzt, alles für ihr Herrchen oder Frauchen zu tun. Sie schwören ihm gewissermaßen tiefe Treue und geben bedingungslose Liebe. Darin liegt ihr Lebenssinn, und je mehr »ihr« Mensch in Erfüllung und Zufriedenheit strahlt, desto mehr sehen sie auch ihre Lebensaufgabe als erfüllt an. Während viele Hunde diese Liebe und Treue klar zeigen, tun es andere über Umwege.

Wenn ihr Besitzer in einer schweren Phase ist, wissen manche Hunde dies ganz genau. Aus ihrer bedingungslosen Liebe heraus wollen dann die meisten Hunde einfach nur für ihn da sein. Sie begleiten diesen Menschen durch Lebenskrisen hindurch und leisten Hilfe und Beistand. Sie erwarten nicht einmal, dass es ihrem Besitzer wieder gut geht, sondern möchten in dieser harten Zeit einfach nur für ihn da sein und ihm Trost geben. Das sind sehr tapfere Hunde, die eine äußerst gefestigte Persönlichkeit entwickelt haben, damit sie die Qualen und das Leid ihres Besitzers aushalten können.